| Bathory | |
|---|---|
| Allgemeine Informationen | |
| Genre(s) | Black Metal, Viking Metal, Thrash Metal |
| Grรผndung | 1983 |
| Auflรถsung | 2004 |
| Grรผndungsmitglieder | |
| Thomas โQuorthonโ Forsberg (โ 3. Juni 2004) | |
| Letzte Besetzung | |
Gesang, E-Gitarre, Studio-Bass, Studio-Schlagzeug |
Thomas โQuorthonโ Forsberg (โ 3. Juni 2004) |
| Ehemalige Mitglieder | |
Bass |
Fredrick โFreddanโ/โHanoiโ Melander (1983โ1984) |
Bass |
Rickard โRibbanโ Bergman (1984) |
Bass |
Kothaar (1989โ1996) |
Schlagzeug |
Jonas ร kerlund (โVans McBurgerโ) (1983โ1984) |
Schlagzeug |
Stefan Larsson (1984) |
Schlagzeug |
Paul Pรฅlle Lundburg (1986โ1987) |
Schlagzeug |
Vvornth (1989โ1996) |
Bathory war eine schwedische Metal-Band, die als Wegbereiter der Subgenres Black-, Viking- und Pagan Metal gilt. Treibende Kraft und einzig bestรคndiges Mitglied der Band war Thomas โQuorthonโ Forsberg (1966โ2004), der die meisten Lieder selbst schrieb und einspielte.
Geschichte
BearbeitenDie Band, deren Name auf die ungarische Legende der โBlutgrรคfinโ (der das Lied Woman of Dark Desires gewidmet ist) zurรผckgeht, wurde im Mai 1983 von dem damals 17-jรคhrigen Thomas โQuorthonโ Forsberg gegrรผndet. Nach mehreren Besetzungswechseln konnte die Band zwei Stรผcke fรผr die Compilation Scandinavian Metal Attack des Plattenlabels Tyfon Grammafon beisteuern. Aufgrund der positiven Resonanz wurde schlieรlich ein komplettes Album aufgenommen.
Ihre folgenden Verรถffentlichungenย โ das selbstbetitelte Debรผtalbum, das Quorthon zusammen mit ein paar Freunden aus der Oi!-/Punk-Szene (welcher er selbst in seiner Jugend angehรถrt hatte[1]) innerhalb von nur 56 Stunden eingespielt hatte, sowie The Return...... und Under the Sign of the Black Mark, die sowohl von Quorthon selbst[2][3][4] als auch von der Presse[5][6] als Death Metal bezeichnet wurdenย โ werden heutzutage als die Haupteinflรผsse der ersten norwegischen Black-Metal-Bands angesehen. Zwar wurde der Musikstil nach dem zweiten Album der britischen Band Venom benannt, aber die musikalischen Ideale der Szene wurden eindeutig von Bathory gesetzt: Auf den ersten Blick ist es simple, laute Musik mit einem rauen Klang durch technisch simple Produktion, satanistischen, antichristlichen Liedtexten und ein gekrรคchzten bis grunzenden Gesang.
Bathory wurde von der Presse oftmals als โVenom-Klonโ bezeichnet. Der Liedtitel Countess Bathory sowie die Tatsache, dass sowohl auf dem Venom-Album Black Metal als auch auf dem ersten Bathory-Album zwei Stรผcke namens Raise the Dead und Sacrifice zu finden sind, werden ebenso wie das Artwork beider Alben von den Befรผrwortern zur Untermauerung dieser These herangezogen. Quorthon jedoch รคuรerte, kein Venom-Album zu besitzen und die Band vor 1984 oder 1985 nicht gekannt zu haben. Die Band sei ursprรผnglich von den Frรผhwerken der Bands Black Sabbath, Motรถrhead und GBH beeinflusst gewesen.[2]
Das Album Blood Fire Death enthielt einige etwas langsamere Stรผcke und fรผhrte den textlichen Bezug auf die Nordmรคnner als musikalisches Motiv ein. Hier wirkte das Leben der Wikinger als textlicher Angelpunkt. Wรคhrend auf dieser Verรถffentlichung noch die Black-Metal-Elemente erkennbar waren, so รคnderte sich dies mit dem Album Hammerheart, auf welchem sich der Stil drastisch zu einer weniger aggressiven, dafรผr aber epischeren und atmosphรคrischeren Art von Musik รคnderte. Textlich drehte sich alles um die Kultur der Wikinger und vor allem um die vorchristliche nordische Mythologie. Auf diese Weise wurden Bathory zu Wegbereitern des neu entstandenen Viking Metal und perfektionierten ihre Spielweise auf den Alben Twilight of the Gods und Jahre spรคter Blood on Ice.
Nordische Themen hatten bereits auf dem Manowar-Album Sign of the Hammer Verwendung gefunden, dieses hatte Bathory Quorthon zufolge jedoch nicht beeinflusst, da er Manowar nicht gehรถrt habe und der Meinung sei, er kรถnne eine Band, die Unterwรคsche aus Fell trรคgt, nicht fรผr voll nehmen. Er hรคtte diese Themen nicht aufgegriffen, hรคtte er geglaubt, deshalb als โManowar-Klonโ bezeichnet zu werden. Den Entschluss, andere Themen aufzugreifen, hatte er um 1986 gefรคllt, nachdem er zur Ansicht gelangt war, satanische Themen aufzugreifen sei reine Zeitverschwendung; er und seine Mitmusiker seien keine Satanisten gewesen, Satanismus sei ein Produkt des Christentums. Antichristlich eingestellt sei die Band jedoch schon immer gewesen.[2] Diesen Wandel nahmen ihm zahlreiche Fans der ersten Alben รผbel; so warf ihm der Black-Metal-Sรคnger Per Yngve โDeadโ Ohlin (Ex-Morbid, Ex-Mayhem) vor, ein Weichei zu sein, das mit Sicherheit weder den Okkultismus noch den Kehlgesang erfunden habe, in Interviews stรคndig wechselnde Ansichten รคuรere, auf dem Label seines Vaters verรถffentliche und einen Glam Rocker als Schlagzeuger habe.[7]
1994 schwenkte Bathory erneut stilistisch um: Requiem zeigte vermehrt Einflรผsse der Bay-Area-Thrash-Metal-Bands der 1980er Jahre. Bathory galt in der Szene als unberechenbar[8] und griff die Wikinger-Thematik mit den beiden Nordland-Alben von 2002 und 2003 wieder auf.
Mit den Stรผcken Under the Runes und Distinguish to Kill kamen Vorwรผrfe auf, Bathory transportiere rechtsextreme Inhalte. Quorthon nahm Stellung, insbesondere der deutschen Fans wegen, die nicht glauben sollten, was die Presse รผber Bathory schrieb, und rรคumte ein, diese Texte bewusst zur Provokation gewisser Journalisten, die Bathory in ein negatives Licht rรผcken wollten, geschrieben zu haben,[4] und auf jedem Album zu versuchen, speziell die deutsche Sensibilitรคt bezรผglich des Zweiten Weltkrieges zu reizen.[2]
2001 verรถffentlichte Bathory das Album Destroyer of Worlds, mit dem Quorthon die Fans sowohl der Thrash- als auch der Viking-Metal-รra zufriedenzustellen versuchte. Er รคuรerte, er schreibe die Bathory-Alben weniger fรผr sich selbst als fรผr seine Fans, denen er zu verdanken habe, von der Musik leben zu kรถnnen.[2] Laut Quorthon hat Bathory bis 2002 1,3 Millionen Alben verkauft[9].
Oftmals wurde Bathory als Ein-Mann-Band angesehen; Quorthon jedoch รคuรerte, er habe nur die Mitglieder so gut wie nie aufgefรผhrt, da die Besetzung stรคndig wechselte. Die Ansicht, Bathory sei eine Ein-Mann-Band, ging sogar so weit, dass einige Fans die auf dem Album Blood Fire Death aufgefรผhrte Besetzung, die sechs Monate gehalten hatte und somit als stabil angesehen werden konnte, fรผr eine Fรคlschung hielten.[2] Von 1983 bis 1984 war der Regisseur Jonas ร kerlund Schlagzeuger der Band.
Am 3. Juni 2004 verstarb Quorthon im Alter von 38 Jahren an Herzversagen, was zugleich das Ende der Band Bathory bedeutete. Am 28. August 2004 fand auf dem Hole in the Sky ein Quorthon-Tribut-Auftritt statt, wobei die Besetzung aus Mitgliedern bekannter norwegischer Bands bestand. Ivar Bjรธrnson (Enslaved) und Tomas Thormodsรฆter โSamothโ Haugen (Emperor) spielten Gitarre, Bรฅrd G. โFaustโ Eithun (Aborym) Schlagzeug und Ole Jรธrgen โApollyonโ Moe (Aura Noir) Bass. Die Position des Sรคngers wechselte je nach Lied: Apollyon bei Equimanthorn, Grutle Kjellson (Enslaved) bei Call from the Grave, Sigurd โSatyrโ Wongraven (Satyricon) bei Raise the Dead, Nocturno Culto (Darkthrone) bei Total Destruction, Olve โAbbath Doom Occultaโ Eikemo (Immortal) bei Enter the Eternal Fire und Kristian Eivind โGaahlโ Espedal (Trelldom) zuletzt bei A Fine Day to Die.[10]
Seit 2010 tritt eine von Alan โNaihmass Nemtheangaโ Averill (Primordial) gegrรผndete[11] Bathory-Tribute-Band namens Twilight of the Gods auf, zu der auch Iscariah (Immortal), Nick Barker (Testament, Benediction), Rune โBlasphemerโ Eriksen (Mayhem, Ava Inferi) und Patrik Lindgren (Thyrfing) gehรถren[12].
Diskografie
BearbeitenAlben
Bearbeiten- 1984: Bathory
- 1985: The Return......
- 1987: Under the Sign of the Black Mark
- 1988: Blood Fire Death
- 1990: Hammerheart
- 1991: Twilight of the Gods
- 1994: Requiem
- 1995: Octagon
- 1996: Blood on Ice
- 2001: Destroyer of Worlds
- 2002: Nordland Part I
- 2003: Nordland Part II
Kompilationen
Bearbeiten- 1992: Jubileum, Volume I
- 1993: Jubileum, Volume II
- 1998: Jubileum, Volume III
- 2001: Katalog
- 2006: In Memory of Quorthon, Volume I
- 2006: In Memory of Quorthon, Volume II
- 2006: In Memory of Quorthon, Volume III
Samplerbeitrรคge
Bearbeiten- 1984: Sacrifice und The Return of the Darkness and Evil auf Scandinavian Metal Attack
- 1997: Ace of Spades auf A Black Mark Tribute
- 1998: War Pigs auf A Black Mark Tribute Vol. II
- 2003: Black Diamond auf A Tribute to the Creatures of the Night
Quellen
Bearbeiten- โ Bernard Doe: OUT OF THE BLACK HOLE ( vom 10. Mai 2017 im Internet Archive). In: Metal Forces, 1987.
- โ a b c d e f Luxi Lahtinen: BATHORY โ An Epic Interview With Quorthon. 2001, abgerufen am 22.ย Februar 2010 (englisch).
- โ Death Metal ( vom 31. Dezember 2007 im Internet Archive).
- โ a b BATHORY ( vom 24. Mรคrz 2009 im Internet Archive).
- โ Bathory โ Bathory. Archiviert vom am 29.ย Mai 2013; abgerufen am 22.ย Februar 2010 (englisch).
- โ Bathory โ The Return. Archiviert vom am 15.ย Mai 2013; abgerufen am 22.ย Februar 2010 (englisch).
- โ Interviews mit Dead. Archiviert vom am 17.ย Oktober 2007; abgerufen am 22.ย Februar 2010 (englisch).
- โ Aaron Patrick Mulvany: โReawakening Pride Once Lostโ: Indigenity and European Folk Metal. Masterarbeit. Middletown, Connecticut: Wesleyan University, 2000, S. 32.
- โ Roberto Martinelli: Interview with BATHORY ( vom 3. September 2012 im Webarchiv archive.today), abgerufen am 31. Oktober 2021
- โ Fafnir: Enslaved (Grutle) Interview vom 17. Oktober 2004.
- โ Twilightheart: Twilight of the gods โ interview.
- โ Metalfest 2010 โ Twlight of the Gods โ Bathory Tribute!. stormbringer.at, abgerufen am 20. Juni 2011.
Weblinks
Bearbeiten- Offizielle Website
- Bathory bei AllMusic (englisch)
- Bathory bei Discogs
- Bathory bei MusicBrainz (englisch)








