Libyen ([หˆliหbiฬฏษ™n]/[หˆliหbyฬ†ษ™n]/[หˆlyหbiฬฏษ™n];[7][8] arabisch ู„ูŠุจูŠุงย Lฤซbiyฤ[9] [หˆliหbijaห‘] Ausspracheโ“˜/?, amtlich Staat Libyen, arabisch ุฏูˆู„ุฉ ู„ูŠุจูŠุง, DMG Dawlat Lฤซbiyฤ; berberisch โตโต‰โดฑโตขโดฐ Libya) ist ein 1.759.541ย kmยฒ groรŸer Maghrebstaat in Nordafrika mit rund sieben Millionen Einwohnern. Er grenzt im Norden ans Mittelmeer, im Osten an ร„gypten und Sudan, im Sรผden an Niger und Tschad und im Westen an Tunesien und Algerien. Hauptstadt und mit rund drei Millionen Einwohnern grรถรŸte Stadt Libyens ist Tripolis. Weitere wichtige Stรคdte des Landes sind Bengasi, Misrata und Tobruk.

In seinen heutigen Grenzen entstand Libyen 1934, als nach dem Zweiten Italienisch-Libyschen Krieg die ehemaligen osmanischen Provinzen Tripolitanien, Kyrenaika und Fessan infolge zur Kolonie Italienisch-Libyen zusammengefasst wurden. Im Jahr 1951 erklรคrte das Kรถnigreich Libyen unter Idris as-Senussi seine Unabhรคngigkeit. 1969 wurde der Kรถnig gestรผrzt und die Arabische Republik Libyen von Muammar al-Gaddafi ausgerufen. Gaddafi wurde im Bรผrgerkrieg 2011 von bewaffneten Rebellen gestรผrzt. Von der Parlamentswahl 2014 bis zur Unterzeichnung des Waffenstillstands 2020 herrschte ein weiterer Bรผrgerkrieg und das Land zerbrach in einen West- und einen Ostteil. 2019 eskalierte der Konflikt, als die ostlibyschen Streitkrรคfte unter Chalifa Haftar mit Hilfe der russischen Gruppe Wagner eine Invasion Westlibyens durchfรผhrten. Dies fรผhrte im Dezember 2019 zu einem Militรคrabkommen der westlibyschen Regierung mit der Tรผrkei, welche wiederum eine militรคrische Intervention durchfรผhrte und tausende syrische Sรถldner ins Land brachte. 2021 wurde eine Einheitsregierung gebildet, welche ihre Autoritรคt nicht im ganzen Land durchsetzen konnte. Zudem wurden freie Wahlen angekรผndigt, die allerdings abgesagt wurden. Weil das Land seit vielen Jahren von verschiedenen politischen und militรคrischen Krรคften kontrolliert wird,[10] gilt Libyen nach einem umstrittenen[11] politikwissenschaftlichen Konzept als gescheiterter Staat.[12]

Geographie

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Den Nordwesten Libyens, das sogenannte Tripolitanien, nehmen die Kรผstenebene al-Dschifara, das gebirgige Schichtstufenland Dschabal Nafusa (bis 968ย m) und die anschlieรŸende Steinwรผste Hammada al-Hamra ein. Eine Steilstufe nach Sรผden leitet zu den Sand-, Kies- und Gerรถllwรผsten des Fessan รผber.

Der mittlere Abschnitt umfasst das kรผstennahe, an Erdรถl- und Erdgasvorkommen reiche Syrtebecken. In seinem Hinterland erhebt sich das vulkanische Gebirgsmassiv al-Charudsch al-aswad (1200ย m).

Im Nordosten liegt die Kyrenaika mit dem steil zum Meer abfallenden Karstgebirge des al-Dschabal al-Achdar (878ย m). รœber das Mittelmeer im Norden ist Libyen Nachbar von Italien (Sizilien und Pantelleria), Malta und Griechenland (Kreta). Die Bucht der GroรŸen Syrte wird von Libyen als Hoheitsgewรคsser beansprucht. Das Karstgebirge geht nach Osten in die Steppe der Marmarika รผber, nach Sรผden in das Sanddรผnenmeer der Libyschen Wรผste. Im Grenzgebiet zum Tschad greifen die nรถrdlichen Auslรคufer des Tibesti mit dem hรถchsten Berg des Landes (Bikku Bitti 2267ย m) auf Libyen รผber.

Libyen ist nach Algerien, der Demokratischen Republik Kongo und dem Sudan das flรคchenmรครŸig viertgrรถรŸte Land des afrikanischen Kontinents. Die Landesflรคche Libyens entspricht mit 1,76 Mio. kmยฒ knapp der vierfachen Gesamtflรคche von Deutschland und ร–sterreich.

Gewรคsser

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Gut 85ย % der libyschen Landesflรคche nimmt die Sahara ein; landwirtschaftlich nutzbar sind lediglich 2ย %. Libyen ist eines der wenigen Lรคnder der Welt, in denen es keine stรคndigen Flรผsse gibt, nur sogenannte Wadis, die vorรผbergehend nach starken Regenfรคllen Wasser fรผhren. Unter dem Staatsgebiet Libyens allerdings befinden sich SรผรŸwasservorrรคte von 35.000 Milliarden Kubikmetern, was weit รผber den Wassermengen des Baikalsees oder der GroรŸen Seen Nordamerikas liegt.[13] Siehe dazu auch: Great-Man-Made-River-Projekt.[14]

Klima und Vegetation

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Im mediterran geprรคgten winterfeuchten Kรผstengebiet liegen die mittleren Temperaturen im Januar bei 12ย ยฐC, im August bei 26ย ยฐC; der mittlere Jahresniederschlag betrรคgt hier 300ย mm. Im Frรผhjahr und Herbst weht hรคufig ein trockenheiรŸer staubiger Wรผstenwind, der Gibli. Das Landesinnere hat Wรผstenklima mit betrรคchtlichen Temperaturschwankungen (im Winter unter 0ย ยฐC, im Sommer รผber 50ย ยฐC) bei fast vรถlliger Regenlosigkeit.

Trotz der GrรถรŸe des Landes gibt es in Libyens Klima nur zwei wesentliche Ausprรคgungen: eine subtropisch warme Klimazone entlang der Kรผste und eine heiรŸe, trockene Wรผstenklimazone im Landesinneren (dem bei weitem รผberwiegenden Teil).

Hauptstadt Tripolis am Mittelmeer

Am schmalen Kรผstenstreifen am Mittelmeer herrschen milde Winter vor mit etwas Regen; durchschnittlich erhรคlt man hier 250 bis 400ย mm Niederschlag im Jahr, was in etwa 30โ€“50 Regentagen entspricht, die sich fast ausschlieรŸlich von November bis Februar einstellen. Die Temperaturen betragen in dieser Zeit 8โ€“12ย ยฐC in der Nacht und 16โ€“20ย ยฐC am Tag. Das Frรผhjahr ist warm, mit Werten zwischen 12 und 16ย ยฐC bzw. 20โ€“28ย ยฐC, fast ohne Niederschlag. Dann ist auch die Zeit heiรŸer Sandstรผrme (Gibli) aus dem Sรผden, die selbst im April Spitzentemperaturen von bis zu 43ย ยฐC mit sich bringen kรถnnen. Die Sommer sind lang, sehr trocken und heiรŸ bei durchschnittlichen Tageswerten von 30โ€“33ย ยฐC. In den Nรคchten sinken die Temperaturen gewรถhnlich auf etwa 20โ€“22ย ยฐC ab. Der Herbst zeigt sich warm und gegen Ende hin wieder etwas feuchter mit Tages- und Nachtwerten von 22โ€“27 bzw. 13โ€“16ย ยฐC. Zu dieser Zeit kรถnnen abermals Gibli auftreten, die dann wiederum Hitzewellen von 40ย ยฐC verursachen. Die Luftfeuchtigkeit ist mit 60โ€“75ย % ganzjรคhrig hoch. Das soeben beschriebene Klima trifft auch auf Stรคdte wie Tripolis (die Hauptstadt), Misrata, Surt, al-Baida und Bengasi zu.

Die Steppen- und Wรผstengebiete, die schon kurz hinter der Kรผste beginnen, sind geprรคgt von milden Wintern und sehr heiรŸen Sommern. Niederschlag gibt es das ganze Jahr รผber so gut wie nicht (0โ€“5 Niederschlagstage bzw. 1โ€“35ย mm Regen). Im Winter bewegen sich die Temperaturen bei warmen 18โ€“24ย ยฐC am Tag, wรคhrend sie in der Nacht auf kรผhle Werte von 3โ€“8ย ยฐC fallen. In manchen Gegenden ist leichter Frost durchaus mรถglich. Die Luftfeuchte ist bei 35โ€“55ย % mittel. Frรผhjahr und Herbst sind tagsรผber sehr warm (24โ€“35ย ยฐC, wobei auch heiรŸer werden kann), in den Nรคchten wird es kรผhler (10โ€“18ย ยฐC). Des ร–fteren gibt es Sandstรผrme, manchmal bis zur Kรผste. Die Luftfeuchte nimmt im Frรผhjahr ab, im Herbst wieder zu. Die Sommer sind sehr heiรŸ mit trockener Luft (nur 20โ€“30ย % Luftfeuchte). Die Tagesdurchschnittstemperaturen betragen 38โ€“42ย ยฐC, in den Nรคchten zwischen 20 und 26ย ยฐC. Die libyschen Wรผstengebiete gelten mit bis zu 58ย ยฐC als der Ort mit den weltweit hรถchsten je gemessenen Temperaturen. In der Stadt Ghadames an der tunesischen Grenze betragen die Hรถchstwerte ganzer fรผnf Monate (Mai bis September) 50ย ยฐC und darรผber. Das Wรผstenklima betrifft Stรคdte wie Ghat, Ghadames, Kufra und Sabha, die trotz ihrer Entfernungen zueinander sehr รคhnliche klimatische Verhรคltnisse aufweisen.

Flora und Fauna

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Die kรผstennahen Gebirge haben Mittelmeerflora, in den Kรผstentieflรคndern gibt es Steppenvegetation. Die Tierwelt umfasst die typischen Arten der Trockengebiete: Dรผnengazellen, Hyรคnen, Schakale, Wรผstenspringmรคuse und Wรผstenfรผchse (Fenneks), auรŸerdem leben hier Anubispaviane, Wildesel, Hasen und Falbkatzen sowie verschiedene Greifvรถgel, Schlangen und Skorpione. Zwischen 1990 und 2000 hat der Bestand an Wild um 1,4ย % zugenommen. 2009 zรคhlte man 141 Heuschreckenarten.[15]

Stรคdte

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Im Jahr 2023 lebten 82 Prozent der Einwohner Libyens in Stรคdten.[16] Die grรถรŸten Stรคdte des Landes sind (Stand 2007):

Bevรถlkerung

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Demografie

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Libyen hatte 2024 7,3 Millionen Einwohner.[18] Das jรคhrliche Bevรถlkerungswachstum betrug + 1,1ย %. Zum Bevรถlkerungswachstum trug ein Geburtenรผberschuss (Geburtenziffer: 17,3 pro 1000 Einwohner[19] vs. Sterbeziffer: 6,0 pro 1000 Einwohner[20]) bei. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 statistisch bei 2,4, die der Region Naher Osten und Nordafrika betrug 2,6.[21] Die Lebenserwartung der Einwohner Libyens ab der Geburt lag 2022 bei 72,2 Jahren.[22] Der Median des Alters der Einwohner lag im Jahr 2021 bei 26,3 Jahren.[23] Im Jahr 2023 waren 27,7 Prozent der Bevรถlkerung unter 15 Jahre,[24] und 5,0 Prozent der Bevรถlkerung รผber 64 Jahre alt.[25]

Bevรถlkerungsstruktur

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Ethnische Karte Libyens

Die Bevรถlkerung bestand 2011 zu 97ย % aus kulturell und sprachlich arabisierten Berbern und Arabern sowie aus sprachlich nicht assimilierten Berbern.[26] Nach der islamischen Eroberung des Landes wurde nach und nach ein GroรŸteil der Gesellschaft arabisiert; die in ihren traditionellen Stammesgesellschaften lebenden Berber machen nur noch etwa 25ย % der Bevรถlkerung aus.[27]

Die arabische Bevรถlkerung ist wiederum in mehrere sich voneinander abgrenzende Gruppen gegliedert, die รผblicherweise als โ€žStรคmmeโ€œ bezeichnet werden. Nur noch 5ย % der Bevรถlkerung sind Nomaden.

Im Westen Libyens leben Teile des berberischen Nomadenvolks der Tuareg und im Sรผden zahlreiche Tubu. Letztere wurden unter Gaddafi teilweise aus ihren Wohngebieten vertrieben und ihnen wurde die Staatsbรผrgerschaft entzogen. Als Grund wurde ihre vermeintliche Herkunft aus dem Tschad genannt.[28] Die meisten Italiener mussten Libyen verlassen, nachdem Putschisten um Gaddafi am 1. September 1969 die Macht ergriffen hatten; einige blieben in Libyen. Weitere Minderheiten sind Griechen, Tรผrken, Kurden und Levantiner sowie Malteser, ร„gypter, Tunesier, Inder und Pakistaner.[26] Viele Juden, deren Vorfahren seit Jahrtausenden an der Kรผste ansรคssig waren, wurden nach dem Pogrom von Tripolis (November 1945) aus Libyen vertrieben.[27]

Sprachen

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Die Bevรถlkerung hat zum grรถรŸten Teil den libysch-arabischen Dialekt als Muttersprache, daneben werden als Minderheitensprachen die Berbersprachen Nafusi (220.000 Sprecher), Ghadamsi (42.000 Sprecher) und Tamascheq (40.000 Sprecher) sowie die nilosaharanische Tubu-Sprache Tedaga (2.000 Sprecher) gesprochen.[26]

Amtssprache ist bislang allein Hocharabisch, ab 1969 wurde unter Gaddafi eine nationalistische Kampagne zur Arabisierung gestartet, welche Italienisch als Fremdsprache und die Berbersprachen aus dem รถffentlichen Leben verdrรคngen sollte. Eine neue Verordnung schrieb vor, dass alle StraรŸenschilder, Schaufensterbezeichnungen, Firmenschilder und Verkehrsausweise auf Arabisch beschriftet werden mรผssen. Seit den 1980er Jahren wird fast nur Arabisch verstanden. Unter Gaddafi war Fremdsprachenunterricht an Schulen verboten, an Hochschulen durfte nur Theorie und Geschichte von Fremdsprachen gelehrt werden.[29]

Die รœbergangsregierung lieรŸ neben Hocharabisch als Amtssprache auch die jeweiligen Berbersprachen zu.

Religion

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Der Islam ist Staatsreligion. Die freie Religionsausรผbung war unter Gaddafi garantiert, soweit sie nicht im Widerspruch zu den Traditionen stand. Staat und Religion waren bislang getrennt, Geistliche auf das Religionswesen beschrรคnkt. Die volksrepublikanische Regierung gab sich in ihren programmatischen ร„uรŸerungen als frauenfreundlich: Unter ihr wurde die Koedukation betrieben, allerdings schockte die Einfรผhrung der Wehrpflicht fรผr Frauen und die Aufnahme von weiblichen Personen in Militรคrakademien die islamische Mรคnnergesellschaft.[27] Gaddafi legte sich entsprechend mit strengglรคubigen Imamen an, verfolgte radikale Prediger und versuchte, die Traditionen in seinem Sinne zu modernisieren. Sufi-Gemeinschaften, die in einigen anderen islamischen Staaten verfolgt werden, konnten offen praktizieren.[30]

Die Senussi sind eine religiรถse Bruderschaft mit weltlichem Herrschaftsanspruch in der Kyrenaika. Sie kรคmpfte ab 1911 gegen die Italiener, ab 1943 gegen die Briten. Von 1951 bis zur Revolution von 1969 stellte sie den Kรถnig. In den letzten Jahren ist landesweit eine verstรคrkte Hinwendung zum orthodoxen Islam zu verzeichnen; die Verschleierung der Frau nimmt zu. Seit den 1980er Jahren werden im Untergrund operierende Gruppen wie Muslimbrรผder, at-Takfir wa-l-Higra, Hisbollah, al-Dschihad und ihre religiรถse Tendenz zur Vereinnahmung der Politik als islamistische Gefahr fรผr Libyen bezeichnet. Seit der Mitte der neunziger Jahre ist auch die Libysche Islamische Kampfgruppe vor allem in der Kyrenaika aktiv.

97ย % der Bevรถlkerung sind sunnitische Muslime, vorwiegend malikitischer Richtung.[26] Die traditionsbewussten Berberstรคmme gehรถren mehrheitlich der islamischen Sondergemeinschaft der Ibaditen an. Es gibt noch rund 74.000 Katholiken in Libyen, einige koptische und einige griechisch-orthodoxe Christen.[27] Die meisten christlichen Kirchen wurden nach der Machtรผbernahme Gaddafis 1969 geschlossen. Die Nachfahren der nach den Pogromen von 1948 verbliebenen etwa 7000 jรผdischen Libyer emigrierten nach dem Sechstagekrieg.

Sozialsystem/Bildung

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Libyen hatte eines der hรถchsten Pro-Kopf-Einkommen des afrikanischen Kontinents. Die Sozialversicherung der Einwohner umfasste die kostenlose medizinische Versorgung sowie Witwen-, Waisen- und Altersrenten. Allgemeine Schulpflicht besteht fรผr Sechs- bis Fรผnfzehnjรคhrige.[31] Dennoch liegt die Analphabetenquote der Frauen noch bei 14,4ย % und die der Mรคnner bei 3,3ย %; diese Rate ist aber mit insgesamt 9ย % im afrikanischen Vergleich sehr niedrig.[32]

Universitรคten gibt es in Tripolis, Bengasi und an anderen grรถรŸeren Orten.

Gesundheit

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Im Jahr 2017 praktizierten in Libyen 21,6 ร„rztinnen und ร„rzte je 10.000 Einwohner.[33] Die Sterblichkeit bei unter 5-jรคhrigen betrug 2022 10,3 pro 1000 Lebendgeburten.[34] Die Lebenserwartung der Einwohner Libyens ab der Geburt lag 2022 lt. Schรคtzung der Weltbank bei 72,2 Jahren[22] (Frauen: 74,8[35], Mรคnner: 69,7[36]). Die Lebenserwartung stieg von 70,7 Jahren im Jahr 2000 bis 2022 um 2ย %.[22]

Geschichte

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Historischer Marktplatz in Leptis Magna
Ksar der Garamanten in der Oase Adiri, um 1850 (illustriert nach einer Skizze von Heinrich Barth)

รœberblick

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Bereits in รคgyptischen Hieroglyphentexten taucht eine Benennung fรผr die westlich benachbarten Stรคmme auf. Die Griechen nannten das Land Libyฤ“ (altgriechisch ฮ›ฮนฮฒฯฮท), das lateinische Pendant ist Libya. Damit war in der Antike das Land beiderseits der GroรŸen Syrte gemeint. Vom 7.ย Jahrhundert v.ย Chr. an grรผndeten sie an der Kรผste Kolonien, darunter die Stadt Kyrene. Dieser Teil des Landes, die Kyrenaika, stand in den folgenden Jahrhunderten unter der Herrschaft ร„gyptens. In dem sich westlich daran anschlieรŸenden Gebiet hatten die Phรถnizier etwa um 700ย v.ย Chr. die drei Stรคdte Sabratha, Oea und Leptis Magna gegrรผndetย โ€“ der Name Tripolitanien (โ€žDrei-Stรคdte-Landโ€œ) hat hier seinen Ursprung. Sie kamen bereits im 6.ย Jahrhundert v.ย Chr. unter die Vorherrschaft Karthagos.

Nach dessen Zerstรถrung 146ย v.ย Chr. geriet Tripolitanien unter rรถmische Herrschaft, 96ย v.ย Chr. wurde auch die Kyrenaika Teil des Rรถmischen Reiches. Bei der rรถmischen Reichsteilung 395ย n.ย Chr. verblieb Tripolitanien bei Westrom, wรคhrend die Kyrenaika Ostrom zugeschlagen wurde. Mitte des 5.ย Jahrhunderts fielen die Vandalen in Libyen ein; die Rรผckeroberung gelang Byzanz ab 533 unter Fรผhrung des Generals Belisar. Zwischen 641 und 644 besetzten die Araber das Gebiet; die dort ansรคssigen Berber wurden islamisiert.

Seit 1835 war das Territorium Libyens als Provinz โ€žTripolitanienโ€œ Teil des Osmanischen Reiches, vorher kontrollierten verschiedene Eroberer nur die Kรผstengebiete Tripolitaniens und der Cyrenaika, nicht aber deren Hinterland und den Fessan.[37] Von 1911 bis 1932 fรผhrte Italien zwei Kolonialkriege um das Gebiet, wobei das faschistische Regime Benito Mussolinis von 1929 bis 1934 den Vรถlkermord in der Cyrenaika verรผbte. AnschlieรŸend wurde 1934 die Kolonie Italienisch-Libyen gegrรผndet, die bis 1943 unter italienischer Kontrolle blieb.

1951 wurde Libyen schlieรŸlich ein souverรคner Staat und war bis 1969 ein Kรถnigreich. Im Jahr 1969 kam Muammar al-Gaddafi durch einen Militรคrputsch an die Macht. Im Februar 2011 begann seine diktatorische Herrschaft zu brรถckeln; ein libyscher Bรผrgerkrieg begann. Von Mรคrz bis Oktober 2011 fand eine internationale Militรคrintervention auf der Seite der Gegner Gaddafis statt. Machthaber Gaddafi wurde am 20. Oktober 2011 von seinen Gegnern getรถtet.

Im Mai 2014 entstand aus dem Machtvakuum ein zweiter Bรผrgerkrieg, in dem rivalisierende Milizen gegeneinander kรคmpften, was zum politischen und wirtschaftlichen Zusammenbruch sowie zur Spaltung des Landes in einen westlichen und in einen รถstlichen Machtbereich fรผhrte. Am 17. Dezember 2015 wurde zwischen den rivalisierenden Lagern aus Tobruk und Tripolis ein Friedensvertrag vereinbart, der bis 2018 den Neuaufbau des Staates und seiner Institutionen sowie eine Einheitsregierung unter Fayiz as-Sarradsch vorsah. Allerdings blieb Libyen auch nach dem Friedensvertrag weiterhin in einen westlichen as-Sarradsch unterstรผtzenden und einen รถstlichen Landesteil mit der Hauptstadt Tobruk gespalten, in dem Chalifa Haftar groรŸen Einfluss besitzt.[38][39] Neben dem Machtkampf der beiden Landeshรคlften agieren durch das hervorgerufene Machtvakuum die Terrororganisationen Islamischer Staat[40] und Al-Qaida.[41]

Tรผrkische und italienische Herrschaft

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Essensausgabe im KZ Sidi Ahmed el-Magrun

Anfang des 16.ย Jahrhunderts wurde Tripolitanien zunรคchst von den Spaniern erobert, die das Gebiet dann aber an den Johanniterorden abtraten. Im Jahre 1551 eroberten die Osmanen ganz Libyen. Tripolis war dann lange Zeit Stรผtzpunkt der Korsaren und wurde mehrmals Ziel von Angriffen europรคischer und 1803[42] sogar amerikanischer Kriegsflotten. Im 19.ย Jahrhundert suchte die Senussi-Bruderschaft, ein in der Kyrenaika ansรคssiger islamischer Orden, die Macht zu erlangen. Er bildete auch den Kern des Widerstandes, nachdem Italien nach dem italienisch-tรผrkischen Krieg (1911โ€“1912) Libyen annektiert hatte. Die italienische Eroberung Libyens erfolgte in drei Phasen. Wรคhrend der ersten Phase 1911 bis 1914 konnten Tripolitanien und Fessan von den Italienern erobert werden, allerdings wurden sie anschlieรŸend durch Rebellionen wieder bis an die Kรผsten zurรผckgedrรคngt. Wรคhrend der zweiten Phase 1915 bis 1922 erhielten die Libyer von den Italienern Selbstverwaltungsrechte zugesprochen. Nach dem Machtantritt der Faschisten unter Benito Mussolini in Rom folgte von 1923 bis 1932 die dritte Phase, wรคhrend der Italien einen fast zehnjรคhrigen Kolonialkrieg fรผhrte, in dessen Verlauf โ€“ unter Einsatz von Flรคchenbombardements, Giftgas[43] und Konzentrationslagern โ€“ rund 100.000 Libyer ums Leben kamen, was ca. 15ย % der Gesamtbevรถlkerung entsprach.

1934 erklรคrte Italien seine libyschen Besitzungen zur Kolonie Italienisch-Libyen. Es kam bereits hier zu Grenzstreitigkeiten um den Aouzou-Streifen im Sรผden mit Frankreich und seiner Kolonie Franzรถsisch-ร„quatorialafrika. Im Zweiten Weltkrieg griffen italienische Truppen ร„gypten an, wurden aber von britischen Truppen zurรผckgeschlagen. Von 1941 bis 1943 unterstรผtzten deutsche Truppen (โ€žAfrikakorpsโ€œ unter Generalfeldmarschall Erwin Rommel) die italienischen Einheiten in Libyen gegen alliierte Verbรคnde, bis sowohl die italienischen als auch die deutschen Einheiten im Mai 1943 bei Tunis kapitulieren mussten. Von 1943 bis 1949 war Libyen von GroรŸbritannien und Frankreich besetzt. 1949 beschlossen die Vereinten Nationen, Libyen in die Unabhรคngigkeit zu entlassen und setzten als Hochkommissar Adrian Pelt ein.[44]

Unabhรคngigkeit als Kรถnigreich Libyen 1951

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Kรถnig Idris um 1965

1951 wurde Libyen in die Unabhรคngigkeit entlassen. Kรถnig der konstitutionellen Monarchie wurde das Oberhaupt der Senussi, Idris I. Die Entdeckung reicher Erdรถlvorkommen seit 1959 machte Libyen zu einem der bedeutendsten Erdรถl exportierenden Lรคnder der Welt.

Das aktive und passive Frauenwahlrecht wurden 1964 eingefรผhrt.[45][46][47]

Militรคrputsch 1969 und Folgen

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Auf der anderen Seite verstรคrkten sich jedoch die sozialen Spannungen im Innern, was neben anwachsenden nationalistischen Stimmungen schlieรŸlich am 1. September 1969 (neuer Nationalfeiertag) zum Sturz der Monarchie durch das Militรคr und zur Ausrufung der Arabischen Republik Libyen fรผhrte. Kรถnig Idris und Kรถnigin Fatima gingen nach Kairo ins Exil.

Der Vorsitzende des Revolutionรคren Kommandorates, Oberst Muammar al-Gaddafi, versuchte die radikale Arabisierung und Islamisierung des Landes. Unter anderem wurde Englisch- und Italienischunterricht an Grundschulen, der Import von Schweinefleisch sowie der Verkauf von alkoholischen Getrรคnken verboten.[48] Des Weiteren wurde die frรผhere katholische Kathedrale von Tripolis in eine Moschee umgebaut. Seine Plรคne zur Schaffung einer panarabischen Union mit einigen Nachbarlรคndern zwischen 1969 und 1974 scheiterten aber unter anderem an seinem Fรผhrungsanspruch. Er benannte Libyen auch in Dschamahirija um.

In den folgenden Jahren wurden alle Erdรถlgesellschaften verstaatlicht.

Am 2. Mรคrz 1977 wurde Libyen mit der Deklaration von Sabha, die den Charakter eines Staatsorganisationsgesetzes hat, zur sozialistischen arabischen Volksrepublik (Dschamahiriyya) mit 1200 โ€žVolkskomiteesโ€œ erklรคrt. Eine formelle Staatsverfassung hatte Libyen danach nicht mehr, als solche angesehen wurden die Konstitutionelle Proklamation von 1969 bzw. 1992[49] und die Deklaration รผber die Autoritรคt des Volkes von 1977.[50] Eine neue Nationalflagge und ein neues Staatswappen wurden eingefรผhrt.

Dschamahirija (Volksrepublik) 1977

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Muammar al-Gaddafi beim Gipfeltreffen der Afrikanischen Union 2009

1977 fรผhrte Libyen einen kurzen Grenzkrieg gegen ร„gypten und von 1978 bis 1987 einen Grenzkrieg mit dem Tschad um den Aouzou-Streifen.

Gesetzgeber wurde in Libyen der Allgemeine Volkskongress. Dem Generalsekretรคr des Allgemeinen Volkskongresses, Muhammad Abu l-Qasim az-Zuwai, stand als Staatsoberhaupt ein siebenkรถpfiges Generalsekretariat zur Seite. Die faktische Macht lag jedoch beim Oberbefehlshaber der Streitkrรคfte, Oberst Muammar al-Gaddafi. Der Allgemeine Volkskongress, dessen ca. 2.700 Delegierte von lokalen Volkskongressen (rund 6 fรผr je durchschnittlich 100 Einwohner), Gewerkschaften, Streitkrรคften und anderen Massenorganisationen entsandt wurden, war die hรถchste politische Institution und besaรŸ sowohl legislative als auch exekutive Funktionen. Einige seiner Resolutionen hatten den Charakter von Grundrechten.

Alle Libyer ab 18 Jahren waren zur politischen Partizipation verpflichtet. Parteien waren nicht zugelassen. Die wichtigsten Gewerkschaften wurden staatlich gelenkt; diese waren die Nationale Fรถderation der Gewerkschaften und die Union der Erdรถl- und Petrochemiearbeiter.

1979 trat Muammar al-Gaddafi von den Staatsรคmtern zurรผck, blieb aber als โ€žRevolutionsfรผhrerโ€œ Machthaber im Lande.

1988 wurde ein Volksgericht geschaffen, dessen Zustรคndigkeit politische und wirtschaftliche Korruption war. 2005 wurden diese umstrittenen Volksgerichte wieder abgeschafft.

Im Jahr 2000 lรถste das Parlament auf Vorschlag Gaddafis die Zentralverwaltung des Landes weitgehend auf und รผbergab sowohl Gesetzgebung als auch Regierungsgewalt an regionale Parlamente und Ausschรผsse.

Aufstand und Bรผrgerkrieg 2011

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Nachdem im Februar 2011 Libyer รถffentlich protestiert und staatliche Sicherheitskrรคfte gewaltsam versucht hatten, die Proteste zu verhindern, spaltete sich die politische Fรผhrung des Landes. In Bengasi รผbernahmen bewaffnete Oppositionelle die Kontrolle. Nach einem koordinierten militรคrischen Eingreifen der NATO und einer Reihe arabischer Staaten zur Durchsetzung der mit der UN-Resolution 1973 eingerichteten Flugverbotszone gelang es den in der Libyschen Nationalen Befreiungsarmee zusammengeschlossenen Milizen, die Einheiten der regulรคren Streitkrรคfte Libyens zu besiegen. Die Zahl der Kriegstoten liegt nach Schรคtzungen zwischen 10.000 und 50.000.[51] 2011 gab es in Libyen umfangreiche Missionen des Internationalen Komitee vom Blauen Schild (Association of the National Committees of the Blue Shield, ANCBS) mit Sitz in Den Haag zum Schutz und Sicherung der vom Bรผrgerkrieg, den Unruhen und von Diebstahl bedrohten Kulturgรผter (Museen, Archive, Ausgrabungsstรคtten, Denkmรคler, Bauten etc.), denn in vielen Fรคllen versuchen die verfeindeten Konfliktparteien bewusst, das kulturelle Erbe und Gedรคchtnis des Gegners (begรผnstigt durch den Zusammenbruch staatlicher Strukturen) zu zerstรถren bzw. wirtschaftlich zu verwerten.[52] Dabei wurden auch โ€žNo Strikeโ€œ-Listen mit solchen Kulturgรผtern erstellt, die vor Luftschlรคgen schรผtzen sollen.[53]

2014 formierten sich die verschiedenen Milizen um zwei konkurrierende politische Allianzen unter dem Kรผrzel โ€žWรผrdeโ€œ und โ€žMorgendรคmmerungโ€œ, die seit Mai 2014 einen neuen Bรผrgerkrieg austragen. Seit Mรคrz 2015 sollen beide Allianzen nach Wunsch der United Nations Support Mission in Libya eine neue gemeinsame Regierung bilden.

Entwicklung seit 2011 und neuer Bรผrgerkrieg

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Krieg in Libyen

Nach dem Krieg und der internationalen Militรคrintervention wurde das Land von Kรคmpfen rivalisierender Milizen erschรผttert. Zunรคchst schien der demokratische Prozess in Libyen voranzukommen, denn 2012 wurden die ersten fairen und freien Wahlen der Geschichte Libyens abgehalten. Bei dieser Wahl zum libyschen Nationalkongress 2012 wurde die weltliche und sรคkulare Allianz der Nationalen Krรคfte (ANK) mit Abstand stรคrkste Partei. Der konkurrierenden islamistischen Partei fรผr Gerechtigkeit und Aufbau gelang es jedoch, eine parlamentarische Mehrheit gegen die ANK zu bilden. In der Folgezeit waren die islamistisch geprรคgten Regierungen weder in der Lage noch anscheinend willens, die unabhรคngigen Milizen in Libyen aufzulรถsen oder in den Staat zu integrieren. Terroristische Gruppierungen und Milizen wie Ansar al-Scharia (Libyen) (welche fรผr den Mord an US-Botschafter J. Christopher Stevens verantwortlich gemacht wird) konnten sich frei im neuen Libyen bewegen. Unter der Prรคsidentschaft Nuri Busahmeins eskalierte die Lage endgรผltig, als der neue Staatschef Libyens die Regierung bei der Bekรคmpfung von unabhรคngigen Milizen nicht unterstรผtzte, sondern mit dem โ€žOperationsraum Libyscher Revolutionรคreโ€œ seine eigene islamistische Privatarmee grรผndete und fรถrderte.

Als sowohl freie Milizen als auch radikal-islamistische Milizen in Libyen freie Hand hatten und die islamistisch geprรคgten Regierungen diesen Zustand nicht beenden wollten oder konnten, rief dies das weltliche Lager auf den Plan, das von diesen Zustรคnden genug hatte. Unter General Chalifa Haftar bildete sich eine weltlich geprรคgte Allianz โ€žWรผrdeโ€œ, welche im Mai 2014 durch einen Militรคrputsch versuchte, die Macht im Land an sich zu reiรŸen. Im Gegensatz zum Militรคrputsch in ร„gypten 2013 scheiterte dieser, da die Muslimbrรผder ein solches Vorgehen erwartet und ihrerseits ihre eigenen Milizen gegrรผndet hatten. Die in den beginnenden Kriegswirren im Juni 2014 durchgefรผhrte Parlamentswahl in Libyen 2014 sollte den beginnenden Bรผrgerkrieg abwenden und weiter den demokratischen Prozess fรถrdern. Nachdem die Krรคfte um Haftar die Wahlen bei einer Wahlbeteiligung von 18ย % gewonnen hatten, putschte sich in Tripolis das islamistische Lager unter dem Namen โ€žMorgenrรถteโ€œ zurรผck an die Macht und vertrieb die neue offizielle Regierung in den Osten des Landes.

In diesem Bรผrgerkrieg kรคmpfen die beiden Allianzen โ€žWรผrdeโ€œ (welche die offizielle Regierung stellt) und โ€žMorgenrรถteโ€œ sowie die Terrororganisation โ€žISโ€œ um die Macht im Land. Er geht einher mit einem dramatischen Anstieg der Flรผchtlingszahlen und mit schweren Menschenrechtsverletzungen. Die Vereinten Nationen sahen Libyen 2015 kurz vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch.[54] US-Prรคsident Barack Obama nannte in einem Interview am 11. April 2016 die Tatsache, dass die Vereinigten Staaten und ihre Verbรผndeten es versรคumt hรคtten, fรผr stabile Verhรคltnisse und eine geordnete Regierung in Libyen nach dem Sturz des Gaddafi-Regimes zu sorgen, den insgesamt โ€žgrรถรŸten Fehlerโ€œ seiner achtjรคhrigen Amtszeit 2009โ€“2017.[55]

Nach der Eroberung der Hauptstadt Tripolis setzte die Gegenregierung den Allgemeinen Nationalkongress wieder als Parlament ein. Der international anerkannte Abgeordnetenrat floh daraufhin nach Tobruk. Da die Armeen und Milizen beider Regierungen durch den fortlaufenden Bรผrgerkrieg geschwรคcht sind, gelang es Ablegern der Terrororganisation IS, Teile des Landes wie Sirte oder Darna unter ihre Kontrolle zu bringen.[56] Der โ€žISโ€œ rief ein Emirat aus, das dem selbsternannten โ€žKalifenโ€œ Abลซ Bakr al-Baghdฤdฤซ die Treue schwor.[57] Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen strebt an, dass beide Regierungen eine Einheitsregierung bilden, die den Bรผrgerkrieg beendet, das Land stabilisiert und die Terrororganisation IS bekรคmpft.

Seit Juni 2015 finden Friedensverhandlungen im marokkanischen Skhirat und Berlin zwischen den Vertretern der beiden libyschen Blรถcke unter Vermittlung der โ€ž5+5โ€œ-Gruppe statt. Die โ€ž5+5โ€œ-Gruppe setzt sich aus Vertretern der fรผnf UN-Vetomรคchte, sowie Deutschland, Spanien, Italien, der EU und den Vereinten Nationen zusammen. Auf Seiten der libyschen Delegationen nehmen Vertreter der beiden Regierungen sowie der beiden Parlamente, unabhรคngige Gruppen und Milizen sowie Vertreter der Stadt Misrata teil.[58][59][60] In Berlin begannen am 10. Juni 2015 Verhandlungen รผber die Zukunft Libyens im Auswรคrtigen Amt nach Einladung des deutschen AuรŸenministers Frank-Walter Steinmeier.[58] Am 6. Dezember 2015 wurde รผberraschend ein Abkommen geschlossen, das zur Bildung einer Einheitsregierung fรผhren soll.[61][62]

2016 wurde eine Offensive zur Rรผckeroberung der vom Islamischen Staat besetzten Gebiete um die Stadt Sirte gestartet. Noch im selben Jahr stรผrmten militรคrische Krรคfte, die dem Kommando von Chalifa al-Ghweil unterstanden, das Gebรคude des Hohen Staatsrats, woraufhin es zu Kรคmpfen zwischen Anhรคngern von al-Ghweil und as-Sarradsch kam.

Am 23. Oktober 2020 einigten sich die Konfliktparteien auf einen Waffenstillstand, wodurch der Krieg in Libyen beendet wurde. Am 10. Mรคrz 2021 wurde eine รœbergangsregierung gebildet, die bis zu den Wahlen im Dezember 2021 bestehen sollte.

Am 23. Dezember 2021 beschloss Libyens Nationale Wahlkommission, den fรผr den 24. Dezember angesetzten ersten Wahlgang der Prรคsidentschaftswahlen nach Rรผcksprache mit dem Parlament zu verschieben.[63]

Am 10. Februar 2022 wurde Fathi Baschagha vom in Tobruk ansรคssigen Abgeordnetenrat zum Interimspremier ernannt.[64] Der in Tripolis ansรคssige Abdul Hamid Dbeiba, Chef der am 10. Mรคrz 2021 als Nachfolger der Regierung der Nationalen รœbereinkunft ernannten Regierung der nationalen Einheit, erkennt Baschagha aber als Regierungschef nicht an und weigert sich, zurรผckzutreten.[2][65]

Im Jahr 2023 hielten die bewaffneten Auseinandersetzungen in Libyen an.[66] Nach einem Bericht des OHCHR waren an den Kรคmpfen neben Libyern auch Sรถldner aus dem Tschad, Russland, dem Sudan, Syrien und anderen Lรคndern beteiligt. Der Bericht wirft allen Kriegsparteien schwere Menschenrechtsverletzungen vor. Bei der Zurรผckweisung von Migranten kommt es regelmรครŸig zu Menschenhandel und Geiselnahmen und Folterungen von Flรผchtlingen, daran sind auch die beiden verfeindeten Teile der Streitkrรคfte Libyens unter Abdul Hamid Dbeiba und Chalifa Haftar beteiligt. Der Bericht konstatiert ferner Einschrรคnkungen der Meinungs- und Versammlungsfreiheit, massive Gewalt gegen Frauen, interne Vertreibungen und warnt vor einer zunehmenden Einschrรคnkung des รถffentlichen Raums durch konservative, salafistische Krรคfte.[67]

Die im Sรผden und Westen des Landes lebenden Tuareg[68], von denen viele nicht eingebรผrgert sind[69], nutzten den Fall des Gaddafi-Regimes, um sich zu bewaffnen und griffen in den Aufstand in Mali[70] und in die innerlibyschen Konflikte mit den Tubu[71] ein.

Politik

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Politisches System

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Die politische Situation ist seit dem Sturz des Gaddafi-Regimes unรผbersichtlich. Aktuell gibt es zwei konkurrierende Regierungen, die sich die Kontrolle รผber das Land teilen. Der Westen wird von der 2021 im Rahmen des Berliner Prozesses[72] eingesetzten, international anerkannten Regierung der Nationalen Einheit (GNU) kontrolliert. Der Osten wird von der durch das Parlament und General Haftar unterstรผtzen Gegenregierung kontrolliert, die zunehmend eigene staatliche Strukturen aufbaut.[73]

Ein Resultat zahlreicher Versรถhnungsprozesse ist eine unรผbersichtliche Lage von politischen Institutionen, die unterschiedliche Legitimationen anbringen. So wurden seit dem Sturz Gaddafis mehrere Wahlen abgehalten. Aus diesen entwickelten sich unterschiedliche Institutionen: Der bereits 2012 gewรคhlte Allgemeine Nationalkongress wurde nach der Parlamentswahl im Juni 2014 in eine Art zweite Kammer umgewandelt und firmiert nun als Hoher Staatsrat. Das 2014 gewรคhlte Parlament hat inzwischen seinen Sitz aus Tripoli verlegt, unterstรผtzt die Ost-Regierung und tritt meist in Benghazi zusammen. Im 2015 erreichten Libyan Political Agreement (LPA) wurde zudem der Prรคsidentschaftsrat geschaffen, der die Funktion eines Staatsoberhaupts รผbernimmt.[74] Zudem wurde im Zuge des Berliner Prozesse das Libysche Forum fรผr politischen Dialog (LFPD) geschaffen, dessen Bedeutung seit dem Scheitern der fรผr 2021 geplanten Wahl jedoch stark zurรผckgegangen ist.[75]

Entstehung seit Ende des Gaddafi Regimes

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Als oberstes Organ des Staates hat der Allgemeine Nationalkongress im August 2012 den am 27. Februar 2011 von Aufstรคndischen gegrรผndeten Nationalen รœbergangsrat (arabisch ุงู„ู…ุฌู„ุณ ุงู„ูˆุทู†ูŠ ุงู„ุงู†ุชู‚ุงู„ูŠ, DMG al-maวงlis al-waแนญanฤซ al-intiqฤlฤซ) abgelรถst. Seit dem Sturz des langjรคhrigen Machthabers Muammar al-Gaddafi stehen weite Teile des Landes unter Kontrolle von Milizen, die sich nicht dem Nationalen รœbergangsrat unterstellten.

Noch im August 2011 wurden Wahlen zum Allgemeinen Nationalkongress angekรผndigt, die vom 18. Juni bis 5. Juli 2012 stattfanden. Fรผr die 200 Sitze haben sich 2.501 Kandidaten beworben.[76] Im Anschluss daran wurde Mohammed Yusef el-Megarief zum Prรคsidenten gewรคhlt.[77] Am 13. September 2012 wurde Mustafa Abu Schagur zum Ministerprรคsidenten gewรคhlt.[78]

Laut dem am 29. Januar 2012 in Tripolis beschlossenen Wahlgesetz zur verfassungsgebenden Versammlung sollten 136 der Sitze an Kandidaten politischer Parteien und 64 Sitze an unabhรคngige Kandidaten vergeben werden. Bei der Wahl zum libyschen Nationalkongress 2012 sind ca. 60ย % der Stimmen mit 120 von 200 an unabhรคngige Kandidaten vergeben worden und nicht an Parteilisten.

Dabei wurden mehrere politische Parteien gegrรผndet. Allerdings durften diese kein Geld aus dem Ausland annehmen.[79] Ebenfalls war es ehemaligen Gaddafi-Anhรคngern verboten, an der Kandidatur teilzunehmen.[80] Ein am 3. Mai in Kraft getretenes Gesetz verbot die Grรผndung religiรถser Parteien.[81]

Bei der Wahl Ende Juni 2014 waren nur unabhรคngige Kandidaten und keine Parteilisten mehr erlaubt, um politische Machtkรคmpfe in Zukunft zu verhindern. Dadurch erhoffen sich viele Libyer, dass dies ein weiterer Schritt zur Demokratisierung des Landes ist. Das neue 200-kรถpfige Parlament, der Abgeordnetenrat, รผbernahm am 4. August 2014 die Legislativrechte.[82]

Die in Libyen unter Gaddafi existierende Wehrpflicht fรผr Frauen und Mรคnner im Alter zwischen 18 und 35 Jahren ist faktisch abgeschafft. Die neue รœbergangs-Regierung hat noch keine Regelung zur Wehrpflicht erlassen.

Rechtssystem

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Seit dem Ende des Bรผrgerkrieges befindet sich Libyens Rechtssystem in einem unklaren Zustand; seit 1978 hatte Libyen keine Verfassung mehr, eine neue muss erst noch beschlossen werden. Beim Aufbau eines Rechtssystems und einer rechtsstaatlichen Verwaltung soll die UNO-Mission UNSMIL Hilfe leisten. Der Aufbau eines neuen, allgemein anerkannten Justizwesens zieht sich hin. In Gefรคngnissen, รผberwiegend jenen, die sich nicht unter der Kontrolle des รœbergangsrats befinden, wird wieder gefoltert.[83] Das bis zum Bรผrgerkrieg geltende Zivilgesetzbuch folgte dem รคgyptischen und war daher wie dieses von der franzรถsischen Rechtsordnung geprรคgt.

Die Rechtsgrundlage der libyschen Verfassung war der Koran (Artikel 2). Im Personen-, Familien- und Erbrecht (Gesetz von 1984) sowie seit 1994 auch im Strafrecht galt das islamische Recht (Scharia). Seit 1973 war Homosexualitรคt strafbar (Gesetz Nr. 70/1973). Zinฤ (Ehebruch und Unzucht) wurde nach Gesetz Nr. 70/1973 mit 100 Stockhieben bestraft; Verleumdung wegen Unzucht/Ehebruch (qadhf) war ebenfalls strafbar. Als Grund wurde die Eindรคmmung von Prostitution genannt.[84]

Nach Aussage eines Verteidigers in Bengasi im Februar 2012 hatten die Milizen zu viel Macht. Von 50 Angeklagten wegen โ€žHochverrats gegen die Revolutionโ€œ konnten nur drei bei der Anhรถrung persรถnlich Stellung nehmen. Bei den restlichen 47 weigerte sich die Miliz, sie in den Gerichtssaal zu bringen; als Grund wurden โ€žSicherheitsproblemeโ€œ genannt. Auch Folterungen von Angeklagten sind bekannt geworden.[85]

Im Dezember 2013 stimmte die Nationalversammlung Libyens fรผr die Einfรผhrung der Scharia.[86]

Politische Indizes

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Von Nichtregierungsorganisationen herausgegebene politische Indizes
Name des Index Indexwert Weltweiter Rang Interpretationshilfe Jahr
Fragile States Index 96,5 von 120 16 von 179 Stabilitรคt des Landes: Alarm
0 = sehr nachhaltig / 120 = sehr alarmierend
Rang: 1 = fragilstes Land / 179 = stabilstes Land
2024[87]
Demokratieindex 2,31 von 10 140 von 167 Autoritรคres Regime
0 = autoritรคres Regime / 10 = vollstรคndige Demokratie
2024[88]
Freedom in the World Index 9 von 100 โ€” Freiheitsstatus: unfrei
0 = unfrei / 100 = frei
2024[89]
Rangliste der Pressefreiheit 40,6 von 100 143 von 180 Schwierige Lage fรผr die Pressefreiheit
100 = gute Lage / 0 = sehr ernste Lage
2024[90]
Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) 13 von 100 173 von 181 0 = sehr korrupt / 100 = sehr sauber 2024[91]

Menschenrechte โ€“ Allgemein

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Viele Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International berichten, dass auch unter den neuen Behรถrden, die nach dem Bรผrgerkrieg in Libyen an die Macht gelangten, die Menschenrechte in Libyen stark eingeschrรคnkt sind. Durch Folter sollen mindestens zwรถlf Gaddafi-Anhรคnger getรถtet worden sein.[92] Menschen mit schwarzer Hautfarbe werden diskriminiert, da diese oft pauschal als Sรถldner Gaddafis denunziert werden.[93] In der Stadt Sabha kam es zu gewalttรคtigen Ausschreitungen gegenรผber den Tubu. Es sollen bereits Dutzende Menschen gestorben sein.[94] Auch die Organisation Open Doors erklรคrte, dass inzwischen in Libyen Christen verfolgt werden. Andere als islamische religiรถse Versammlungen sind verboten. 2011 wurden mehrere Christen aufgrund ihres Glaubens inhaftiert.[95] Es kam zu รœbergriffen von Salafisten auf christliche Kopten. So wurden Anfang 2013 in Bengasi 100 Christen verschleppt und misshandelt.[96]

Schรคtzungen zufolge wurden landesweit mehr als 6.000 Menschen verhaftet, (Stand 2012) ohne offizielle Anklage oder Aussicht auf einen Prozess.[97] In den Internierungszentren der Stadt Misrata, die nicht dem Nationalen รœbergangsrat, sondern der dortigen Revolutionsbrigade unterstanden, wurden Gefangene gefoltert. Die Hilfsorganisation ร„rzte ohne Grenzen stellte bei insgesamt 115 Gefangenen Verletzungen durch Folter fest.[98] Die Folterverhรถre, von denen einige tรถdlich verliefen, wurden vom militรคrischen Geheimdienst NASS gefรผhrt. Die Behรถrden vor Ort ignorierten die Forderungen der Hilfsorganisation nach einem Ende der Folter. Nach Bekanntwerden des Foltertods des ehemaligen libyschen Botschafters in Frankreich in Sintan erklรคrte Justizminister Ali Hamida Aschur, die Verantwortlichen wรผrden vor Gericht gestellt; die von Folter-Vorwรผrfen betroffenen Gefรคngnisse befรคnden sich รผberwiegend nicht unter der Kontrolle des รœbergangsrates.[83][99]

Im Jahr 2021 werden nach Angaben der Stiftung Wissenschaft und Politik, die Kontakte nach Libyen unterhรคlt, offiziell 4000 Flรผchtlinge in libyschen Migrationsgefรคngnissen, wo gefoltert, vergewaltigt und hingerichtet wurde, festgehalten. Daneben wรผrden Menschenhรคndler noch zahlreiche illegale Gefรคngnisse betreiben.[100]

Menschenrechte โ€“ Flรผchtlinge

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Libyen gilt als Transitland vieler afrikanischer Flรผchtlinge und Migranten nach Europa. So sollen sich im Land mehrere Hunderttausend Menschen aus anderen afrikanischen Staaten aufhalten, die Verbrechen wie Mord, Kรถrperverletzungen und Vergewaltigungen[101] und Sklaverei[102] ausgesetzt sind[103] und oftmals in Konzentrationslagern รคhnlichen Unterkรผnften gefangen gehalten werden.[104] Die Situation in libyschen Flรผchtlingslagern wird in den Medien als katastrophal dargestellt.[105][106][107] Es gibt in Libyen zwรถlf Ausschiffungsorte fรผr auf See Aufgegriffene, an denen die Menschen vom UNHCR versorgt werden.[108]

Nach Angaben des UNHCR sind (Stand 2023) etwa 300.000 Menschen in Libyen auf humanitรคre Hilfe angewiesen.[109] Die Hรคlfte davon kommt aus Libyen, die andere Hรคlfte sind Menschen, die Libyen als Transitland erreichten. Im Land selbst befinden sich 245.000 Menschen auf der Flucht. Etwa 42.500 Flรผchtlinge und Asylsuchende sind beim UNHCR registriert.[110]

Die Europรคische Union setzt sich mittels des European Union Emergency Trust Fund for Africa gemeinsam mit IOM und UNHCR fรผr eine Reintegration von Flรผchtlingen ein, und dies in Libyen, entlang der zentralen Mittelmeerroute und in ร„thiopien.[111] Nach UNHCR-Angaben waren in Libyen im Oktober 2017 insgesamt 43.113 Flรผchtlinge und Asylsuchende vom UNHCR registriert.[112]

AuรŸenpolitik

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Libyen ist Mitglied der Vereinten Nationen (UN), der Afrikanischen Union (AU), der Organisation Erdรถl exportierender Lรคnder (OPEC), der Organisation arabischer Erdรถl exportierender Lรคnder (OAPEC), der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) und der Arabischen Liga, der Bewegung der Blockfreien Staaten sowie der Gemeinschaft der Sahel-Saharanischen Staaten SAD-CEN.

In den 25 Jahren zwischen 1969 und 1994 gingen von Libyen zahlreiche Vereinigungsversuche mit arabischen und afrikanischen Staaten aus.

Eine Reihe von Staaten, beispielsweise der GroรŸteil der westeuropรคischen Staaten, Australien, Kanada, Jordanien und die Vereinigten Arabischen Emirate erkannten den รœbergangsrat als einzige legitime Vertretung des libyschen Volkes an und entsandten diplomatische Vertreter nach Bengasi. Die USA beorderten bisher nur einen stรคndigen Vertreter nach Bengasi, die Europรคische Union erรถffnete dort ein Verbindungsbรผro und die Arabische Liga nahm Gesprรคche mit dem รœbergangsrat auf.

Am 3. August 2011 gab die US-Regierung bekannt, eine Botschaft des libyschen รœbergangsrates in Washington D.C. einzurichten. Ferner gibt es Planungen, dass den Aufstรคndischen 13 Millionen US-Dollar von gesperrten Konten der bisherigen libyschen Fรผhrung zur Verfรผgung gestellt werden. Zuvor war im Mรคrz 2011 die Botschaft Libyens geschlossen worden.[113] Auch das Vereinigte Kรถnigreich hatte die diplomatischen Vertreter Libyens ausgewiesen. Die Afrikanische Union, deren wichtigster Grรผnder und Spender Gaddafi war, hat eine gemeinsame Anerkennung des Rates zunรคchst zurรผckgewiesen, auch wenn die Mehrzahl dessen Mitglieder die Anerkennung bereits offiziell vollzogen hat.[114] Als Nachfolger des geflohenen libyschen Botschafters in Deutschland, Dschamal al-Barag, nominierte der Nationale รœbergangsrat Ali Masednah Idris el-Kothany, der bis dahin als Arzt in Hof (Saale) gelebt hatte.[115]

Am 16. September 2011 entschied die UN-Vollversammlung, dass von nun an der Nationale รœbergangsrat Libyen bei den Vereinten Nationen vertritt.[116]

Beziehungen zu afrikanischen Staaten

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Libyen unterstรผtzte seit der Revolution von 1969 afrikanische Unabhรคngigkeitsbewegungen, beispielsweise in den damaligen portugiesischen Kolonien Angola und Guinea-Bissau gegen das diktatorische Estado Novo Regime. Auch unterhรคlt Libyen zu fast allen afrikanischen Staaten gute Beziehungen, in so gut wie allen Hauptstรคdten existieren Botschaften[117] und es unterstรผtzt viele Regierungen sehr armer Lรคnder mit Budgethilfen, aber auch mit sozialen und technologischen Projekten, zum Beispiel einem panafrikanischen Satelliten.[118] Gaddafi propagierte stets eine inter-afrikanische (wie auch inter-arabische) Solidaritรคt, so wurde schon die frรผhere Organisation fรผr Afrikanische Einheit politisch und finanziell unterstรผtzt. Aufgrund ihrer politischen Erfolglosigkeit regte Gaddafi die Grรผndung der Afrikanischen Union an, was 2002 umgesetzt wurde. Libyen finanzierte viele Institutionen der AU und Gaddafi wurde 2009 zu deren Prรคsidenten gewรคhlt. Der Grรผndungsvertrag orientiert sich an der EU, so enthรคlt dieser auch Erklรคrungen zur Einhaltung der Menschenrechte und zur Souverรคnitรคt der Mitgliedsstaaten. Diese beiden Ansprรผche konnten jedoch schon lange vorher nicht immer miteinander in Einklang gebracht werden, beispielsweise daran zu sehen, dass Libyen unter Gaddafi notorisch Menschenrechte verletzte. Andererseits unterstรผtzte Libyen Regimegegner im benachbarten Tschad im Jahr 1983, jedoch erfolglos, da franzรถsische Fremdenlegionรคre dem Diktator Hissรจne Habrรฉ halfen (dessen Regierungszeit von erheblichen Menschenrechtsverletzungen geprรคgt war) und die libyschen Truppen aus fast allen besetzten Gebieten vertrieben. Auch wurde die Polisario, deren beanspruchtes Gebiet, die Westsahara, vรถlkerrechtswidrig von Marokko besetzt ist, von Libyen politisch unterstรผtzt.

In Libyen erhielten Angehรถrige anderer afrikanischer Staaten recht problemlos eine Aufenthaltsgenehmigung, so dass der Anteil an Gastarbeitern relativ hoch war. Im September 2000 kam es allerdings zu Pogromen libyscher Arbeitsloser gegen afrikanische Gastarbeiter. Daraufhin wurden im folgenden Januar 331 mutmaรŸliche Tรคter angeklagt.[119] ร„hnliche Pogrome gab es auch zu Beginn des Bรผrgerkrieges 2011, da Gaddafi nachweislich fremde Sรถldner aus vielen afrikanischen Staaten anheuerte, um den Aufstand niederzuschlagen.

Seit dem Sturz Gaddafis 2011 setzte eine leichte Abkรผhlung der Beziehungen zu den afrikanischen Staaten ein, da die neue Regierung Gaddafis Prestigeprojekt, der AU, nicht lรคnger als bedeutender Geldgeber zur Verfรผgung steht. Auch wenn die Mehrzahl der afrikanischen Staaten den Nationalen รœbergangsrat bereits als legitime รœbergangsregierung anerkannt hatte, lehnte die AU es ab, den NTC offiziell anzuerkennen.

Beziehungen zu westlichen Staaten

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Das von Libyens AuรŸenpolitik รผber Jahrzehnte vertretene Streben nach arabischer Einheit stand in Zusammenhang mit einer ausgeprรคgten und aggressiven Feindschaft zu Israel und zu den USA, denen von den arabischen Staaten Hegemonialansprรผche vorgeworfen werden. Gaddafi versuchte, auch andere afrikanische Regierungen zu einer ablehnenden Haltung gegenรผber Israel zu bringen, was ihm in den 80er Jahren teilweise auch gelang. Auch wegen der Unterstรผtzung Libyens fรผr antiisraelische und antiamerikanische Terrorgruppen verschlechterte sich das Verhรคltnis zu den USA.

Nach der Versenkung zweier libyscher Kriegsschiffe durch die US-Marine in der Operation Attain Document im Mรคrz 1986 und dem im Gegenzug von libyscher Seite organisierten Bombenanschlag auf die Berliner Diskothek La Belle am 5. April 1986 bombardierte die US-amerikanische Luftwaffe in der Nacht vom 14. zum 15. April 1986 in der Operation El Dorado Canyon die beiden grรถรŸten libyschen Stรคdte Tripolis und Bengasi. Nach umstrittenen Angaben der libyschen Regierung soll dabei Gaddafis Adoptivtochter Hana ums Leben gekommen sein, es wird jedoch vermutet, dass diese noch lebt.[120][121]

Nach dem als Vergeltung fรผr diese Luftschlรคge vonseiten Libyens verรผbten Lockerbie-Anschlag auf eine US-amerikanische Passagiermaschine im Dezember 1988 und der libyschen Weigerung, die beiden tatverdรคchtigen Geheimdienstagenten an die britische Justiz auszuliefern, verhรคngte der UN-Sicherheitsrat 1993 eine Reihe von Sanktionen gegen das Land, die erst nach dem Einlenken Gaddafis und der รœberstellung der beiden Tatverdรคchtigen an den Internationalen Strafgerichtshof im Jahr 1999 wieder gelockert wurden.

In allen Fรคllen, in denen Libyen terroristische Anschlรคge zur Last gelegt wurden, tauchten erhebliche Zweifel an seiner Tรคterschaft auf. Im Fall der Diskothek La Belle deuteten Ermittlungsergebnisse auf eine Beteiligung Syriens hin, wie die West-Berliner Polizei und das State Departement 1988 mitteilten.[122][123] In den Fรคllen Lockerbie[124] und UTA-Flug 772[125] gibt es ebenfalls Hinweise auf eine Tรคterschaft Syriens, Irans oder der palรคstinensischen PFLP-GC. Libyen wurde danach belastet, weil die USA, das Vereinigte Kรถnigreich und Frankreich eine Konfrontation mit diesen beiden Staaten vor dem Zweiten Golfkrieg scheuten.[126]

Im Zweiten Golfkrieg 1990 stellte sich Libyen auf die Seite des Irak.

Im August 2000 vermittelte Libyen bei islamischen Terroristen auf den Philippinen die Freilassung gefangener westlicher Geiseln.

Nach den Terroranschlรคgen am 11. September 2001 verurteilte Gaddafi die Gewaltakte und akzeptierte ausdrรผcklich das US-amerikanische Recht auf Selbstverteidigung.

Nach weiteren Eingestรคndnissen und Entschรคdigungszahlungen fรผr die Angehรถrigen der Lockerbie-Opfer sowie der Opfer eines weiteren Bombenanschlags auf ein franzรถsisches Verkehrsflugzeug im September 1989 (UTA-Flug 772) wurden die EmbargomaรŸnahmen im September 2003 vollstรคndig aufgehoben. AuรŸerdem erklรคrte sich die libysche Regierung zu Entschรคdigungszahlungen fรผr die Opfer des Bombenanschlags auf die Berliner Diskothek La Belle bereit.

Gaddafi versuchte wiederholt, in den Besitz von ABC-Waffen zu gelangen. 1989 deckte die New York Times auf, dass eine westdeutsche Firma in Libyen eine Anlage zur Produktion von Senfgas baute.,[127] Unter dem Deckmantel des linksalternativen รถsterreichischen โ€žMOZโ€œ-Verlags, den Gaddafi seit 1984 finanzierte, kauften libysche Geschรคftsleute in ร–sterreich groรŸe Mengen von Chemikalien, die fรผr die Giftgasproduktion verwendbar waren.[128] Bei Beginn des Bรผrgerkrieges 2011 befanden sich immer noch erhebliche Mengen Senfgas in libyschen Arsenalen.[129] Seit Mitte der 1990er Jahre versuchte Gaddafi auch, in den Besitz von Atomwaffentechnologie zu gelangen. Unterstรผtzt wurde er dabei von Abdul Kadir Khan, dem โ€žVater des pakistanischen Atomprogrammsโ€œ. Im Oktober 2003 wurde ein nach Libyen fahrendes deutsches Schiff, die โ€žBBC Chinaโ€œ[130] aufgebracht. An Bord befand sich nukleare Technologie, unter anderem 1000 Zentrifugen zur Urananreicherung.[131][132] Im Dezember 2003 erklรคrte Gaddafi daraufhin den Verzicht Libyens auf Massenvernichtungswaffen und lieรŸ Anfang 2004 zahlreiche Komponenten fรผr chemische Waffen vernichten. Am 10. Mรคrz 2004 unterzeichnete Libyen auรŸerdem das sogenannte Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag und rรคumte damit der Internationalen Atomenergie-Organisation umfassende Kontrollmรถglichkeiten der Nuklearanlagen des Landes ein, woraufhin Frankreich, GroรŸbritannien und im Mai 2006 auch die Vereinigten Staaten wieder diplomatische Beziehungen mit Libyen aufnahmen und es fortan nicht mehr der Gruppe der sogenannten Schurkenstaaten zuordneten.[133] Stattdessen wurde Libyen in der Folgezeit ein begehrter Partner bei der Bekรคmpfung illegaler Einwanderung vor allem nach Italien, was auch ein Drรคngen der europรคischen Staaten auf Aufhebung des Waffenembargos gegen Libyen nach sich zog.

Am 17. Juli 2007 endete der international kritisierte, teilweise als politisch angesehene HIV-Prozess in Libyen gegen fรผnf bulgarische Krankenschwestern und einen palรคstinensischen Arzt nach sieben Jahren mit der Ausreise der Angeklagten in ihre Heimatlรคnder. 2008 kam es nach der Verhaftung von Gaddafis Sohn Hannibal im Kanton Genf zu einer diplomatischen Verstimmung zwischen Libyen und der Schweiz, in dessen Verlauf Gaddafi der Schweiz den Dschihad erklรคrte.

Seit dem Sturz Gaddafis beginnt unter der รœbergangsregierung eine auรŸenpolitische ร–ffnung des Landes, insbesondere gegenรผber den westlichen Staaten, da diese beim Sturz des Regimes geholfen hatten.

Militรคr und Polizei

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Libysche Su-22M-3K

Die Streitkrรคfte Libyens bestanden 2010 aus rund 119.000 Mann, wobei das Heer 50.000, die Luftwaffe 18.000 und die Marine 8.000 Mann unterhielt. 25.000 Soldaten waren zu dem Zeitpunkt Wehrpflichtige. Als Reserve dienten 40.000 Mann als Volksmiliz.[134][135] รœber den Einsatz entschied der Volksausschuss fรผr Verteidigung. 3.000 Mann gehรถrten der paramilitรคrischen Revolutionsgarde (Libysche Revolutionsgarde) an, die direkt Revolutionsfรผhrer Muammar al-Gaddafi unterstellt waren.

Die Luftschlรคge der internationalen Koalition im Jahr 2011 zerstรถrten groรŸe Teile der Marine und der Luftwaffe sowie der gepanzerten Bodenfahrzeuge Libyens. Die instabile Sicherheitslage wรคhrend des Bรผrgerkrieges fรผhrte auรŸerdem dazu, dass der GroรŸteil der Bevรถlkerung Waffen trug.

Seit dem Ende des Bรผrgerkrieges stehen weite Teile des Landes unter der Kontrolle von Revolutionsbrigaden, die sich nicht dem Nationalen รœbergangsrat unterstellen. Der neue Verteidigungsminister Usama al-Dschuwaili will diese Einheiten in die regulรคren libyschen Streitkrรคfte, die Polizei und andere Einrichtungen der neuen Regierung integrieren.[136] Der Vorsitzende des Nationalen รœbergangsrats, Mustafa Abdul Dschalil, hofft, dass bis Anfang April 2012 70โ€“80ย % der Revolutionรคre integriert sein werden.[137] Im November 2011 hatten Vertreter der Brigaden erklรคrt, sie wollten ihre Waffen so lange behalten, bis es eine neue, aus Wahlen hervorgegangene legitime Regierung gebe.[138] Eine weitere Schwierigkeit bei der Integration der Revolutionsbrigaden stellt die desolate Lage bei den Staatsfinanzen dar.[137] 2013 blockierten einige Milizen das AuรŸen- und Justizministerium, da in diesen ehemalige Anhรคnger Gaddafis arbeiten.[139] Die Regierung lenkte daraufhin ein und erlieรŸ ein Gesetz, welches ehemaligen Anhรคngern Gaddafis verbietet, fรผr die Regierung zu arbeiten.[140]

Verwaltungsgliederung

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Dreiteilung Libyens nach dem Zweiten Weltkrieg und wรคhrend der UN-Treuhandverwaltung (1943/47โ€“1951)
Die drei historischen Gouvernements Libyens (1951โ€“1963)

Die klassischen drei Regionen Libyens sind Tripolitanien, Fezzan und Cyrenaika. In dieser Form war Libyen bis 1963 geteilt. 1928 zรคhlten die italienischen Kolonisatoren in Tripolitanien 596.000 und in der Cyrenaika 195.000 Menschen, der Fessan wurde damals teilweise von Frankreich und GroรŸbritannien verwaltet und nicht gesondert gezรคhlt.[141] Nach Angaben von 2004 lebten in Tripolitanien 63,7ย %, in Fezzan 7,8ย % und in der Cyrenaika 28,5ย % der Einwohner des Landes.[142]

Im Jahr 2007 fand die letzte Gebietsreform statt, in der die 32 Schaสฟbiyyat / ุดุนุจูŠุงุช / ลกaสฟbฤซyฤt / โ€šMunizipienโ€˜ (Einzahl: ุดุนุจูŠุฉ, DMG ลกaสฟbฤซya โ€šMunizipโ€˜) durch 22 Schaสฟbiyyat ersetzt wurden.[143][144][145]

NigerTschadSudanร„gyptenAlgerienTunesienMunizip BengasiMunizip al-MardschMunizip al-Dschabal al-AchdarMunizip DarnaMunizip al-ButnanMunizip an-Nuqat al-ChamsMunizip az-ZawiyaMunizip TripolisMunizip al-DschifaraMunizip al-MurgubMunizip MisrataMunizip Wadi al-HayaMunizip SabhaMunizip SurtMunizip NalutMunizip al-Dschabal al-GharbiMunizip Wadi asch-Schati'Munizip al-WahatMunizip GhatMunizip MurzuqMunizip al-KufraMunizip al-Dschufra
Aktuelle Verwaltungsgliederung Libyens (22 schaสฟbiyyat; seit 2007)
Arabischer Name des Munizips Transkribierter Name des Munizips Einwohner 2006[146] Ziffer Hauptort Vorgรคnger
ุงู„ุจุทู†ุงู† al-Butnan 159.536 1 Tobruk identisch
ุฏุฑู†ุฉ Darna 163.351 2 Darna Darna und al-Quba
ุงู„ุฌุจู„ ุงู„ุงุฎุถุฑ al-Dschabal al-Achdar 203.156 3 al-Baida identisch
ุงู„ู…ุฑุฌ al-Mardsch 185.848 4 al-Mardsch identisch
ุจู†ุบุงุฒูŠ Bengasi 670.797 5 Bengasi Bengasi und
al-Hizam al-Achdar
ุงู„ูˆุงุญุงุช al-Wahat 177.047 6 Adschdabiya al-Wahat,
Adschdabiya
Norden von al-Kufra
ุงู„ูƒูุฑุฉ al-Kufra 50.104 7 al-Dschauf Nordstreifen abgetreten
an al-Wahat
ุณุฑุช Surt 141.378 8 Surt Westgebiete abgetreten
an Misrata und al-Dschufra
ู…ุตุฑุงุชุฉ Misrata 550.938 9 Misrata Bani Walid und Misrata
ุงู„ู…ุฑู‚ุจ al-Murgub 432.202 10 al-Chums Tarhuna Wa Msalata
und al-Murgub
ุทุฑุงุจู„ุณ Tripolis 1.065.405 11 Tripolis Munizip Tadschuraโ€™ wa-n-Nawahi al-Arbaสฟ
und Munizip Tripolis
ุงู„ุฌูุงุฑุฉ al-Dschifara 453.198 12 al-โ€™Azฤซziyah
ุงู„ุฒุงูˆูŠุฉ az-Zawiya 290.993 13 az-Zawiya az-Zawiya,
Sabrata wa-Surman
und nรถrdliches Yafran
ุงู„ู†ู‚ุงุท ุงู„ุฎู…ุณ an-Nuqat al-Chams 287.662 14 Zuwara identisch
ุงู„ุฌุจู„ ุงู„ุบุฑุจูŠ al-Dschabal al-Gharbi 304.159 15 Gharyan Mizda, Gharyan
und sรผdliches Yafran
ู†ุงู„ูˆุช Nalut 93.224 16 Nalut Nalut und Ghadames
ุงู„ุฌูุฑุฉ al-Dschufra 52.342 17 Hon Gebietsgewinne von
Surt und Murzuq
ูˆุงุฏูŠ ุงู„ุดุงุทุฆ Wadi asch-Schatiโ€™ 78.532 18 Adiri identisch
ุณุจู‡ุง Sabha 134.162 19 Sabha identisch
ูˆุงุฏูŠ ุงู„ุญูŠุงุฉ Wadi al-Haya 76.858 20 Awbari quasi identisch
ุบุงุช Ghat 23.518 21 Ghat identisch
ู…ุฑุฒู‚ Murzuq 78.621 22 Murzuk Nordostgebiet abgetreten
an al-Dschufra

Wirtschaft

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Entwicklung des realen Bruttoinlandsprodukts pro Kopf ab 1950

Die libysche Wirtschaft war stark geprรคgt von planwirtschaftlichen Elementen mit Importverboten, Preiskontrollen und staatlich kontrollierter Verteilung. Seit der Revolution 1969 wurden sozialpolitische MaรŸnahmen ergriffen; Subventionierung der Grundnahrungsmittel, von Strom, Benzin und Gas, Wohnungsbauprogramme, Erhรถhung der Mindestlรถhne, seit 1973 Beteiligung der Arbeitnehmer an den Unternehmensgewinnen. Seit 1992 wurden allerdings verstaatlichte Immobilien wieder privatisiert. In der Folge dieser sozialpolitischen MaรŸnahmen war Libyen das Land mit dem geringsten Wohlstandsgefรคlle Afrikas. Der Bildungssektor wurde aufgebaut, es besteht Schulpflicht vom 6. bis 15. Lebensjahr, Schulbesuch ist kostenlos.

Ab 2002 verfolgte die libysche Regierung unter Muammar al-Gaddafi einen vorsichtigen Kurs der Liberalisierung, der sich in einem deutlich steigenden Wachstum bemerkbar machte. So lag das reale Wirtschaftswachstum seit 2003 regelmรครŸig รผber 5ย %. 2005 betrug das reale Wachstum 6,3ย %, das vorlรคufige Wachstum 2006 wurde mit 5,6ย % angegeben, fรผr 2007 wurden 9,2ย % geschรคtzt und fรผr 2008 wurden 8,8ย % erwartet. Nicht zuletzt die deutliche Zunahme des ร–lpreises erlaubte es der Regierung, die Reformen zu beschleunigen. Libyen war gegen Ende der Gaddafi-ร„ra das reichste Land Afrikas, seit dem Beginn der Aufstรคnde und des darauf folgenden Bรผrgerkrieges hat sich das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf allerdings halbiert.[147]

ร–l- und Gasvorkommen, Pipelines und Raffinerien

Da das Land รผber reiche Erdรถlvorkommen verfรผgt, entstanden 70ย % des BIP im Jahr 2005 durch Erdรถl und Erdgas. Alle anderen Wirtschaftszweige spielten dementsprechend eine untergeordnete Rolle: Landwirtschaft 2,9ย %, Bergbau 0,8ย %, verarbeitendes Gewerbe 1,4ย %, Elektrizitรคt, Gas, Wasser 0,7ย %, Bau 3,3ย %, Handel, Hotellerie und Gaststรคttengewerbe 5,3ย %, Transport, Lagerhaltung und Kommunikation 3,7ย %, รถffentliche Dienstleistungen 8,6ย %.

Die Arbeitslosenquote wurde 2004 mit 30ย % angegeben. Die Inflationsrate lag 2008 bei 10,4ย %, 2009 bei 2,0ย %.[148] Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen zรคhlt Libyen zu den Lรคndern mit hoher menschlicher Entwicklung.[6]

Nach der libyschen Revolution 2011 und dem Sturz des Gaddafiregimes plante die neu gewรคhlte รœbergangsregierung die Scharia bis 2015 einzufรผhren. Zinsen sollten demnach verboten werden.[149] Am 12. Oktober 2013 entfรผhrten regierungsnahe Milizen im Streit รผber die Verteilung der finanziellen Mittel in Libyen den Premier Ali Seidan.[150]

Imย Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfรคhigkeit eines Landes misst, belegt Libyen Platz 134 von 137 Lรคndern (Stand 2017โ€“2018).[151]

Als Folge des Bรผrgerkriegs kontrollieren Milizen zahlreiche Unternehmen und Wirtschaftssektoren. Zunehmend erwerben Milizfรผhrer Immobilienbesitz. International bedeutsam ist der weitreichende Zugriff des Warlords Chalifa Haftar auf die ร–lquellen und Hรคfen des Landes. Trotz des nur in Teilen funktionierenden รถffentlichen Sektors ist der Staat der wichtigste Arbeitgeber. Rund zwei Drittel der Bevรถlkerung im arbeitsfรคhigen Alter sind bei ihm angestellt. Staatliche Institutionen erzeugen den GroรŸteil der Nachfrage der Volkswirtschaft nach Waren und Dienstleistungen.[152]

Landwirtschaft

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In den wenigen landwirtschaftlich nutzbaren Gegenden an der Kรผste werden vor allem Weizen, Gerste, Gemรผse, Oliven, Mandeln, Zitrusfrรผchte und Datteln angebaut. Trotz der geringen landwirtschaftlichen Nutzflรคche hat Libyens Dattelanbau an der Weltproduktion einen Anteil von 2โ€“5ย %. Auch der Olivenanbau hat an der Weltproduktion einen Anteil von 1โ€“3ย % (Stand 2006). Die Regierung forcierte zudem bereits in den 2000er-Jahren eine Bewรคsserung von Feldern in der Wรผste, die von vielen Umweltgruppen als umweltschรคdlich kritisiert wird.

Industrie

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Libyen hat die grรถรŸten Erdรถlreserven Afrikas. Daher basiert die weitgehend verstaatlichte Wirtschaft Libyens auf den reichen Erdรถl- und Erdgasvorkommen.

Die grรถรŸten Zementfabriken Libyens sind die Werke von LCC und ACC. Nach Beendigung des US-Embargos im Jahr 2004 wurden in Libyen Niederlassungen von ABB, Siemens und von anderen internationalen Firmen wieder geรถffnet. Aufgrund der Erdรถlfรถrderung befinden sich vor allem an den Kรผstengebieten zahlreiche Raffinerien. AuรŸerdem gibt es Textil- und Nahrungsmittelindustrie.

Im August 2013 ging die ร–lfรถrderung in Libyen auf ein geschรคtztes Tief von 300.000 Barrel Erdรถl pro Tag zurรผck.[153]

Finanzwirtschaft

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Ende Mรคrz 2007 wurde in Tripolis die erste Wertpapierbรถrse Libyens, der Libyan Stock Market erรถffnet. Die Regierung privatisierte die staatliche Sahara-Bank und beschloss weitere PrivatisierungsmaรŸnahmen in der Wirtschaft. Um die Abhรคngigkeit vom ร–lexport zu verringern, legte die Regierung bereits 2006 einen Staatsfonds auf um das staatliche Vermรถgen zu diversifizieren. Dieser Fonds ist allgemein als Libyan Investment Authority bekannt.

AuรŸenhandel

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Exporte im Jahr 2010 wurden laut dem CIA Factbook (nach Italien 32ย %, Volksrepublik China 9ย %, Spanien 9ย %, Deutschland 8ย %, und USA 5ย %) in Hรถhe von 41,9 Mrd. US-$ erzielt. Unter dem Markennamen Tamoil betreibt Libyen in Deutschland, Italien und der Schweiz eigene Raffinerien und gleichnamige Tankstellennetze. Die weitere Industrie ist auf den Chemie-, Textil-, Mรถbel- und Baustoffsektor beschrรคnkt.

Eingefรผhrt (aus Italien 16,3ย %, China 10,3ย %, Tรผrkei 10ย %, Frankreich 6,8ย %, Deutschland 6ย %, ร„gypten 6ย %, Republik Korea 6ย % und Tunesien 4ย %) wurden Maschinen, Nahrungsmittel, Eisen und Stahl sowie Kraftfahrzeuge im Gesamtwert von 24,3 Mrd. US-$.

Tourismus

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Zu den Touristenzielen zรคhlen die antiken Stรคdte Leptis Magna, Sabrata und Kyrene, berรผhmte Oasenstรคdte wie Ghadames sowie viele mesolithische Felsmalereien in der sรผdlichen Wรผste.

Aufgrund der prekรคren Sicherheitslage findet gegenwรคrtig (Stand 2025) jedoch kein nennenswerter Fremdenverkehr statt.

Staatshaushalt

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Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 13,7 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 5,8 Mrd. US-Dollar gegenรผber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Hรถhe von 23,8ย % des BIP.[148] Das Haushaltsdefizit war damit in Relation zur Wirtschaftsleistung gesehen das weltweit hรถchste. Libyen verfรผgte im Dezember 2015 noch รผber Devisenreserven in Hรถhe von 70 Milliarden Dollar.[154]

Die Staatsverschuldung betrug 2009 4 Mrd. US-Dollar oder 6,5ย % des BIP.[148]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (inย % des BIP) folgender Bereiche:

Am 30. Januar 2012 warnte der IWF, die Regierungsfinanzen seien in einem โ€žgefรคhrlichenโ€œ Zustand. Im Budget fรผr das Jahr 2012 gibt es ein Defizit von 10 Mrd. US-Dollar, die Regierung hat Schwierigkeiten, die Gehรคlter zu zahlen und Energie-Rechnungen zu begleichen. Laut dem Vorsitzenden des รœbergangsrates betrugen die Einkรผnfte aus dem ร–lgeschรคft in den vorangegangenen fรผnf Monaten nur 5 Mrd. US-Dollar, die Kosten fรผr Gehรคlter und Energie betrรผgen pro Jahr aber 14 Mrd. US-Dollar. Von den durch die Sanktionen eingefrorenen und wieder freigegebenen 100 Mrd. US-Dollar seien erst 6 Mrd. US-Dollar wieder im Land; man arbeite daran, auch den Rest zu erhalten. Gleichzeitig bereite man zusammen mit den lokalen Rรคten die organisatorischen Strukturen vor, damit รถffentliche Angestellte bezahlt werden kรถnnten, sobald das Geld da sei. Man rechne damit, dass dieser Prozess bis zum 17. Februar 2012 abgeschlossen sei.[137]

Am 6. Februar 2012 wurde bekannt, dass mehrere Millionen Dollar aus dem eingefrorenen und mittlerweile wieder freigegebenen Vermรถgen der Familie Gaddafi von korrupten Offiziellen der neuen Regierung gestohlen und in Koffern รผber Hรคfen auรŸer Landes geschmuggelt wurden. Finanzminister Hassan Siglam drohte mit seinem Rรผcktritt, falls die Regierung nicht entweder die Kontrolle รผber die Hรคfen รผbernimmt oder den Rรผckfluss der eingefrorenen Gelder suspendiert.[156]

Infrastruktur

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Infrastruktur Libyens

Verkehr

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Flughafen Tripolis

Libyen verfรผgt รผber Hรคfen in Tobruk (Naturhafen), Tripolis, Bengasi, Misrata, Mersa Brega sowie รผber mehrere Erdรถlverschiffungshรคfen.

Als internationale Flughรคfen gibt es den Tripoli International Airport, den Flughafen Mitiga und den Flughafen Bengasi.

Das Land hat mit etwa 47.600ย km asphaltierten StraรŸen und etwa 35.600ย km Pisten eine fรผr die Region vergleichsweise sehr gute Infrastruktur. Die wichtigste VerbindungsstraรŸe ist die 1822 Kilometer lange KรผstenstraรŸe (Via Balbia), die von der tunesischen Grenze im Westen zur Grenze nach ร„gypten im Osten entlang der gesamten libyschen Mittelmeerkรผste verlรคuft. Gut ausgebaute StraรŸen fรผhren auch ins Landesinnere, unter anderem nach Sabha, dem politischen und wirtschaftlichen Zentrum des Fessans, sowie in abgelegene Oasen wie Adiri, Ghadames, Kufra.[157]

Zwei existierende Schmalspurstrecken in Tripolis und Bengasi wurden 1965 eingestellt. Aktuell wird in Libyen ein vรถllig neues Schienennetz in Normalspur errichtet, das langfristig kรผstennah die Lรผcke im Schienennetz Nordafrikas zwischen Tunesien und ร„gypten schlieรŸen soll. Zunรคchst wird der Abschnitt zwischen Sirte und Bengasi zweigleisig gebaut, auf dem zuerst dieselgetriebene Zรผge verkehren sollen; spรคter soll die Strecke elektrifiziert werden. Die Strecke soll mit ETCS ausgerรผstet werden. Neben der Kรผstenbahn wird eine fast 1.000ย km lange Strecke in Richtung Niger gebaut.

Libyen hatte 2013 weltweit die hรถchste Anzahl an Verkehrstoten in Relation zur Einwohnerzahl.[158]

Bewรคsserung

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Der See Um el-Ma im Erg Ubari

1984 begann Libyen mit der systematischen Fรถrderung der eiszeitlichen SรผรŸwasservorkommen in der Sahara. Mit dem Great-Man-Made-River-Projekt startete das bisher grรถรŸte SรผรŸwasserprojekt der Welt. Damit mรถchte sich das Land nicht nur von Lebensmittelimporten unabhรคngig machen, sondern auch zu einem Agrarexportstaat werden. Laut Gaddafi gibt es zum GMMR-Projekt fรผr die Trinkwasserversorgung der Bevรถlkerung keine Alternative. Fraglich ist jedoch die mittelfristige Kostenentwicklung angesichts der enormen Bau- und Wartungskosten. Unstrittig ist, dass das GMMR-Projekt eine gewaltige Bildungs- und InfrastrukturmaรŸnahme darstellt und Libyens รถkonomische Stabilitรคt nach Versiegen der ร–lquellen gewรคhrleistet, wobei bis heute ungewiss ist, wie groรŸ die unterirdischen SรผรŸwasservorkommen sind und somit die Dauer und das Funktionieren des Projekts. Durch den Sturz Gaddafis und die Machtรผbernahme der Rebellen 2011 ist die Fortfรผhrung dieser Politik nun jedoch fraglich.

Atomprogramm

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In den 1970er Jahren wollte Libyen einen Reaktor von der Sowjetunion kaufen und das Kernkraftwerk Sirt bauen lassen. Die Planungen wurden jedoch gestoppt.

In der Folge arbeitete auch Libyen an der Entwicklung eigener Nuklear(waffen)technik. So gestand Abdul Kadir Khan, der โ€žVater der islamischen Atombombeโ€œ und Chefentwickler des pakistanischen Atomwaffenprogramms, 2004 gegenรผber dem pakistanischen Geheimdienst, in der Vergangenheit auch Libyen mit geheimen Atomwaffenplรคnen versorgt zu haben.[159]

Nachdem der libysche Staatschef Gaddafi im Dezember 2003 den Verzicht des Landes auf Massenvernichtungswaffen erklรคrt hatte, rรคumte Libyen mit der Unterzeichnung des sogenannten Zusatzprotokolls zum Atomwaffensperrvertrag am 10. Mรคrz 2004 der Internationalen Atomenergie-Organisation umfassende Kontrollmรถglichkeiten der Nuklearanlagen des Landes ein.

Im Juli 2007 unterzeichneten Gaddafi und der damalige franzรถsische Staatsprรคsident Nicolas Sarkozy eine Absichtserklรคrung รผber den Bau eines Kernkraftwerks.[160]

Telekommunikation

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Der Telekommunikationssektor untersteht vor allem der 1984 gegrรผndeten staatlichen Gesellschaft General Posts and Telecommunications Company (GPTC), welche noch bis zum Ausbruch des Bรผrgerkrieges von Gaddafis รคltestem Sohn Mohammed gefรผhrt wurde.[161]

Die Anzahl der Festnetzanschlรผsse im Land stieg von 105.000 im Jahr 1974[161] auf 1,28 Millionen im Jahr 2009 an.[162] Die beiden grรถรŸten Stรคdte Tripolis und Bengasi sind seit 1971 durch ein Seekabel miteinander verbunden, 1999 wurde eine Glasfaserkabelverbindung entlang der Kรผste zwischen Zuwara und Tobruk von Alcatel installiert.[161] Weiterhin bestehen internationale Verbindungen nach Italien, Malta und Frankreich sowie eine direkte Telefonverbindung nach Tunesien.[161] Ein geplantes Seekabel zwischen Libyen und Griechenland war fรผr 2011 geplant, die Vollendung des Projektes verzรถgerte sich aber aufgrund des Bรผrgerkrieges, die Fertigstellung erfolgte dann im Januar 2013.[163]

Seit 1997 existiert im Land ein Mobilnetzwerk.[161] 2009 hatte das Land 10,9 Millionen Nutzer[162], verteilt auf die beiden Gesellschaften al-Madar und Libyana. Als die Regierung zu Beginn der Aufstรคnde im Februar 2011 die Verbindungen zum Osten des Landes abschaltete, รผbernahmen Aktivisten im April 2011 Teile des Libyana-Netzes und grรผndeten eine eigene Gesellschaft, welche sie Libyana al Hura (Freies Libyana) nannten.[164]

In Libyen gibt es aktuell zahlreiche Internetprovider.[165] Im Jahr 2017 nutzten 22 Prozent der Einwohner des Landes das Internet.[166]

Sport

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Special Olympics Libyen wurde 1998 gegrรผndet und nahm mehrmals an Special Olympics Weltspielen teil.

Literatur

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Einzelnachweise

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  1. โ†‘ The Constitutional Declaration โ€“ Verfassung Libyens Art. 1 (Memento vom 25. April 2012 im Internet Archive) (PDF; 79,23ย kB; รœbersetzung ins Englische).
  2. โ†‘ a b Rival Libya leader sets sights on Tripoli to replace administration. In: Financial Times. Abgerufen am 18.ย Mรคrz 2022 (englisch).
  3. โ†‘ Population, total. In: World Economic Outlook Database. Weltbank, 2025, abgerufen am 8.ย September 2025 (englisch).
  4. โ†‘ Population growth (annualย %). In: World Economic Outlook Database. Weltbank, 2021, abgerufen am 23.ย Juli 2023 (englisch).
  5. โ†‘ GDP, current prices Billions of U.S. dollars. In: IMF DataMapper. Internationaler Wรคhrungsfonds, 2025, abgerufen am 23.ย November 2025 (englisch).; GDP, current prices Purchasing power parity; billions of international dollars. In: IMF DataMapper. Internationaler Wรคhrungsfonds, 2025, abgerufen am 23.ย November 2025 (englisch).GDP per capita, current prices. U.S. dollars per capita. In: IMF DataMapper. Internationaler Wรคhrungsfonds, 2025, abgerufen am 23.ย November 2025 (englisch).; GDP per capita, current prices - Purchasing power parity; international dollars per capita. In: IMF DataMapper. Internationaler Wรคhrungsfonds, 2025, abgerufen am 23.ย November 2025 (englisch).
  6. โ†‘ a b Table: Human Development Index and its components. In: Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (Hrsg.): Human Development Report 2025. United Nations Development Programme, New York 2025, ISBN 978-92-1154263-9, S.ย 278 (englisch, undp.org [PDF; 8,0ย MB]).
  7. โ†‘ Stefan Kleiner: Die Kodifikation der deutschen Standardaussprache im Spiegel der faktischen Variabilitรคt des Gebrauchsstandards. In: Albrecht Plewnia, Andreas Witt (Hrsg.): Sprachverfall? Dynamik โ€“ Wandel โ€“ Variation. Berlin 2014, ISBN 978-3-11-034291-8, e-ISBN 978-3-11-034300-7, S.ย 290 (eingeschrรคnkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  8. โ†‘ Duden, online-Ausgabe.
  9. โ†‘ ู„ูŠุจูŠุง ุชูˆุฏุน ยซุงู„ุฌู…ุงู‡ูŠุฑูŠุฉยป ูˆุชุนุชู…ุฏ ยซุงู„ุฏูˆู„ุฉยป ู…ุคู‚ุชุง, ุงู„ุฃูˆู„ู€ู€ู€ู€ู€ู‰. In: aawsat.com. 27.ย Januar 2013, archiviert vom Original (nicht mehr online verfรผgbar) am 11.ย April 2014; abgerufen am 2.ย Juli 2019 (arabisch).
  10. โ†‘ Rรฉdaction Africanews, AP: UN: Without elections, Libya would risk โ€œdisintegrationโ€. In: Africanews. 13.ย August 2024, abgerufen am 25.ย Dezember 2024 (englisch).
  11. โ†‘ Natasha Ezrow, Erica Frantz: Revisiting the Concept of the Failed State: bringing the state back in. In: Third World Quarterly, Vol. 34, Issue 8. Taylor&Francis, 20.ย September 2013, S. 1323โ€“1338, archiviert vom Original (nicht mehr online verfรผgbar) am 25.ย Februar 2022; abgerufen am 25.ย Dezember 2024 (englisch). ย Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprรผft. Bitte prรผfe Original- und Archivlink gemรครŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tandfonline.com
  12. โ†‘ UNOโ€“Flรผchtlingshilfswerk: Flรผchtlinge in Libyen. (รœber-)Leben im "failed state". UNO-Flรผchtlingshilfe, 24.ย Juli 2024, abgerufen am 25.ย Dezember 2024.
  13. โ†‘ Rettung aus der Eiszeit, www.fr.de
  14. โ†‘ Martin Gehlen: Bewรคsserung: Sahara-Wasser fรผr Libyens Kรผste. In: Zeit Online. 27.ย Dezember 2010, abgerufen am 8.ย Juni 2018.
  15. โ†‘ Bruno Massa: Annotated Check-List of Orthoptera of Libya. In: Journal of Orthoptera Research 18 (2009), S.ย 75โ€“93.
  16. โ†‘ Urban population (% of total population). Weltbank, abgerufen am 9.ย November 2024 (englisch).
  17. โ†‘ World Population Prospects โ€“ Population Division โ€“ United Nations. Abgerufen am 29.ย August 2017.
  18. โ†‘ Population, total. In: World Economic Outlook Database. Weltbank, 2023, abgerufen am 9.ย November 2024 (englisch).
  19. โ†‘ Birth rate, crude (per 1,000 people). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 9.ย November 2024 (englisch).
  20. โ†‘ Death rate, crude (per 1,000 people). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 9.ย November 2024 (englisch).
  21. โ†‘ Fertility rate, total (births per woman). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 9.ย November 2024 (englisch).
  22. โ†‘ a b c Life expectancy at birth, total (years). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 9.ย November 2024 (englisch).
  23. โ†‘ World Population Prospects 2022 - Population Dynamics -Download Files. Hauptabteilung Wirtschaftliche und Soziale Angelegenheiten der Vereinten Nationen, 2021, archiviert vom Original (nicht mehr online verfรผgbar) am 25.ย September 2024; abgerufen am 9.ย November 2024 (englisch). ย Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprรผft. Bitte prรผfe Original- und Archivlink gemรครŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/population.un.org
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