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COVID-19-Pandemie
Anzahl bestรคtigter Infizierter je 1000 Einwohner
(Stand: 31. August 2022)
  • ๏ปฟ00,0>100,0 Infektionen je 1000 Einwohner
  • ๏ปฟ30,0โ€“100,0 Infektionen je 1000 Einwohner
  • ๏ปฟ10,0โ€“030,0 Infektionen je 1000 Einwohner
  • ๏ปฟ03,0โ€“010,0 Infektionen je 1000 Einwohner
  • ๏ปฟ01,0โ€“003,0 Infektionen je 1000 Einwohner
  • ๏ปฟ00,3โ€“001,0 Infektionen je 1000 Einwohner
  • ๏ปฟ>0,0โ€“000,3 Infektionen je 1000 Einwohner
  • ๏ปฟ00,0โ€“000,0 keine Infektionen / keine Daten
  • Hinweis zu den Daten: Die einzelnen Lรคnder unterscheiden sich stark in ihrer Meldepolitik, so dass die Lรคnder anhand der WHO-Zahlen nicht vergleichbar sind, siehe Abschnitt Anmerkungen zu den Daten und Falldefinition der WHO.
    Daten
    Krankheit COVID-19
    Krankheitserreger SARS-CoV-2
    Ursprung China Volksrepublikย Volksrepublik China,
    erster bekannter Verbreitungsort: Wuhan, Hubei[1]
    Erster bekannter Fall 1. Dezember 2019[2]
    Erklรคrung zur Pandemie 11. Mรคrz 2020 (WHO)
    Betroffene Lรคnder รผber 200
    Bestรคtigte Infizierte ca. 1 Mrd.[3]
    Todesfรคlle ca. 7,5 Mio. (bestรคtigt)[3]
    mindestens 22 Mio. (WHO-Schรคtzung Mai 2023)[4]
    Letzte Aktualisierung: 14. Dezember 2024 (WHO Coronavirus Disease (COVID-19) Dashboard)

    Die COVID-19-Pandemie (auch Corona(virus)-Pandemie oder Corona(virus)-Krise) ist der weltweite Ausbruch der Infektionskrankheit COVID-19.

    Die Pandemie fรผhrte in vielen Lรคndern zu drastischen Auswirkungen. Es handelte sich um die bislang umfangreichste Pandemie des 21.ย Jahrhunderts.

    Am 31. Dezember 2019 wurde der Ausbruch einer neuen Lungenentzรผndung mit noch unbekannter Ursache in Wuhan in China bestรคtigt.[5] Am 30. Januar 2020 rief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) angesichts der Ausbreitung und schnellen Zunahme der Infektionen mit dem Coronavirus 2019-nCoV eine internationale Gesundheitsnotlage aus.[6] Am 11. Februar 2020 schlug die WHO den Namen COVID-19 fรผr die Infektionskrankheit vor, mit Bezugnahme auf das Jahr 2019, an dessen Ende die Krankheit erstmals auftrat.[5] Im Januar 2020 entwickelte sich die Krankheit zur Epidemie in China[7] und am 11.ย Mรคrz 2020 erklรคrte die WHO die bisherige Epidemie offiziell zu einer Pandemie. Verursacht wird die Erkrankung durch eine Infektion mit dem bis dahin unbekannten Coronavirus SARS-CoV-2. In zahlreichen Lรคndern der Welt gab es im Verlauf der Pandemie massive Einschnitte in das Alltagsleben. Zu den gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie gehรถrte auch die Wirtschaftskrise 2020โ€“2021.

    Am 29. September 2020 meldete die WHO bei รผber 33.000.000 bestรคtigten Infizierten รผber 1.000.000 bestรคtigte COVID-Tote. Dies sind allerdings nur die bestรคtigten Fallzahlen, ohne die Dunkelziffer. Die Berechnungen der รœbersterblichkeit des britischen Wirtschaftsmagazins Economist ergaben, dass bis August 2020 etwa 1,5 bis 2ย Millionen Menschen (0,019โ€“0,026ย % der Weltbevรถlkerung) an den Folgen von COVID-19 gestorben seien und 500 bis 730ย Millionen sich infiziert hรคtten. Die kumuliert gerechnete Zahl der Infizierten erreichte 6,34โ€“9,3ย % der Weltbevรถlkerung. Die Daten der รœbersterblichkeit beschrรคnkten sich allerdings auf westeuropรคische Lรคnder, einige Staaten Lateinamerikas, Russland, die USA, Sรผdafrika und mehrere andere grรถรŸere Staaten. Im Mai 2021 schรคtzte die WHO, dass bis zu diesem Zeitpunkt ca. 6โ€“8ย Mio. Menschen an COVID-19 gestorben seien.[8] Einer im Mรคrz 2022 erschienenen Untersuchung einer Forschergruppe um Haidong Wang vom Institute for Health Metrics and Evaluation der University of Washington in Seattle zur globalen รœbersterblichkeit von Anfang 2020 bis Ende 2021 nach wird die Zahl der COVID-19 zuzurechnenden Toten auf damals 18,3 Millionen geschรคtzt. Darรผber hinaus ergab die Studie sehr erhebliche Unterschiede in den einzelnen Regionen und Lรคndern sowie sehr unterschiedliche Diskrepanzen zwischen offiziellen Angaben zu Coronatoten und den sich in der รœbersterblichkeit abbildenden tatsรคchlichen Zahlen. In Deutschland seien im untersuchten Zeitraum vermutlich 203.000 Menschen in Zusammenhang mit COVID-19 gestorben, im Unterschied zur offiziellen Zahl von 122.000 COVID-19-Toten.[9][10]

    Das Virus verรคnderte sich im Verlauf der Pandemie mehrmals. Im Dezember 2020 wurde in GroรŸbritannien die Virusvariante Alpha (B.1.1.7, zuvor VOC-202012/01) gemeldet, etwa 60 Prozent ansteckender als der bis dahin vorherrschende Virustyp.[11] In Sรผdafrika verbreitete sich die Variante Beta (B.1.351, zuvor 501.V2), in Brasilien die Variante Gamma (P.1) und in Indien zunรคchst die Variante B.1.617, aus der sich ihre Untervariante Delta (B.1.617.2 mit Untervarianten AY.*) entwickelte und ab Frรผhjahr 2021 bis zum Sommer weltweit durchsetzte,[12][13][14][15] noch einmal etwa 60ย % ansteckender als Alpha.[11] Ende November 2021 wurde im sรผdlichen Afrika die Variante Omikron (B.1.1.529 mit Untervarianten BA.*) entdeckt, die sich mit einer Verdopplungszeit von etwa 1,5 bis 3 Tagen schnell weltweit ausbreitete, auch in Bevรถlkerungen mit verbreiteter Immunitรคt gegen vorherige Varianten.[16]

    Am 28. Januar 2021 รผberstieg die Anzahl der weltweit bestรคtigten Infektionen die Marke von 100ย Millionen; die doppelte Zahl von 200 Millionen Fรคllen wurde am 4. August 2021 und damit rund vier Monate schneller als die erste Marke erreicht.[17] Am 6. Januar 2022 erreichte die Anzahl der weltweit bestรคtigten Infektionen die Marke von 300 Millionen und am 8. Februar 2022 die von 400 Millionen Fรคllen.[18] Am 15. April 2022 wurde die Anzahl von 500 Millionen bestรคtigten Fรคllen weltweit erreicht.[19] Im Dezember 2022 gab die Regierung der VR China nach landesweiten Protesten abrupt ihre bis dahin praktizierte Null-COVID-Politik auf. Daraufhin nahm die Zahl der COVID-Erkrankten und -Toten in der VR China stark zu. Im Laufe des Jahres 2020 wurden COVID-19-Impfstoffe entwickelt und zugelassen.

    Medizinisches Personal mit Schutzkleidung

    Am 5. Mai 2023 hob die WHO die internationale Gesundheitsnotlage auf, erklรคrte aber, dass das Virus weiterhin gefรคhrlich sei und sich auch weiterhin neue gefรคhrliche Varianten bilden kรถnnten, und betonte zugleich: โ€žDas bedeutet nicht, dass die Pandemie selbst vorbei ist, aber der globale Notstand, den sie verursacht hat, ist es vorerst.โ€œ[20][21] Zu diesem Zeitpunkt waren nach WHO-Schรคtzungen weltweit mindestens 20 Millionen Menschen an dem Virus gestorben.[4][22]

    Krankheit

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    Die Krankheit COVID-19 und der Krankheitserreger SARS-CoV-2, die am Jahresende 2019 die Epidemie auslรถsten, waren vorher nicht bekannt. Im Verlauf des zunรคchst als lokaler Ausbruch und relativ schnell als Epidemie eingestuften Ereignisses mussten daher zunรคchst wesentliche Erkenntnisse รผber die Krankheit gewonnen werden. Dies betraf den krankmachenden Auslรถser ebenso wie grundlegende Kennzahlen, die die Gefรคhrlichkeit einer Krankheit bestimmen, und die Fakten, die die Verbreitung und mรถgliche MaรŸnahmen dagegen betreffen. Gleichzeitig erschwerten die rasante rรคumliche Ausbreitung und weitere Merkmale der Krankheit die Erhebung von genรผgend genauen Daten, um Verbreitung, Ausdehnung und Gefรคhrlichkeit wissenschaftlich exakt zu bestimmen (siehe unten den Abschnitt Statistische Schรคtzungen und Simulationsstudien).

    Zu Beginn gingen die รถrtlichen Behรถrden nicht von Mensch-zu-Mensch-รœbertragungen aus, der direkten Infektion, da dies bei einem Erreger, der aus dem Tierreich auf den Menschen รผbergeht, einer Zoonose, eher die Ausnahme ist und man meinte, zunรคchst keine solchen Fรคlle identifiziert zu haben.[23] Nachdem der Erreger als neuartige Unterart der Virenspezies Severe acute respiratory syndrome-related coronavirus (kurz SARSr-CoV) identifiziert worden war,[24] gingen die Seuchenbekรคmpfer von รคhnlichen Bedingungen aus wie bei der bereits zuvor bekannten Krankheit schweres akutes Atemwegssyndrom, ausgelรถst durch das bis dato als SARS-CoV bekannte und spรคter dann in Abgrenzung vom neu entdeckten Virus oft als SARS-CoV-1 bezeichnete[25] Virus und der davon ausgelรถsten SARS-Pandemie 2002/2003. Wie sich spรคter herausstellte, waren diese Annahmen falsch, insbesondere, was die Mensch-zu-Mensch-รœbertragung und Verbreitung der Krankheit durch Trรคger ohne oder nur mit sehr leichten Symptomen betraf.

    Im Verlauf des Februars 2020 zeigte sich, dass COVID-19 deutlich leichter als SARS รผbertragen wird, dass viele Infizierte keine Symptome aufweisen und dass asymptomatisch Infizierte oder Infizierte ohne deutliche oder mit noch nicht ausgeprรคgten Symptomen ansteckend sein kรถnnen. Es wurde von Fรคllen berichtet, in denen Menschen andere Familienmitglieder angesteckt hatten, ohne dass sie selbst Symptome zeigten.[26][27] Als auch Mitte Mรคrz 2020 noch nicht ganz klar war, welche Rolle diese stillen Trรคger in der Pandemie genau einnehmen, legten Daten der chinesischen Regierung nahe, dass rund ein Drittel der positiv getestet Infizierten wohl asymptomatisch sind und einen relevanten Teil der Infektionen verursachen.[28] Hinzu kam in den ersten Wochen des Seuchenzuges die รœberforderung der Behรถrden in Wuhan, die zu einer derart hohen Dunkelziffer in dieser Region fรผhrte, โ€ždass die gezรคhlten Fรคlle dort nicht sehr aussagekrรคftig sindโ€œ, so der Epidemiologe Renรฉ Niehus.[29]

    Die Weltgesundheitsorganisation stellte am 9. Juli 2020 in einer Verรถffentlichung fest, dass das Virus auch durch Aerosole รผbertragen werden kann und dass infizierte Personen sowohl mit als auch ohne Symptome als รœbertrรคger fungieren kรถnnen.[30]

    Gefรคhrlichkeit der Krankheit

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    Zur Einschรคtzung der Gefahr durch eine Epi- bzw. Pandemie werden unterschiedliche Faktoren betrachtet: Zu unterscheiden ist, ob eine Krankheit individuell fรผr eine bestimmte Person, fรผr eine bestimmte Bevรถlkerungsgruppe, fรผr die Bevรถlkerung eines Staates, eine Region oder fรผr die gesamte Welt eine Gefahr darstellt. Die WHO benannte deshalb in ihren tรคglichen Berichten die Gefรคhrdungslage getrennt fรผr China, Regional Level und Global Level (Stand 26.ย Februar 2020).[31] Die wichtigsten Kennzahlen einer Epidemie sind die รœbertragungsrate, die Ausbreitungsdynamik (zeitlich und rรคumlich), der Anteil schwerer Verlรคufe, die Letalitรคt sowie die Inkubationszeit. Einige dieser Kennzahlen lassen sich erst im Nachhinein aus den Daten ermitteln, siehe den Abschnitt Probleme der Interpretation im Artikel Letalitรคt. Andere werden maรŸgeblich durch die Immunitรคtslage in der Bevรถlkerung und durch menschliches Verhalten bestimmt und sind daher sehr variabel. Insbesondere die rรคumliche Ausbreitung und die Basisreproduktionszahl werden durch individuelle Faktoren wie Reiseverhalten, Kommunikations- und Kontaktarten sowie Hygieneverhalten stark beeinflusst.

    Die WHO fasste am 19.ย Februar 2020 die bis dahin wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse (teilweise auf Abschรคtzungen durch Modellrechnungen beruhend) zusammen:[32]

    • Zeit zwischen Infektion und Auftreten der Symptome (Inkubationszeit): 0โ€“14 Tage (Median 5โ€“6 Tage)
    • Zeit zwischen โ€žFall 1โ€œ und dem davon angesteckten โ€žFall 2โ€œ in einer รœbertragungskette (Serielles Intervall): rund 5โ€“7 Tage
    • Letalitรคt: war nicht gesichert bekannt. Die WHO unterscheidet zwischen zwei Berechnungsarten. Zum einen ist dies das Verhรคltnis der Anzahl der Fรคlle einer bestimmten Krankheit mit tรถdlichem Verlauf in einem bestimmten Zeitraum zu der Anzahl der bestรคtigten Fรคlle im gleichen Zeitraum, die confirmed case fatality ratio. Zum anderen ist dies der Anteil der Todesfรคlle unter allen Infizierten, die IFR fรผr infection fatality ratio. Fรผr beide Varianten sind wรคhrend einer dynamisch sich ausbreitenden Erkrankungswelle mit mutmaรŸlich hohen Dunkelziffern nur begrenzt verlรคssliche Aussagen mรถglich. Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass eine infizierte Person unabhรคngig von individuellen Merkmalen stirbt, die IFR, wird von der WHO mit 0,3โ€“1ย % angegeben, eine von der WHO zitierte Arbeit vom Februar 2020 benennt als vorlรคufige Schรคtzung 0,4โ€“2,6ย %, wobei der wahrscheinlichste Wert mit 0,94ย % angegeben wurde.[33]

    Weitere grundlegende Erkenntnisse (vergleiche Hauptartikel zur Krankheit) waren:

    • Schwere Krankheitsverlรคufe, insbesondere solche, bei denen die Lunge betroffen ist, haben oft langfristige Schรคden zur Folge. Bekannt sind neben Schรคden der Lunge auch solche des Herzmuskels. Auch vermeintlich harmlose Krankheitsverlรคufe kรถnnen sehr ausgeprรคgte Verรคnderungen in der Lunge hervorrufen, von denen โ€“ Stand Mรคrz 2020 โ€“ nicht bekannt ist, ob sie sich zurรผckbilden.[34][35]
    • Die Zahl der Menschen, die von einem Infizierten angesteckt werden (Basisreproduktionszahl), lag nach einer Metastudie von zwรถlf Arbeiten bis zum 7.ย Februar 2020 bei 3,28 (arithmetisches Mittel) bzw. 2,79 (Median), also bei rund drei Personen.
    • Unterschiede zwischen verschiedenen Bevรถlkerungsgruppen gibt es insbesondere bei den Fรคllen mit schweren Komplikationen und tรถdlichem Verlauf, auch wenn alle infiziert werden kรถnnen.
    • Die รœbertragung erfolgt รผber Trรถpfcheninfektion, zum Beispiel auch durch Aerosole โ€“ eine Unterform der Trรถpfcheninfektion. Es ist nicht erwiesen, dass die รœbertragung auch durch das Berรผhren kontaminierter Oberflรคchen und Gegenstรคnde (Schmierinfektion) stattfindet; es wird aber von offizieller Seite davor gewarnt.[36]
    • Von hoher Unsicherheit behaftet war Ende Februar 2020 die Frage der Virulenz, d.ย h., wie hoch der Anteil der Menschen mit (schweren) Symptomen an der Gesamtzahl der Infizierten ist. Dazu fehlen, wie der oben zitierte WHO-Report โ€“ 29 anfรผhrt, Reihenuntersuchungen, die den wahren Anteil an Infizierten in der Bevรถlkerung bestimmen. Insbesondere die im nichtchinesischen Ausland untersuchten Cluster deuten aber auf eine insgesamt geringe Virulenz im Vergleich zu SARS hin.
    • Ebenso unsicher ist die Infektiositรคt, also wie wahrscheinlich eine Ansteckung im Falle einer Exposition gegenรผber dem Virus ist. Diese Infektiositรคt ist nicht nur durch das Virus selbst bestimmt (seine Kontagiositรคt), sondern auch dadurch, wie gesund die exponierte Person ist und wie gut ihr Immunsystem auf das Virus reagiert, sowie dadurch, wie vielen Viren die Person ausgesetzt ist und wie lange dies geschieht. Grobe Schรคtzungen gehen von einer deutlich hรถheren Infektiositรคt als bei SARS aus, aber kleiner als beispielsweise bei Masern.[37]

    Mitte Februar 2020 wurde eine chinesische Studie verรถffentlicht, in der 44.672 bestรคtigte COVID-19-Fรคlle untersucht wurden. 81ย % der Patienten hatten milde Formen von COVID-19. In etwa 14ย % der Fรคlle verursachte das Virus schwere Krankheitsverlรคufe mit Lungenentzรผndung und Dyspnoe. Etwa fรผnf Prozent der Patienten erlebten Atemstillstand, einen septischen Schock oder Multiorganversagen. In etwa zwei Prozent der Fรคlle verlief die Krankheit tรถdlich.[38] Der Studie zufolge erhรถht sich das Risiko zu sterben mit dem Alter. Der WHO zufolge gibt es relativ wenige Fรคlle von erkrankten Kindern.[39] Bei einem leichten Krankheitsverlauf (dem hรคufigsten Fall) klingen die Krankheitszeichen, sofern รผberhaupt welche bestehen, laut WHO in der Regel innerhalb von zwei Wochen ab.[40] Bei Menschen mit einem schweren Krankheitsverlauf dauert es zwischen drei und sechs Wochen, bis sie sich von der Krankheit erholen.[40]

    Welche Bedeutung Long-COVID-Fรคlle haben, wird zurzeit diskutiert. (Stand Juli 2022)

    Risikogruppen

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    Unterschiedliche Bevรถlkerungsanteile hatten besondere Risiken fรผr eine Infektion, eine Erkrankung oder einen schweren Krankheitsverlauf.

    Laut WHO waren im April 2020 95ย % aller in Europa gemeldeten Todesfรคlle der Altersgruppe รผber 60 zuzuordnen. Mehr als 50ย % dieser Verstorbenen waren รผber 80 Jahre alt.[41] In Moskau und in einigen Schweizer Kantonen wurden eigens auf Senioren zugeschnittene MaรŸnahmen angeordnet. Eine Untersuchung von Verstorbenen mit positivem COVID-19-Befund in Italien vom 17. Mรคrz 2020 ergab, dass lediglich 0,8ย % dieser Personen keine Vorerkrankung hatten, wรคhrend 25,1ย % eine und 25,6ย % zwei Vorerkrankungen hatten. Drei oder mehr Vorerkrankungen wurden bei 48,5ย % der Fรคlle festgestellt.[42]

    Vergleich mit Influenza (Grippe)

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    Die von der WHO zitierte Studie von Mike Famulare vom Institute for Disease Modeling[43] entwarf mittels eines Rahmenkonzepts zur Bewertung von Influenza-Epidemien und -Pandemien[44] eine Skala fรผr die รœbertragbarkeit und den klinischen Schweregrad von COVID-19. Demnach ist COVID-19 genauso leicht รผbertragbar wie die Spanische Grippe, aber eine Stufe geringer im klinischen Schweregrad und somit insgesamt eine Stufe weniger schwerwiegend als diese, aber zwei Stufen schwerwiegender als die Asiatische Grippe und die Hongkong-Grippe. Inzwischen geht man auch im klinischen Schweregrad von einer mรถglichen Gleichwertigkeit zur Spanischen Grippe aus.[33][45] Ein pauschaler Vergleich zwischen COVID-19 und der Influenza ist nicht mรถglich, denn das Influenzavirus ist extrem wandelbar und jede Grippewelle, jede Grippesaison unterscheidet sich maรŸgeblich in ihren grundlegenden Werten. COVID-19 ist endemisch geworden. Es hat sich gezeigt, dass das neuartige Coronavirus mutiert und so Varianten von SARS-CoV-2 entstehen.

    Im Februar 2020 verglich Alexander S. Kekulรฉ, Virologe am Universitรคtsklinikum Halle und Direktor des Instituts fรผr medizinische Mikrobiologie, die ยปGefรคhrlichkeitยซย der COVID-19-Pandemie mit den Folgen der Grippe in der Vergangenheit:

    โ€žNatรผrlich ist es so, dass die Grippe in mancher Saison in Deutschland mehrere Tausend โ€“ es gab sogar mal einen Fall, wo es รผber 20.000 Tote verursacht. Ja, das macht die Grippe, aber man muss das immer ins Verhรคltnis stellen. Wir haben in Deutschland natรผrlich auch รผber zehn Millionen Infizierte gehabt in dem Jahr, wo es mal so hoch war. Wenn Sie das dann runterrechnen, ist die Sterblichkeit der Grippe bei 0,1 Prozent oder eins zu 1000, und zwar maximal eins zu 1000, und die Sterblichkeit von diesem Coronavirus liegt bei 0,5 bis 1,5ย Prozent, irgendwo in dem Bereich, das heiรŸt, ich sag mal so grob eins zu 100. Das heiรŸt, das Virus ist fรผr denjenigen, der die Infektion bekommt, zehnmal gefรคhrlicher.โ€œ

    โ€“ Alexander Kekulรฉ im Interview im Februar 2020: deutschlandfunk.de[46]

    Lothar H. Wieler, Leiter des Robert Koch-Instituts (RKI), รคuรŸerte sich am 27.ย Februar 2020 รคhnlich. Er verglich dabei die Prozentzahlen der Todesfรคlle unter den Infizierten wรคhrend einer leichten Grippesaison (Letalitรคt von 0,1โ€“0,2ย %) mit einer angenommenen Letalitรคt von 1โ€“2ย % bei der SARS-CoV-2-Epidemie.[47] Michael Spitzbart, Wolfgang Wodarg und Sucharit Bhakdi vertraten im Mรคrz 2020 die Ansicht, COVID-19 sei nicht schlimmer als frรผhere Grippewellen. Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit stufte die Situation zu COVID-19 Ende Februar 2020 im Prinzip eher als besorgniserregend ein, kam im Vergleich zur Grippe jedoch zum damaligen Zeitpunkt zu der Schlussfolgerung, dass man bei COVID-19 noch weit vom Niveau der saisonalen Influenza mit weltweit ungefรคhr 650.000 Toten pro Jahr entfernt gewesen sei, auch wenn sich das bald รคndern kรถnne. Er verwies auf die mangelnde Immunitรคt der Bevรถlkerung bei COVID-19 im Gegensatz zur normalen, saisonalen Grippe sowie fehlende Impfmรถglichkeiten.[48]

    Genesung und Immunitรคt

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    Da das Virus als Zoonose erstmals auf den Menschen รผbersprang, hatte die Bevรถlkerung keine adaptive Immunitรคt, d.ย h. keine durch frรผheren Kontakt mit dem Erreger oder Impfung erworbene Immunitรคt.[49] Auch eine Kreuzimmunitรคt aufgrund von sehr รคhnlichen, schon zirkulierenden Erregern ist nicht bekannt.[50] Fรผr die Entwicklung einer Epidemie in der Gesamtbevรถlkerung ist hauptsรคchlich die Herdenimmunitรคt wichtig. Fรผr COVID-19 wurde der Bevรถlkerungsanteil der immun gewordenen Menschen, bei dem eine Herdenimmunitรคt eintritt, im Mรคrz 2020 auf rund 60 bis 70ย % geschรคtzt.[51][52] Dies durch Ansteckungen zu erreichen, sei aber laut dem Immunologen Michael Meyer-Hermann im April 2020 in absehbarer Zeit nicht mรถglich gewesen, ohne dass das Gesundheitssystem zusammenbrach.[53] Wie lange eine Immunitรคt durch eine natรผrliche Infektion anhรคlt, war ebenfalls nach einer Aussage der WHO von 2020 nicht bekannt.[54]

    Debattiert wurde, ob Herdenimmunitรคt auf natรผrliche Weise oder durch einen Impfstoff erreicht werden sollte. Die Strategie, auf eine natรผrliche Herdenimmunitรคt zu setzen, wurde von der WHO jedoch 2020 als unethisch und wissenschaftlich problematisch bezeichnet.[54]

    Vorbeugung

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    Vereinfachtes Modell zur โ€žAbflachung der Pandemiewelleโ€œ, falls keine Impfungen erfolgen:
    ohne SchutzmaรŸnahmen rasche Zunahme der Erkrankten und รœberlastung des Gesundheitssystems (rot);
    durch SchutzmaรŸnahmen langsamere Ausbreitung, weniger gleichzeitig Erkrankte, so dass alle Patienten versorgt werden kรถnnen (gelb)

    Die gesellschaftliche Vorbeugung hat zum Ziel, die Ausbreitung einer Seuche mรถglichst zu stoppen oder zu verlangsamen. Die Ausbreitung einer Seuche ist neben den Eigenschaften des Virus (siehe Abschnitt Gefรคhrlichkeit der Krankheit) maรŸgeblich durch das Sozialverhalten der Menschen gekennzeichnet. Daher sind HygienemaรŸnahmen, Frรผherkennung und das Management von Kontaktpersonen (Ermittlung und beispielsweise hรคusliche Isolierung oder eine Quarantรคne) erste MaรŸnahmen, die eine weitere Verbreitung des Virus verhindern oder verlangsamen sollen.[55]

    Bei einer weiteren Verbreitung werden verschiedenste MaรŸnahmen getroffen, die alle das Social Distancing (deutsch Rรคumliche Distanzierung), also die Erhรถhung des sozialen Abstands, die Kontaktreduzierung und physischen Abstand zum Ziel haben. Der Grund dafรผr ist, dass die soziale Nรคhe (Anzahl und Art der Treffen, Umgangsformen und physischer Abstand) bei Erregern, die von Mensch zu Mensch รผbertragen werden, maรŸgeblich die Basisreproduktionszahl bestimmt, also die Zahl, die angibt, wie viele Menschen eine infektiรถse Person im Durchschnitt ansteckt.[56] Wenn ein Erreger endemisch wird und er somit nicht mehr als eindรคmmbar und ausmerzbar gilt, รคndern sich die Vorsorgeziele von โ€žBekรคmpfung der Ausbreitungโ€œ in Richtung โ€žVerlangsamung der Ausbreitung und Gesundheitsvorsorgeโ€œ. Oberstes Ziel ist in dieser Phase โ€ždas gleichzeitige Erkranken extrem vieler behandlungsbedรผrftiger Personen und die damit drohende รœberlastung der medizinischen Infrastruktur zu vermeidenโ€œ.[57]

    Ursprung und Verlauf der Pandemie

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    Ursprung

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    Bestรคtigte Infizierte weltweit nach Daten der WHO; oben kumuliert, unten Tageswerte[58]
    Bestรคtigte Todesfรคlle weltweit nach Daten der WHO; oben kumuliert, unten Tageswerte.[58] Am 2.ย November 2021 รผberstieg die Zahl der an die WHO gemeldeten Todesfรคlle 5 Millionen

    Das auslรถsende Virus stammt vermutlich aus dem Tierreich, wobei das Erregerreservoir bislang nicht klar ist. Zunรคchst wurde vermutet, das Virus stamme von Fledermรคusen, von denen es รผber einen Zwischenwirt, wahrscheinlich ein weiteres Sรคugetier, auf den Menschen รผberging (Zoonose).[59][60]

    Die Abholzung von Regenwรคldern, die globale Erwรคrmung und der Handel mit Wildtieren gelten als Faktoren, die die Verbreitung von Seuchen fรถrdern.[61]

    Ende Mรคrz 2020 wurde vermutet, dass das Virus ebenso wahrscheinlich von Schuppentieren stammt. Auch wurde vermutet, dass es bei einer Doppelinfektion zu einer Rekombination gekommen ist und das Virus SARS-CoV-2 eine neue Chimรคre ist, die aus einem Virus, das dem aus Fledermรคusen isolierten Virus รคhnelt, und einem Virus, das dem aus Schuppentieren isolierten Virus รคhnelt, entstand.[62]

    Erste bekannt gewordene COVID-Erkrankungen gab es im November und Dezember 2019.[63][64][65][66] Da mehrere der zuerst Infizierten auf dem โ€žSรผdchinesischen GroรŸhandelsmarkt fรผr Fische und Meeresfrรผchte Wuhanโ€œ (chinesischย ๆญฆๆฑ‰ๅŽๅ—ๆตท้ฒœๆ‰นๅ‘ๅธ‚ๅœบ, Pinyin Wว”hร n huรกnรกn hวŽixiฤn pฤซfฤ shรฌchวŽng) als Verkรคufer oder Hรคndler arbeiteten, wurde dort der primรคre Infektionsort vermutet.[67] Auf dem wet market wurden neben Meerestieren auch viele andere Wildtiere, die in der chinesischen Kรผche und der traditionellen chinesischen Medizin Verwendung finden, gehandelt.[68] Spรคter wurde nach einer Studie des Wuhan Hospitals bekannt, dass der erste identifizierte Patient nicht auf diesem Markt gewesen war.[62] Am 31.ย Dezember 2019 sandte die chinesische Gesundheitsbehรถrde ein Team zur Untersuchung der unklaren Fรคlle nach Wuhan.[69] Die Behรถrden und die WHO gingen anfรคnglich fรคlschlicherweise davon aus, dass der Erreger der Infektion nicht oder nur sehr schwer von Mensch zu Mensch รผbertragbar sei.

    Die Forschung รผber Zeitpunkt und Ort des Ausbruchs ist noch im Gange:

    • Am 31.ย Dezember 2019 informierten das medizinische Informationssystem HealthMap sowie die kanadische Firma BlueDot in den Vereinigten Staaten die WHO und die CDC รผber einen auffรคlligen Anstieg von Berichten รผber Lungenentzรผndungen (Pneumonien) unklarer Genese in der Region um Wuhan.[70][71]
    • Ein Artikel der Zeitschrift Science fasste Ende Januar 2020 die Forschungsergebnisse mehrerer Gruppen zur genetischen Mutation und Herkunft zusammen. Demnach schรคtzten mehrere Gruppen den Beginn der Verbreitung auf Mitte November 2019, eine Gruppe sogar auf den 18.ย September 2019.[72]
    • Laut einem Bericht der South China Morning Post von Mรคrz 2020 zeigen Regierungsunterlagen, dass der erste Patient, dessen Proben nachtrรคglich COVID-19 zuzuordnen sind, sich am 17.ย November 2019 infiziert haben kรถnnte. Ab diesem Zeitpunkt seien tรคglich zwischen einem und fรผnf Fรคllen registriert worden. Keiner der frรผhen Fรคlle wird als โ€žPatient nullโ€œ betrachtet. Bis zum 15.ย Dezember waren dem Bericht zufolge 27ย Personen infiziert, am 17.ย Dezember seien erstmals zweistellige Neuinfektionen aufgetreten. Am 27.ย Dezember seien mehr als 180 Menschen infiziert gewesen, bis Jahresende mindestens 266 Personen. Zum Jahresbeginn habe es 381 Infektionen gegeben, ohne dass diese zum damaligen Zeitpunkt unklaren Fรคlle an die ร–ffentlichkeit weitergegeben wurden.[73]
    • Ein Artikel der Sรผddeutschen Zeitung vom 8. Mai 2020 berichtet von Forschungsergebnissen, die mit Hilfe einer phylogenetischen Analyse[74] den Ausbruch mit einer Wahrscheinlichkeit von 95ย % auf den Zeitraum zwischen dem 13. September und dem 7. Dezember 2019 eingrenzen.[75] Als mรถgliche Orte des Ausbruchsgeschehens werden in dem Artikel die chinesischen Provinzen Yunnan und Guangdong genannt.
    • Am 3. August 2020 erklรคrte WHO-Exekutivdirektor Michael Ryan, es bestehe noch erheblicher Aufklรคrungsbedarf bei den Fragen nach Herkunft und erster Verbreitung des Virus SARS-CoV-2. Zwar sei in Wuhan die neue Lungenentzรผndung zuerst offiziell festgestellt worden, aber es kรคmen auch andere Orte in China als erster Verbreitungsort in Frage.[1]
    • Einer dermatologischen Studie aus Italien zufolge konnte das Virus bereits am 10. November 2019 in der Hautprobe einer 25-jรคhrigen Frau aus Mailand nachgewiesen werden.[63] Auf ein noch frรผheres Vorkommen in Italien weist eine Krebsstudie hin, nach der schon im September 2019 SARS-CoV-2-Antikรถrper in Blutproben gefunden wurden.[76]
    • Obgleich sich die Zusammenarbeit der Weltgesundheitsorganisation mit der chinesischen Regierung aufgrund ihres fehlenden Willens zur Kooperation und Transparenz als relativ schwierig erwies, wurde die Hypothese eines Laborunfalls fรผr den Ursprung von SARS-CoV-2 in einer globalen Studie der WHO vom Mรคrz 2021 verworfen.[77] Die WHO bezeichnete sie als โ€žextrem unwahrscheinlichโ€œ. Spรคter erklรคrte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus jedoch, dass die Hypothese des Laborunfalls voreilig vom Tisch gewischt worden sei. Auch Peter Ben Embarek, der Leiter der Studie, erklรคrte, dass chinesische Beamte ihn dazu gedrรคngt hรคtten, die Laborunfall-Version fallen zu lassen.[78] Im Gegensatz zu anderen US-Behรถrden schรคtzten das US-Energieministerium und das FBI Anfang 2023 einen Laborunfall als wahrscheinlichsten Ursprung ein.[79][80]
    • 2024 kamen zwei Studien, in denen Wischproben vom Januar 2020 zum wiederholten Mal analysiert wurden, zu gegensรคtzlichen Befunden bezรผglich der Wahrscheinlichkeit, dass die ersten รœbergรคnge der Viren von Tieren auf den Menschen im Markt stattfanden.[81][82]

    Weltweite Ausbreitung in der Anfangszeit

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    Weltweite Entwicklung der Infektionen mit SARS-CoV-2 nach Staaten im Zeitraum vom 12. Januar 2020 bis zum 29. Februar 2020

    Am 13. Januar 2020 trat in Thailand die erste durch einen Labortest bestรคtigte Corona-Infektion auรŸerhalb von China auf, auรŸerhalb Asiens erstmals am 23.ย Januar 2020 in den USA. In beiden Fรคllen gab es eine Verbindung zu Reisen nach oder von Wuhan. Um einer Ausbreitung in Staaten ohne leistungsfรคhige Gesundheitssysteme entgegenzuwirken, erklรคrte die WHO die Coronavirus-Pandemie am 30.ย Januar 2020 zur โ€žGesundheitlichen Notlage internationaler Tragweiteโ€œ. Der erste Corona-bedingte Todesfall auรŸerhalb Chinas wurde Anfang Februar 2020 auf den Philippinen registriert; es handelte sich um einen Chinesen aus Wuhan. Am 9.ย Februar 2020 รผberstieg die Zahl der registrierten Todesfรคlle mit รผber 800 bereits die Gesamtzahl der Todesfรคlle der SARS-Pandemie 2002/2003.[83] Am 15.ย Februar 2020 starb ein achtzigjรคhriger Chinese in Frankreich an den Folgen einer Corona-Infektion. Der chinesische Tourist war das erste Todesopfer der COVID-19-Pandemie in Frankreich und das erste auรŸerhalb Asiens.[84] Am 22. Februar 2020 wurden aus Italien die ersten beiden Todesfรคlle von Europรคern durch COVID-19 gemeldet. Ab dem 28.ย Februar 2020 schรคtzte die WHO in ihren Berichten das Risiko auf globaler Ebene als โ€žsehr hochโ€œ ein (englisch WHO risk assessment, global level: very high), zuvor als โ€žhochโ€œ.

    Am 19. Mรคrz 2020 meldete Italien erstmals mehr Todesopfer als China. Mitte Mรคrz 2020 gab es die meisten Infektionsfรคlle in China, Italien, Spanien, Iran, Deutschland, Frankreich und den USA; aus China wurden nur noch wenige Neuinfektionen gemeldet. Ende Mรคrz 2020 stieg die Zahl der Corona-Infektionen in den USA stark an; damit wurden auch die Vereinigten Staaten neben Europa und China zu einem Brennpunkt (โ€žHotspotโ€œ) der weltweiten COVID-19-Pandemie.

    Im Mai und Juni 2020 entwickelte sich Lateinamerika zum neuen Zentrum der Coronavirus-Pandemie; besonders davon betroffen waren Brasilien, Peru, Chile, Mexiko, Kolumbien, Argentinien, Ecuador und Bolivien.[85][86]

    Ende August 2020 meldete Indien zum ersten Mal die hรถchste Zahl an Neuinfektionen innerhalb eines Tages weltweit. Damit wurde Indien zum neuen Zentrum der Pandemie.[87]

    Im September 2020 wurde in Europa ein starker Anstieg der Fรคlle verzeichnet, der lรคngere Zeit anhielt. Er wurde als โ€žzweite Welleโ€œ betitelt.[88] In den USA hingegen kam es kurz darauf zum Beginn der โ€ždritten Welleโ€œ.[89] Beide Wellen wurden als deutlich aggressiver bezeichnet.

    Asien

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    Volksrepublik China
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    Bestรคtigte Infizierte in der Volksrepublik China nach Daten der WHO; oben kumuliert, unten Tageswerte[58]

    Im Sommer 2020 stellten Forscher der Harvard Medical School eine Untersuchung vor, bei der sie mit Hilfe von Satellitenfotos der Parkplรคtze vor sechs Krankenhรคusern in Wuhan das Verkehrsaufkommen verfolgten. Sie orteten einen Anstieg des Verkehrsaufkommens im September und Oktober 2019 und spekulierten, dass das Virus sich bereits in diesem Zeitraum auszubreiten begann. Kritiker beanstandeten die Methodik der Studie als Rosinenpickerei.[90]

    Dezember 2019
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    Die lokale Gesundheitsbehรถrde war spรคtestens am 27.ย Dezember รผber den Befund eines SARS-รคhnlichen Erregers informiert. China hatte nach den Erfahrungen der SARS-Pandemie ein Frรผhwarnsystem eingefรผhrt, das sicherstellen sollte, dass Seucheninformationen unabhรคngig von politischen Erwรคgungen unverzรผglich an das Chinesische Zentrum fรผr Krankheitskontrolle und -prรคvention weitergeleitet werden. Im Fall des neuartigen Coronavirus geschah dies aber nicht.[91]

    Am 30. Dezember warnte der chinesische Arzt Li Wenliang innerhalb einer WeChat-Gruppe mit Kollegen angesichts einer ungewรถhnlichen Hรคufung von Lungenentzรผndungen (Pneumonien) im รถrtlichen Krankenhaus in Wuhan vor einem Virusausbruch. Zu diesem Zeitpunkt ging er davon aus, dass es sich um den Verursacher des schweren akuten Atemwegssyndroms (SARS) handele.[92] Nachdem sich die Warnung von Li und seinen Kollegen im Internet verbreitet hatte, wurden er und mindestens sieben weitere seiner Kollegen von der รถrtlichen Polizei vorgeladen. Sie wurden beschuldigt, โ€žunwahre Behauptungen gemachtโ€œ zu haben, die die โ€žgesellschaftliche Ordnung ernsthaft gestรถrtโ€œ hรคtten, und mussten unter Androhung harter Strafen Schweigepflichtserklรคrungen unterschreiben, gegen die Li Wenliang spรคter allerdings verstieรŸ.[93][94] Am 1.ย Januar 2020 berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua รผber die angeblichen โ€žFalschmeldungenโ€œ der ร„rzte und bekrรคftigte, dass es keine Anzeichen fรผr eine Mensch-zu-Mensch-รœbertragung der neuen Erkrankung gebe.[95] Li Wenliang starb am 7.ย Februar 2020 mit 33 Jahren mutmaรŸlich an der Krankheit, vor der er zuvor gewarnt hatte.[96] Die ร„rzte hatten aus eigener Initiative weiter an den offiziellen Kanรคlen vorbei Patientenproben an Analyselabors geschickt, um auf eigene Faust der Erkrankungsursache nachzugehen.[97] Sie wurden Ende Januar vom Obersten Volksgerichtshof rehabilitiert.[96]

    Der chinesischen Regierung wird diesbezรผglich vorgeworfen, den Ausbruch der Krankheit zunรคchst aktiv verschleiert und damit รผberhaupt erst deren ungehinderte Ausbreitung ermรถglicht zu haben.[98] Obwohl das neue Virus bereits im Dezember 2019 entdeckt und sequenziert worden war, befahl die Kommunistische Partei Chinas den Forschungseinrichtungen noch im Januar, die Tests abzubrechen sowie die Proben wieder zu vernichten, und verhรคngte eine Pressesperre.[99][66][100]

    Am 31. Dezember 2019 informierten die chinesischen Behรถrden offiziell die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass seit Anfang Dezember 2019 mehrere Fรคlle von schwerer Lungenentzรผndung in der Stadt Wuhan aufgetreten waren, deren Erreger bisher nicht identifiziert werden konnte und fรผr die als Auslรถser ein bislang uncharakterisierter Krankheitserreger angenommen wurde. Die Meldung wurde noch am selben Tag รผber die Nachrichtenagenturen verbreitet.[101] Die amerikanische Gesundheitsbehรถrde CDC erfuhr dann ebenfalls von der Pneumonie-Hรคufung in Wuhan. Eine Epidemiologin der CDC, die zuvor eingebettet bei der chinesischen Gesundheitsbehรถrde gearbeitet hatte und deren Aufgabe es auch gewesen wรคre, frรผhzeitig Informationen รผber potentiell gefรคhrliche Ausbrรผche weiterzugeben, war im Juli von der US-Regierung abberufen und die Position nicht neu besetzt worden.[102]

    Zwischen dem 31.ย Dezember 2019 und dem 3.ย Januar 2020 wurden der WHO insgesamt 44 Fรคlle von Pneumonien mit unbekannter Ursache aus Wuhan gemeldet.

    Jahr 2020
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    Arzt im Schutzanzug bei der Befragung von Patienten im Krankenhaus von Wuhan im Januar 2020

    Der Fischmarkt in Wuhan wurde am 1.ย Januar 2020 durch die รถrtlichen Behรถrden geschlossen und desinfiziert.[68] Am 5.ย Januar 2020 schloss das Chinesische Zentrum fรผr Krankheitskontrolle und -prรคvention aufgrund von Untersuchungsergebnissen MERS-CoV und SARS-CoV als Erreger aus.[103] Am 7.ย Januar 2020 wurde von chinesischer Seite die Identifizierung eines neuartigen Coronavirus bei mehreren Erkrankten bekanntgegeben. Das Virus erhielt die provisorische Bezeichnung 2019-nCoV (2019 neuartiges Coronavirus).[68] Am 13.ย Januar 2020 gab das Gesundheitsministerium Thailands bekannt, dass das neue Virus in Thailand nachgewiesen wurde, bei einer Reisenden aus Wuhan. Am 15.ย Januar wurde ein analoger Fall aus Japan bekannt und am 20.ย Januar ein Fall aus Sรผdkorea.[68]

    Aus dem Umstand, dass Erkrankungsfรคlle bei mehreren Fernreisenden aufgetreten waren, schlossen Epidemiologen, dass die Zahl der Erkrankungsfรคlle weit grรถรŸer sein mรผsse als die anfรคnglich gemeldeten 44 Fรคlle. Experten schรคtzten am 17.ย Januar 2020 die Zahl der in Wuhan infizierten Personen auf etwa 1700.[104] Dadurch, dass mehrere Angehรถrige des Krankenhauspersonals, das mit der Behandlung der Erkrankten befasst war, ebenfalls erkrankten, wurde deutlich, dass eine Mensch-zu-Mensch-รœbertragung mรถglich ist. Dies wurde am 20.ย Januar 2020 durch die chinesischen Behรถrden bestรคtigt.[105]

    Noch am 18. Januar versammelten sich knapp 40.000 Familien in Wuhan ungehindert fรผr Feierlichkeiten zum chinesischen Neujahrsfest (Potluck). Es wird vermutet, dass es hierbei zu einer besonders groรŸen Zahl an Infektionen kam.[106]

    Derweil hatte die Krankheit auch Beijing erreicht, wo Infizierte seit dem 20.ย Januar in bestimmten Krankenhรคusern konzentriert wurden.[107]

    Personenkontrolle an der Stadtgrenze von Xiโ€™an in der zentralchinesischen Provinz Shaanxi, Ende Januar 2020

    Bis einschlieรŸlich 26.ย Januar 2020 waren offiziellen chinesischen Angaben zufolge in China 2744 infizierte Personen registriert worden. Die Zahl der bestรคtigten Todesopfer stieg auf 80 (alle in China).[108] Am 26.ย Januar 2020 wurde die Provinz Hubei inklusive der Stadt Wuhan vom deutschen Robert Koch-Institut als erstes Risikogebiet in China eingestuft.

    Am 27. Januar 2020 meldete das chinesische Staatsfernsehen einen Anstieg um 1200 Erkrankungen, wodurch die Gesamtzahl der in China gemeldeten Fรคlle auf etwa 4000 stieg; eine Abweichung von 500 gegenรผber den Zahlen der WHO.[109]

    Anfang Februar schien die Zahl der Neuinfektionen in China zunรคchst zu sinken. Das deutsche Robert Koch-Institut erklรคrte am 7.ย Februar 2020, dass die chinesischen Risikogebiete ausgeweitet und vier GroรŸstรคdte (Wenzhou, Hangzhou, Ningbo und Taizhou) in der Provinz Zhejiang in Kรผstennรคhe im Osten Chinas ins bisherige Risikogebiet eingeschlossen wรผrden. Am 13.ย Februar รคnderten die chinesischen Behรถrden die Meldekriterien und es wurden, abweichend von den Vorgaben der WHO, auch klinisch diagnostizierte Fรคlle ohne Virusnachweis erfasst. Dies ergab allein fรผr Hubei mit 14.000 neuen Fรคllen die hรถchste Zahl an gemeldeten Neuinfektionen.[110][111] Diese ร„nderung wurde am 20.ย Februar wieder zurรผckgenommen; die Meldekriterien entsprechen seither wieder den Vorgaben der WHO. Am 14.ย Februar 2020 gab die Nationale Gesundheitskommission bekannt, dass zum Berichtstag 1716 Mitarbeiter des Gesundheitswesens infiziert seien. Sechs davon wurden als verstorben gemeldet.[112] Bis zum 20.ย Februar 2020 gab es 2055 laborbestรคtigte Infektionen bei Mitarbeitern des Gesundheitswesens, 88ย % davon in der Provinz Hubei, in insgesamt 476 chinesischen Kliniken.[113]

    Am 18. Februar 2020 lag die Zahl der Neuinfektionen pro Tag in China unter 2000, am 20.ย Februar sank sie unter 1000, und laut WHO-Bericht vom 26.ย Februar 2020 gab es erstmals mehr Neuinfektionen auรŸerhalb Chinas (460) als innerhalb (410).[31] Die von der WHO vom 16. bis 24.ย Februar 2020 mit China durchgefรผhrte gemeinschaftliche Mission (englisch WHO-China joint mission) kam zu dem Ergebnis, dass die in China durchgefรผhrten radikalen MaรŸnahmen geeignet waren, das Virus einzudรคmmen und seit Ende Februar 2020 die Anzahl der Neuinfizierten deutlich zu senken. Dies wurde durch intensive Nachverfolgung von Infizierten und ihren Kontaktpersonen erreicht. Auch die Einschrรคnkungen von Mensch-zu-Mensch-รœbertragungen durch Absage zahlreicher GroรŸveranstaltungen sowie die Verlรคngerung der Ferien anlรคsslich des chinesischen Neujahrsfestes dienten diesem Zweck. Als extreme MaรŸnahme galt die Abriegelung der Stadt Wuhan, mit der die gesamte Bevรถlkerung in hรคusliche Quarantรคne versetzt wurde[113][114] (siehe Abschnitt MaรŸnahmen im Artikel COVID-19-Pandemie in der Volksrepublik China).

    In seiner Rede am 9.ย Mรคrz 2020 erklรคrte der WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus, dass mehr als 70ย % der etwa 80.000 Infektionsfรคlle mittlerweile genesen seien und die Kliniken verlassen hรคtten.[115] Die Zahl der Neuinfektionen in China lag an diesem Tag bei 45.[31]

    In dem Bericht der WHO-Mission, fรผr den im Februar Wissenschaftler aus acht Lรคndern neun Tage im Land unterwegs waren, heiรŸt es, China habe โ€ždie womรถglich ambitionierteste, agilste und aggressivste Anstrengung zur Krankheitseindรคmmung in der Menschheitsgeschichteโ€œ unternommen.[116][117][118]

    Indien
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    Bestรคtigte Infizierte in Indien nach Daten der WHO; oben kumuliert, unten Tageswerte[58]

    Am 24. Mรคrz 2020 erlieรŸ die Regierung Indiens eine 21-tรคgige Ausgangssperre fรผr die gesamte Bevรถlkerung, da es trotz vergleichsweise weniger Tests offiziell mehr als 500 Corona-Fรคlle gab.[119][120] Narendra Modi, der derzeitige Premierminister Indiens, ordnete besonders strenge MaรŸnahmen an. Regierungsstellen, Bรผros, Einkaufszentren und รถffentliche Verkehrsmittel sind stillgelegt โ€“ diese MaรŸnahme trat nur vier Stunden nach Bekanntgabe in Kraft, was dazu fรผhrte, dass die Bevรถlkerung kaum Vorbereitungszeit hatte und die Versorgung mit Lebensmitteln aufgrund von extremen Hamsterkรคufen teilweise nicht mehr gewรคhrleistet war.[121] Laut Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation sind in Indien 80,9 Prozent der Arbeitskrรคfte im informellen Sektor beschรคftigt โ€“ ohne Vertrรคge, Lohnfortzahlung oder Versicherung. Jeder verstrichene Tag ohne Arbeit bedeutet fรผr sie einen Tag ohne Einkommen. Hinzu kommt, dass viele kaum Rรผcklagen haben.[122][123]

    Iran
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    Am 20. Februar 2020 meldete die Regierung der Islamischen Republik Iran den Nachweis des Virus bei zwei Todesfรคllen.[31] Da bei den an die Weltgesundheitsorganisation gemeldeten Zahlen fรผr Iran die Zahl der Todesfรคlle in Relation zur Zahl der Infizierten รผberdurchschnittlich hoch war, wird in Presseberichten eine hohe Dunkelziffer nicht erkannter oder nicht gemeldeter Infektionen mit SARS-CoV-2 vermutet.[124][125] Experten drรผckten ihre Besorgnis aus, dass Iran nicht รผber die erforderlichen Ressourcen verfรผge, die Ausbreitung der Infektion einzudรคmmen, sollten die Fallzahlen stark steigen.[126] Reisende mit Aufenthalt in Iran waren bis Anfang Mรคrz 2020 die Ursache fรผr Infektionen in mehreren Lรคndern im Nahen und Mittleren Osten, beispielsweise Afghanistan, Bahrain, Irak, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Pakistan und den Vereinigten Arabischen Emiraten.[127]

    Am 25. Februar 2020 wurde bekannt, dass der stellvertretende iranische Minister fรผr Gesundheit Iraj Harirchi, der tags zuvor bestritten hatte, das AusmaรŸ des Ausbruchs zu vertuschen, positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden war.[128] Vom 2. bis 10.ย Mรคrz war ein Team der Weltgesundheitsorganisation vor Ort, um bei der Bekรคmpfung des COVID-19-Ausbruchs zu helfen,[127][129] dabei wurde angemahnt, dass die Mitarbeiter im Gesundheitssystem besser geschรผtzt werden mรผssten.[129] Am 4.ย Mรคrz 2020 erklรคrte der Generalstaatsanwalt des Landes, das Horten von Atemschutzmasken und anderen Vorrรคten sei mit der Todesstrafe belegt worden.[125]

    Laut WHO-Bericht vom 23.ย Mรคrz 2020 lag die offizielle Zahl der Todesfรคlle bei 1.685, bei insgesamt 21.638 Infektionsfรคllen. Den hรถchsten Stand an tรคglichen Neuinfektionen erreichte man am 30.ย Mรคrz mit 3.186 Fรคllen, danach sank die Zahl kontinuierlich, so dass am 8.ย April erstmals seit dem 24.ย Mรคrz wieder unter 2.000 Neuinfektionen pro Tag vermeldet werden konnten. Die Gesamt-Todeszahl รผbertraf bereits am 4.ย April die von China und war ab diesem Tag nur noch in fรผnf anderen Lรคndern der Welt hรถher. Auch bei der Zahl der Infizierten gehรถrt Iran weiterhin zu den am schwersten betroffenen Staaten. Auf dem Stand vom 10.ย April 2020 meldeten nur sieben andere Lรคnder mehr Infektionen.[31] Am 25. Mai 2020 meldete die WHO 135.701 Infizierte und 7.417 Todesfรคlle.[130]

    Tรผrkei
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    Die Tรผrkei war vergleichsweise lange Zeit nicht von der COVID-19-Pandemie betroffen. Prรคventiv wurden am 24.ย Januar 2020 an den internationalen Flughรคfen Wรคrmebildkameras installiert und bei Reisenden aus China Tests durchgefรผhrt, spรคter wurden alle Passagiere kontrolliert. Am 11.ย Mรคrz 2020 gab der Gesundheitsminister Fahrettin Koca bekannt, dass ein Mann, der sich unter anderem in Italien und Deutschland aufgehalten hatte, positiv auf das Virus getestet worden sei. Am 12.ย Mรคrz fand unter der Leitung des Staatsprรคsidenten eine Sondersitzung statt. Daraufhin wurde bekannt gegeben, dass sรคmtliche Schulen geschlossen werden und ab dem 23. Mรคrz der Fernunterricht an den Schulen beginnt. Weiter wurden in einem ersten Schritt Flรผge in mehrere EU-Lรคnder verboten, spรคter folgten die Schweiz, das Vereinigte Kรถnigreich und Saudi-Arabien. Am 16.ย Mรคrz 2020 wurden alle Geschรคfte geschlossen, die nicht der Grundversorgung dienen. Am 22.ย Mรคrz 2020 waren laut Gesundheitsministerium bereits 1.236 Menschen infiziert und 21 gestorben.[131][132][133] Am 31.ย Mรคrz waren es laut Gesundheitsminister Fahrettin Koca 13.531 Infizierte und 214 Gestorbene.[134] Am 10.ย April meldete die Tรผrkei als elftes Land weltweit den 1.000. Todesfall. Die Zahl der Infizierten betrug nun 47.029 und war damit achtmal hรถher als zwei Wochen zuvor, wo sie noch mit 5.698 angegeben wurde.[31] Am 25.ย Mai 2020 meldete die WHO 156.827 Infizierte und 4.340 Todesfรคlle.[135]

    Vorderasien, Naher Osten
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    Bestรคtigte Infizierte in Israel nach Daten der WHO. Oben kumuliert, unten Tageswerte[58]

    In Vorderasien bzw. im Nahen Osten meldeten am 22.ย Februar 2020 jeweils Israel und der Libanon ihren ersten Erkrankungsfall.[136] Am 24.ย Februar bestรคtigten Kuwait (3), Bahrain (1), Afghanistan und der Irak (1) die ersten Infektionsfรคlle in ihren Lรคndern.[137] Bei all diesen neu gemeldeten Fรคllen soll es Verbindungen zu Iran gegeben haben.[126] Bei den Fรคllen im Libanon, in Kuwait, Bahrain, Oman, Katar und in den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie im Irak und in Afghanistan konnte im Nachhinein ein Zusammenhang mit Reisen nach Iran ermittelt werden.[127][138] Am 22. Mรคrz 2020 gab auch Syrien offiziell seinen ersten Coronavirus-Fall bekannt.[139]

    Besondere Sorge bereitet den Experten die mรถgliche Ausbreitung des Virus in Lรคndern mit einem unzureichenden Gesundheitssystem und รผberfรผllten Flรผchtlingslagern.[140][141][139] Im Nordwesten Syriens beispielsweise leben drei Millionen Geflรผchtete unter prekรคren Lebensbedingungen, und Syriens Gesundheitssystem ist nach neun Jahren Bรผrgerkrieg weitgehend heruntergewirtschaftet.[142]

    Republik China (Taiwan)
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    Ausgehend von der SARS-Epidemie 2004 etablierte Taiwan mit dem Nationalen Gesundheitskommandozentrum eine zentrale Einrichtung zur Steuerung der Reaktion auf einen erneuten Krankheitsausbruch. Am 31.ย Dezember 2019, an dem Tag, als die VR China der WHO eine Hรคufung von Pneumonien meldete, begannen die taiwanischen Behรถrden mit Fiebermessungen und Befragungen bei allen Flugreisenden aus der Volksrepublik. Bis zum 24.ย Februar 2020 beschloss das Gremium 124 EinzelmaรŸnahmen, von der Regelung der Quarantรคne, der proaktiven Suche nach Infizierten, Regelungen fรผr Schulen und Bildungseinrichtungen sowie der Kontrolle von See- und Luftgrenzen. Die Produktion von Schutzmasken wurde unter Heranziehung von Soldaten gesteigert. Am 20.ย Januar 2020 gab die taiwanische Gesundheitsbehรถrde (Taiwan CDC) bekannt, รผber einen Vorrat von 44ย Millionen OP-Masken und 1,9ย Millionen N95-Masken zu verfรผgen (bei rund 23,5ย Millionen Einwohnern). Die Zahl bereitstehender Isolationszimmer mit Unterdrucksystem wurde mit 1100 angegeben. Taiwan fasste Reise- und Kranken- sowie Sozialversicherungsdaten zusammen, um die Gefรคhrdung von individuellen Personen zu errechnen. Aufgrund dieser Daten wurde ein Echtzeitalarm an die betreffenden Personen per Mobilfunk verschickt. Dieser ermรถglichte erst die Einreise. Bei unauffรคlliger Datenlage wurden die Personen durchgewinkt. Bei Verdachtsfรคllen aufgrund der Reisedaten wurden die betreffenden Personen unverzรผglich fรผr die Dauer der Inkubationszeit in hรคusliche Quarantรคne รผberfรผhrt. Die Einhaltung der Quarantรคne wurde รผber das Mobiltelefon รผber dasselbe Programm รผberwacht.[143]

    Anfang Mรคrz 2020 zeigte sich, dass die Eindรคmmung des SARS-CoV-2 in Taiwan mit diesen MaรŸnahmen รผberaus erfolgreich verlief, obwohl Taiwan auf Druck Chinas offiziell von der WHO nicht mit Informationen versorgt und von der Zusammenarbeit fast vollstรคndig ausgeschlossen wurde.[144]

    Sรผdkorea
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    Bestรคtigte Infizierte in Sรผdkorea nach Daten der WHO; oben kumuliert, unten Tageswerte[58]

    Mitte Februar 2020 wurden in Sรผdkorea die ersten Fรคlle festgestellt, bei denen sich nicht klรคren lieรŸ, wo sie sich angesteckt hatten.[145] Die Zahl der bekannten Infektionsfรคlle bewegte sich bis zum 20.ย Februar 2020 bei unter 50 und stieg dann sprunghaft an. Ein erheblicher Teil konnte auf eine 61-jรคhrige Superverbreiterin zurรผckgefรผhrt werden, die innerhalb der Shincheonji-Kirche in Daegu mindestens 37 andere Anhรคnger infiziert hatte.[146] Sie hatte zuvor einen Virustest verweigert. Am 22.ย Februar 2020 wurden bereits mehr als 400 Infektionsfรคlle im Land gemeldet, von denen etwa die Hรคlfte mit der Kirchengemeinde in Daegu und einem Krankenhaus in Cheongdo in der Umgebung in Verbindung stand,[147] auรŸerdem zwei Todesfรคlle.[146] Die Stรคdte Daegu und Cheongdo wurden durch die Behรถrden zu โ€žSonderรผberwachungszonenโ€œ erklรคrt.[148] Am 23.ย Februar 2020 wurden รผber 600 Infektionsfรคlle sowie fรผnf Todesfรคlle gezรคhlt. Prรคsident Moon Jae-in erklรคrte, dass sich das Land an einem โ€žschwerwiegenden Wendepunktโ€œ befinde. Die nรคchsten Tage seien fรผr die Bekรคmpfung der Ausbreitung der Virusinfektion entscheidend.[149] In Sรผdkorea gibt es Apps und Webseiten, die per Nutzerverfolgung vor Orten warnen, an denen sich Infizierte nachweislich (mit ihrem Smartphone) aufgehalten haben.[150] Zur Eindรคmmung der Epidemie steigerten die Gesundheitsbehรถrden die Testkapazitรคt des Landes von rund 200 Ende Januar 2020 auf rund 1000 Ende Februar 2020. Vom 20.ย Januar bis zum 5.ย Mรคrz wurden rund 146.000 Personen in Sรผdkorea getestet. Nach Medienberichten wurden Anfang April 2020 tรคglich 400.000 Menschen getestet.[151] Das Ziel des Massentestprogramms ist die Unterbrechung der Infektionsketten durch Isolierung aller รœbertrรคger inklusive der beschwerdefreien Patienten.[152]

    Sรผdostasien
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    Hinweise zu COVID-19 in Osttimor

    Am 27. Januar 2020 wurde der erste Fall von SARS-CoV-2 in Kambodscha bei einem Chinesen, der aus Wuhan kam, registriert.[153] Am 13.ย Februar 2020 erreichte das Kreuzfahrtschiff Westerdam den Hafen von Sihanoukville. Bei einer US-amerikanischen Passagierin wurde kurz darauf bei der Weiterreise nach Malaysia eine Infektion mit dem Virus diagnostiziert. Seitdem durften die verbleibenden 980 Passagiere und Besatzungsmitglieder der Westerdam das Schiff nicht mehr verlassen, bis sie negativ auf das Virus getestet wurden. Da inzwischen allerdings neben der Frau noch weitere 1276 Passagiere bereits ungetestet das Schiff verlassen hatten und weitergereist waren, befรผrchteten Experten eine nun sehr viel schwerer eingrenzbare Verbreitung der neuartigen Coronavirus-Epidemie.[154] Bis zum 10.ย April 2020 wurden 120 Fรคlle gemeldet, Todesfรคlle waren bis zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt.[31]

    In Osttimor wurde am 21.ย Mรคrz 2020 erstmals ein Fall einer SARS-CoV-2-Infektion gemeldet. Es handelte sich um einen Auslรคnder, der in Osttimor lebt. Er hatte leichte Symptome und wurde von den Behรถrden isoliert.[155] Nach 28 Krankheitsfรคllen galt Osttimor seit dem 15. Mai 2020 als frei von COVID-19, bis erneut Corona-Infizierte unter Einreisenden entdeckt und isoliert wurden. Eine Verbreitung der Krankheit unter der Bevรถlkerung konnte durch die SchlieรŸung der Grenzen lange verhindert werden, doch ab Dezember 2020 brachten vor allem illegale Grenzgรคnger das Virus nach Osttimor. Mit Absperrung der einzelnen Gemeinden versuchte man die Verbreitung zu stoppen. Ab dem 7. April 2021 begann man mit Impfungen. Bis zum 18. September waren 32,4ย % voll geimpft, 55,3ย % hatten die erste Impfdosis erhalten. Zu dem Zeitpunkt zรคhlte man 18.994 Infizierte und 103 Tote.[156]

    In Singapur wurde bereits am 2. bzw. 3.ย Januar 2020 begonnen, alle Patienten mit Lungenkrankheiten zu identifizieren, die zuvor aus der Region Wuhan eingereist waren, und bei allen aus Wuhan ankommenden Reisenden am Flughafen die Kรถrpertemperatur zu messen. Im Januar wurden die Alarmstufen und das Contact-Tracing schrittweise ausgebaut. Am 31.ย Januar 2020 wurden Einreisen aus Hubei untersagt und 700 Menschen, die vorher in Hubei gewesen waren, isoliert. Aus China kommende Einwohner mussten sich von da an zwei Wochen lang isolieren. Nach Ausrufung der Alarmstufe โ€žDORSCON orangeโ€œ waren Lebensmittel und Gรผter des Grundbedarfs vielfach ausverkauft, Premier Lee Hsien Loong rief in einer Videoansprache in sozialen Netzwerken die Bevรถlkerung zur Ruhe auf. Es gebe reichlich Vorrรคte, die Stadt werde nicht abgeriegelt, und es wรผrden auch nicht alle Bรผrger angewiesen, zu Hause zu bleiben, wie in China, Sรผdkorea oder Italien geschehen.[157][158]

    Bis zum 19. Februar 2020 waren 84 Infizierte in Kliniken behandelt worden, von denen 4 auf eine Intensivstation kamen.[159] Bis zum 16.ย Mรคrz 2020 gab es 121 bestรคtigte COVID-19-Fรคlle; es waren jedoch fast ebenso viele Patienten als geheilt entlassen worden. Alle COVID-19-Fรคlle konnten innerhalb kรผrzester Zeit isoliert werden, die Kontakte wurden mit dem nach der SARS-Epidemie 17 Jahre zuvor entwickelten Contact-Tracing-Management identifiziert und unter Quarantรคne gestellt. Premier Lee konnte vermelden, die Situation sei unter Kontrolle und man werde die Stadt nicht herunterfahren, so wie dies in China, Sรผdkorea oder Italien geschehen sei. Reisende aus Deutschland wurden nicht ins Land gelassen, das Land galt als Risikofall โ€“ als einer jener Staaten, die COVID-19 zu lange nicht ernst genug genommen hรคtten, wie Premier Lee kritisiert: โ€žEin alarmierendes Level von Inaktivitรคt hat es die Weltgesundheitsorganisation genannt. Wir hier in Singapur haben COVID-19 von Anfang an absolut ernst genommenโ€œ.[160] Auf dem Stand vom 15.ย April 2020 waren es 3699 Infizierte, darunter 10 Tote.[31]

    Thailand begann am 5. Januar 2020 Einreisekontrollen fรผr Flรผge aus Wuhan und meldete am 13.ย Januar 2020 den ersten SARS-CoV-2-Fall auรŸerhalb Chinas.[161][162] Bis 15.ย April 2020 stieg die Zahl der Infizierten auf 2672, darunter 46 Tote.[31]

    Japan
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    Bestรคtigte Infizierte in Japan nach Daten der WHO; oben kumuliert, unten Tageswerte[58]

    Die Zahl der Infizierten an oder von Bord der Diamond Princess im Hafen von Yokohama stieg am 24.ย Februar 2020 auf 691. Diese Infektionsfรคlle werden in den WHO-Berichten nicht Japan zugeordnet, sondern als Internationale Befรถrderung gefรผhrt (vergleiche den Abschnitt Diagramme und Tabellen).[31] Am 26.ย Februar ordnete das Schulamt in der Prรคfektur Hokkaidล an, Grund- und Mittelschulen fรผr einige Tage zu schlieรŸen.[163] Am gleichen Tag stieg die Zahl der Infektionen in Japan auf 164.[31] Am Folgetag verkรผndete der Premierminister Shinzล Abe die SchlieรŸung aller Schulen in Japan bis zum April 2020;[164] fรผr Kinder, deren berufstรคtige Eltern keine Betreuungsmรถglichkeit hatten, waren Ausnahmen vorgesehen.[165] Mitte Mรคrz waren es ca. 800 Infizierte und ein Dutzend Todesfรคlle, Mitte April mehr als 10.000 Infizierte und รผber 100 Tote, Mitte Mai mehr als 15.000 Infizierte und รผber 700 Tote.[31]

    Australien und Ozeanien

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    Europa

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    Seit dem 16. Januar 2020 gab es nachgewiesene Coronainfektionen in Europa.[166] Eine Woche spรคter, am 24.ย Januar 2020, wurde der erste Fall auf dem europรคischen Kontinent in Frankreich der WHO gemeldet,[167] und am 25. Januar wurde der erste Todesfall auรŸerhalb Asiens, ebenfalls in Frankreich, gemeldet.[166] Aufgrund der hohen Zahlen, welche die in China รผberstiegen, stufte die WHO Europa Anfang Mรคrz 2020 zum Epizentrum der Pandemie ein.[168]

    Bis April 2021 erlebte der Kontinent drei Wellen der Pandemie. Die erste dauerte von Mรคrz bis Mai 2020; sie fรผhrte in vielen Lรคndern zu einer รœberlastung der Gesundheitsinfrastruktur und dadurch zu einer hohen Sterblichkeit.[169][170] Die zweite Welle fand von September 2020 bis Anfang Februar 2021 statt und die dritte schloss sich kurz darauf ab Mรคrz 2021 an.

    Afrika

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    Bestรคtigte Infizierte in ร„gypten nach Daten der WHO; oben kumuliert, unten Tageswerte[58]

    Am 14. Februar 2020 wurde der erste Infektionsfall auf dem afrikanischen Kontinent โ€“ in ร„gypten โ€“ gemeldet.[171] Es handelte sich um einen 33-jรคhrigen aus dem Ausland stammenden Patienten; nach Angaben des รคgyptischen Gesundheitsministeriums fielen bei allen seinen Kontaktpersonen die Tests auf den Erreger negativ aus. Bis zum 16.ย Mรคrz 2020 wurden von 26 afrikanischen Lรคndern Fรคlle gemeldet.[172][173] Angola meldete am 21.ย Mรคrz 2020 seinen ersten Corona-Fall.[174] Bis zum 25.ย Mรคrz 2020 wurden 2412 Fรคlle in 43 afrikanischen Staaten gemeldet, davon 709 in Sรผdafrika.[175]

    Angloamerika

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    Kanada
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    Am 13. Mรคrz wurde bekanntgegeben, dass die Ehefrau des kanadischen Regierungschefs Justin Trudeau positiv getestet wurde. Vorsorglich begaben sich beide fรผr 14ย Tage in hรคusliche Quarantรคne.[176] Trudeau war der erste Regierungschef, der in hรคusliche Quarantรคne ging.[177]

    Es wurden zahlreiche MaรŸnahmen gegen das Virus angekรผndigt. So soll das Parlament fรผnf Wochen schlieรŸen, internationale Flรผge sollen auf wenige Flughรคfen mit besonderen Kontrollen umgeleitet werden, Kreuzfahrtschiffe mit mehr als 500 Personen sollen nicht mehr andocken dรผrfen. Von einem Einreiseverbot wurde zunรคchst abgesehen, um nicht zu illegalen Grenzรผbertritten Anlass zu geben. Die Regierung forderte die Bรผrger auf, von entbehrlichen Auslandsreisen abzusehen und sich im Sinne der rรคumlichen Distanzierung von Menschenmassen fernzuhalten.[178] Am 16. beziehungsweise 18. Mรคrz wurden dann doch Einreiseverbote ausgesprochen.

    Vereinigte Staaten
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    Bestรคtigte Infizierte in den Vereinigten Staaten nach Daten der WHO; oben kumuliert, unten Tageswerte[58]

    Der erste bestรคtigte Fall in den USA wurde am 21.ย Januar 2020 aus dem Bundesstaat Washington vermeldet.[179] Am 6. Mรคrz 2020 waren 245 bestรคtigte Fรคlle sowie 14 Todesfรคlle bekannt.[180] In mehreren Bundesstaaten wurde zahlreichen Menschen eine hรคusliche Quarantรคne verordnet, insbesondere mehr als 2.500 Menschen allein in New York und mehr als 9.700 in Kalifornien (Stand: 6. Mรคrz 2020). Es handelt sich um Kontaktpersonen der ersten bestรคtigten Infizierten sowie um zurรผckgekehrte Reisende.[181]

    Ende Januar bewerteten die CDC die Gefahr durch COVID-19 fรผr die US-Bevรถlkerung als niedrig.[182]

    Die Federal Reserve stellte im Mรคrz 2020 Dollarscheine, die aus Asien zurรผckkehren, unter eine siebentรคgige Quarantรคne.[183]

    Anfangs verharmloste US-Prรคsident Donald Trump die Gefahren des neuartigen Coronavirus.[184][185] Zahlreiche Aussagen Trumps in den ersten beiden Mรคrz-Wochen zur Pandemie stellten sich retrospektiv als inkorrekt heraus, werden mithin vom CNN als โ€žFalschaussagenโ€œ angeprangert.[186] In einer Fernsehansprache am 11.ย Mรคrz 2020 kรผndigte er โ€“ ohne Absprache mit der EU โ€“ ein einmonatiges Einreiseverbot fรผr Nicht-US-Bรผrger an, die sich in den vergangenen zwei Wochen in einem der 26 europรคischen Lรคnder des Schengenraums aufgehalten hatten.[187] Wenige Tage spรคter erweiterte Trump den Einreisestopp auf GroรŸbritannien und Irland.[188]

    Angesichts des sich ausbreitenden neuartigen Coronavirus in den USA wurde am 13. Mรคrz 2020 der nationale Notstand ausgerufen. Bis dahin waren weniger als insgesamt 15.000 Menschen getestet worden โ€“ wobei rund 2300 positiv auf COVID-19 getestet wurden. Diese vergleichsweise niedrige Zahl an positiv auf COVID-19 Getesteten lag daran, dass es an Tests fehlte. Vielen Menschen mit Krankheitssymptomen gelang es nicht, sich testen zu lassen. Prรคsident Trump erklรคrte, die Produktion von fรผnf Millionen Coronavirus-Tests sei angestrebt, die โ€žsehr baldโ€œ verfรผgbar sein wรผrden.[189][190]

    Als erster US-Bundesstaat verhรคngte Kalifornien am 19.ย Mรคrz 2020 eine Ausgangssperre. Gouverneur Gavin Newsom ging davon aus, dass sich knapp 60ย Prozent der 40ย Millionen Einwohner in den nรคchsten acht Wochen anstecken kรถnnten. In einigen Teilen Kaliforniens hรคtten sich laut Newsom zuvor die Fallzahlen alle vier Tage verdoppelt. Bis zur Verhรคngung der Ausgangssperre waren in Kalifornien 958 Infektionsfรคlle bekannt geworden sowie 19 Todesfรคlle. Am selben Tag hatte Bรผrgermeister Eric Garcetti die Einwohner von Los Angeles dazu aufgerufen, nach Mรถglichkeit zu Hause zu bleiben. Zuvor waren bereits im Raum San Francisco viele Bezirke mit einer einwรถchigen Ausgangssperre konfrontiert worden.[191]

    Am 27. Mรคrz 2020 wurden in den USA erstmals รผber 100.000 Infizierte gemeldet.[192] Damit entwickelten sich die USA neben Europa und nach China zum neuen Zentrum der Pandemie.[193] Die amerikanische Gesundheitsbehรถrde CDC rief am 4. April die amerikanische ร–ffentlichkeit dazu auf, im Alltag Schutzmasken zu tragen, um die Verbreitung der Infektionskrankheit zu verlangsamen.[194][195]

    Lateinamerika

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    Die COVID-19-Pandemie erreichte Lateinamerika spรคter als Asien und Europa. Seitdem hat sich das Virus aber รผber alle Lรคnder der Region ausgebreitet, wenn auch in unterschiedlicher Geschwindigkeit und mit unterschiedlichen Infektions- und Todeszahlen.[196] In vielen Lรคndern sind die Gesundheitssysteme รผberfordert. Auch die Reaktionen der lateinamerikanischen Regierungen waren verschieden.[197] Wรคhrend Staaten wie Argentinien, Bolivien, Kolumbien und Uruguay frรผh rรคumliche Distanzierung im Rahmen einer Massenquarantรคne anordneten, spielten die Prรคsidenten Mexikos und Brasiliens (siehe Falschinformationen zur COVID-19-Pandemie #Brasilien) die Bedrohung durch das Virus zunรคchst herunter. In vielen Staaten wurden schnelle soziale HilfsmaรŸnahmen verabschiedet.[198] Vielfach wurden die Regierungen mit Sonderkompetenzen ausgestattet. Auch in den Fรคllen, in denen dies zur Eindรคmmung der Pandemie gerechtfertigt scheint, fรผrchten Kritiker einen Verlust an demokratischer Qualitรคt und die Legitimierung autoritรคrer Praktiken รผber die akute Krise hinaus.[199][197]

    Brasilien
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    Bestรคtigte Infizierte in Brasilien nach Daten der WHO; oben kumuliert, unten Tageswerte[58]

    Nachdem am 26. Februar 2020 in Brasilien die erste bestรคtigte Infektion mit dem neuartigen Coronavirus aus Sรผdamerika gemeldet worden war[200] und am 28.ย Februar zwei positive Fรคlle aus Mexiko bekannt geworden waren,[201] gab es mit Stand 1.ย Mรคrz 2020 noch zehn weitere bestรคtigte SARS-CoV-2-Infektionen in Lateinamerika: einen zweiten Fall in Brasilien, vier Fรคlle in Mexiko, sechs in Ecuador und einen Fall in der Dominikanischen Republik. Bis zum 8.ย Mรคrz kamen fรผnf bestรคtigte Infektionsfรคlle in Costa Rica hinzu. Auf dem sรผdamerikanischen Kontinent traten Infektionen auch in Peru, Kolumbien und Franzรถsisch-Guayana auf.

    Die beiden brasilianischen Erstpatienten, ein 61-Jรคhriger und ein 32-Jรคhriger, stammen aus Sรฃo Paulo und waren kรผrzlich von Reisen nach Italien zurรผckgekehrt.[202] Am 4.ย April 2020 wies das Land offiziell 10.278 Infektionen aus, eine Woche spรคter waren es doppelt so viele. Zudem wurde am 11.ย April 2020 der tausendste Todesfall gemeldet.[31]

    Ecuador
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    Das zunรคchst am stรคrksten betroffene Land Lateinamerikas war Ecuador. Bis zum 4. Mรคrz stieg die Zahl der dort bestรคtigten Infizierten auf zehn an. Alle Fรคlle sind Kontaktpersonen einer 71-jรคhrigen, in Spanien lebenden Frau, die aus Madrid nach Ecuador gereist und einige Tage nach ihrer Ankunft erkrankt war.[203] Bis zum 8.ย Mรคrz erhรถhte sich die Zahl der bestรคtigten Infektionsfรคlle in dem Land auf 14, am 7.ย April wies Ecuador 3747 Infektionen auf. Davon waren allein 1600 Infizierte in Krankenhรคusern beschรคftigt, da es an Schutzmaterialien mangelt.[204]

    Ecuador weist in Relation zur Gesamtbevรถlkerung deutlich mehr Infizierte und Tote als die anderen lateinamerikanischen Staaten auf. Bereits auf dem Stand vom 15. Mรคrz gab es in der am stรคrksten betroffenen Provinz Guayas 10.000 mehr Tote, als in normalen Jahren bis dahin gezรคhlt wurden, so dass anzunehmen ist, dass das Virus deutlich frรผher auftrat als bisher bekannt.[205] In der ecuadorianischen Metropole Guayaquil (Prov. Guayas) kollabierte Ende Mรคrz das Bestattungswesen. Spezialeinheiten mussten mit einer dreiwรถchigen Bergungsmission beginnen und holten bis zum 12.ย April 1402 Leichen aus Privathaushalten und Krankenhรคusern der Stadt, da die Leichenhรคuser voll waren und die Toten teils auf der StraรŸe abgelegt wurden, zudem wurden weitere Leichen ohne Untersuchung bereits zuvor privat verbrannt.[206][207] Die zu diesem Zeitpunkt offizielle Todeszahl von etwas รผber 300 ist daher als unrealistisch einzustufen und eine hohe Dunkelziffer anzunehmen. Die Ursache des jeweiligen Todes der geborgenen Leichen wurde allerdings nicht bekannt gegeben, so dass keine sichere Zahl mehr ermittelt werden kann.

    Kuba
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    Bestรคtigte Infizierte in Kuba nach Daten der WHO; oben kumuliert, unten Tageswerte[58]

    Am 11. Mรคrz meldete Kuba die ersten Fรคlle; drei Touristen aus Italien wurden positiv auf COVID-19 getestet.[208] Die Ausbreitung des Virus SARS-CoV-2 in Kuba stellt das Gesundheitssystem der sozialistischen Karibikinsel auf die Probe. Ursprรผnglich von Touristen und aus dem Ausland zurรผckreisenden Kubanern auf die Insel gebracht, hat sich das Virus rasch รผber die ganze Insel verbreitet; Mitte April wurden rund 1.000 Fรคlle von Infizierungen gezรคhlt.[209] Das Land verfรผgt รผber ein breites Gesundheitssystem mit einer sehr hohen ร„rztedichte (siehe COVID-19-Pandemie in Kuba). Gleichzeitig leidet die medizinische Versorgung unter einem Mangel an Ausrรผstung und Medikamenten sowie den niedrigen Lรถhnen des Personals. Hinzu kommen teils dramatische Versorgungsengpรคsse, auch bei sanitรคren Produkten und der Wasserversorgung. Aufgrund der hohen Altersstruktur gilt rund ein Viertel der Bevรถlkerung als Risikogruppe. Trotz der kritischen Lage auf der Insel selbst entsandte Kuba ร„rzte-Brigaden zur Bekรคmpfung der COVID-19-Epidemie in andere Lรคnder, unter anderem nach Norditalien und in zahlreiche Karibikstaaten.[210]

    Kubas schwierige wirtschaftliche Situation wird durch die Pandemie verschรคrft, da sie zum Einbruch des wichtigsten Wirtschaftszweiges des Landes, des Tourismus, gefรผhrt hat.[211] Die Regierung hat Lock-Down-MaรŸnahmen ergriffen. Zur Notversorgung der Bevรถlkerung hat sie verstรคrkt Nahrungsmittel und Sanitรคrprodukte dem freien Verkauf entzogen und in die Verteilungswirtschaft des Rationierungssystems รผberfรผhrt.

    Antarktika

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    Infizierte in Antarktika

    Im Dezember 2020 wurden 36 mit SARS-CoV-2 infizierte Mitarbeiter der chilenischen Bernardo-Oโ€™Higgins-Station auf der Antarktischen Halbinsel registriert, darunter 26ย Mitglieder des Militรคrs und 10ย Zivilkrรคfte. Es waren die ersten bekannten Fรคlle der COVID-19-Pandemie auf dem antarktischen Kontinent.[212]

    Flรผchtlingslager und marginalisierte Romasiedlungen

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    Besondere Sorge bereitet den Experten die mรถgliche Ausbreitung in Lรคndern mit unzureichenden Gesundheitssystemen, รผberfรผllten Flรผchtlingslagern und marginalisierten Siedlungen, in denen in vielen Staaten insbesondere Angehรถrige der nationalen Minderheit der Roma leben.[140][141] Beim Umgang mit der Risikogruppe der in Elendssiedlungen kumulierten Roma kommen ethnische Diskriminierung und daraus folgende Ungleichbehandlung erschwerend hinzu.[213][214][215] In einigen Staaten wรผrden Roma-Siedlungen polizeilich abgeriegelt und, wenn einzelne Roma unter Quarantรคne stehen, dem ganzen Roma-Kollektiv strikte MaรŸnahmen auferlegt, wรคhrend MaรŸnahmen gegenรผber Mitgliedern der Mehrheitsbevรถlkerung lediglich individuell vorgenommen wรผrden. Der Gesundheitsschutz der Roma werde dabei vernachlรคssigt.[213][214]

    Nationale MaรŸnahmen

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    Zahlreiche Staaten beschlossen mehr oder weniger einschneidende QuarantรคnemaรŸnahmen wie Kontaktbeschrรคnkungen, Ausgangssperren, SchulschlieรŸungen und Reisebeschrรคnkungen sowie Beherbergungsverbote. Eine groรŸe Welle solcher MaรŸnahmen wurde weltweit im Mรคrz 2020 beschlossen. Viele Staaten lockerten die QuarantรคnemaรŸnahmen dann im Mai und Juni 2020 wieder.[216] AuรŸerdem bemรผhten sich Staaten um die Stรคrkung ihres Gesundheitssystems, die Beschaffung von Schutzausrรผstung, die Fรถrderung der Forschung zur Behandlung von COVID-19 sowie zur Impfstoffentwicklung und trafen weitere MaรŸnahmen der Pandemieprรคvention. SchlieรŸlich ergriffen Regierungen im Anschluss an die Quarantรคnen MaรŸnahmen zur รœberwindung der Wirtschaftskrise 2020.[216] Die nationalen MaรŸnahmen waren sehr unterschiedlich, abhรคngig von den politischen Prioritรคten der Regierungen und den zur Verfรผgung stehenden Ressourcen. Genauere Informationen finden sich in den Artikeln zur COVID-19-Pandemie in einzelnen Lรคndern.

    MaรŸnahmen zur Sammlung von Kontakt- und Bewegungsdaten

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    COVID-19-Apps

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    Unter COVID-19-Apps versteht man mobile Apps, die durch Kontaktverfolgung (Tracking) die Eindรคmmung der COVID-19-Pandemie unterstรผtzen sollen. Viele Lรคnder entwickelten eigene Apps, zum Teil auf gleichen Standards, um Kompatibilitรคt zu erreichen.

    Sonstige Auswertung von Standortdaten

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    Auch ohne Tracking-Apps konnte mithilfe der Ortungsmรถglichkeiten von Mobiltelefonen und daraus abgeleiteter Bewegungsprofile รผberprรผft werden, ob sich Bรผrger an die im Rahmen der Coronavirus-Pandemie erlassenen Rechtsnormen hielten. Lothar Wieler, der Prรคsident des deutschen Robert Koch-Instituts, erlรคuterte, dass die hierfรผr notwendigen Informationen, Ortungen und Bewegungsdaten von der Telekom zur Verfรผgung gestellt wurden: Es sei mรถglich, โ€žkleinrรคumig und ziemlich aktuell nachzuvollziehen, wie sich bestimmte MaรŸnahmen, die zur Epidemiebekรคmpfung eingefรผhrt worden sind, auch auswirkenโ€œ.[217] Mit Mobilitรคtsdaten konnte zum Beispiel tagesaktuell beobachtet werden, โ€žwie sich Menschen beweg[t]en, und ob sie in den letzten Wochen ihr Verhalten verรคndertโ€œ hatten.[218]

    Internationale MaรŸnahmen

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    Internationale Gesundheitsnotlage, WHO-MaรŸnahmen

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    Am 30. Januar 2020 erklรคrte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus das Vorliegen einer Gesundheitlichen Notlage internationaler Tragweite (auch vereinfacht โ€žinternationale Gesundheitsnotlageโ€œ genannt).[219][220] Ausschlaggebend hierfรผr war die Sorge um die mรถgliche Ausbreitung der Virusepidemie auf Lรคnder mit einem schwach entwickelten Gesundheitssystem, insbesondere in Subsahara-Afrika. Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation betonte ausdrรผcklich, dass die Gesundheitsnotlage nicht wegen der Lage in China erklรคrt worden sei. Die WHO habe weiterhin volles Vertrauen in die Fรคhigkeiten Chinas, die Epidemie im Land unter Kontrolle zu bringen.[221]

    COVID-19-Test-Kit

    Am 11. und 12. Februar 2020 fand in Genf auf Einladung der Weltgesundheitsorganisation eine Konferenz statt, auf der sich รผber 400 Experten aus verschiedenen Fachgebieten zur Epidemie berieten. Es ging um den Austausch von Wissen รผber die Krankheit COVID-19 und das sie verursachende Virus SARS-CoV-2 sowie um die Festlegung zeitnaher Strategien zur Entwicklung von Impfstoffen und Behandlungsmethoden.[222][223] In seiner Rede auf der Mรผnchner Sicherheitskonferenz am 15.ย Februar 2020 sagte Ghebreyesus, dass die chinesischen MaรŸnahmen halfen, die Weiterverbreitung der Epidemie auf andere Staaten zu verlangsamen. Er lobte die gute Zusammenarbeit der internationalen Forschergruppen und erklรคrte, dass Tests zur Diagnose des Virus sowie persรถnliche Schutzausrรผstungen fรผr medizinisches Personal an Staaten mit groรŸem Bedarf verschickt wurden.[224] Im Situation Report โ€“ 29 der WHO vom 18.ย Februar 2020 wurde gemeldet, dass Testkits zur Labordiagnose von COVID-19 nach 56 Staaten verschickt wurden, ebenso wurden mehr als 12ย Tonnen an persรถnlicher Schutzausrรผstung an Staaten mit besonderem Bedarf in den Regionen Westpazifik, Sรผdostasien und Afrika versandt.[31] Am 13.ย Mรคrz 2020 berichtete der WHO-Generaldirektor, dass 1,5ย Millionen Testkits nach 120 Staaten geliefert wurden und 28 weitere Staaten folgen wรผrden, auรŸerdem wurden Vorrรคte an persรถnlicher Schutzausrรผstung fรผr 56 Staaten bereitgestellt.[225] Die aktualisierte Meldung im Situation Report โ€“ 78 der WHO vom 7.ย April 2020 fรผhrte mehr als 900.000 Mund-Nasen-Schutzmasken, 62.000 N95-Masken, 1.000.000 Schutzhandschuhe, 115.000 Kittel, 17.000 Schutzbrillen und 34.000 Gesichtsschutzmasken auf, die an 133 Staaten versendet wurden.[31]

    Der WHO-Generaldirektor erklรคrte laut Medienangaben am 24.ย Februar 2020, dass es sich bislang nicht um eine Pandemie handele, sondern um Epidemien in einzelnen Lรคndern, denn es gebe bislang keine unkontrollierte globale Ausweitung des Virus. Von einer Pandemie zu sprechen, wรผrde Angst schรผren, sei im Prinzip unerheblich und wรผrde keine Menschenleben retten.[226]

    Am 1. Mรคrz 2020 gab die WHO eine Empfehlung fรผr die Verwendung von persรถnlicher Schutzausrรผstung heraus. Diese wurde durch die weltweite Knappheit an Schutzkleidung motiviert, welche fรผr Atemschutzmasken bereits bestehe und fรผr Kittel und Augenschutz absehbar sei. Darin wird empfohlen, bei der direkten Patientenversorgung unter anderem einen Mund-Nasen-Schutz zu verwenden. FFP2- oder N95-Masken sollten lรคnger und bei mehreren Patienten getragen werden, um Material zu sparen. Diese hรถherwertigen Masken sollten nur bei aerosolbildenden Eingriffen am Patienten zum Einsatz kommen. Der allgemeine Einsatz von Masken in der Bevรถlkerung wurde nur fรผr pflegende Angehรถrige und Personen mit Atemwegsbeschwerden empfohlen.[227] In mehreren Staaten zugleich kam es zu Engpรคssen, die nicht kurzfristig durch Produktionserhรถhungen und -umstellungen kompensiert werden konnten. Der Mangel an medizinischer Schutzkleidung, insbesondere auch an Atemschutzmasken sowie an Mund-Nasen-Schutz fรผr medizinische Fachkrรคfte und fรผr die Allgemeinheit, sowie an Desinfektionsmitteln wurde zu einem Faktor, den die Regierungen bei der Abwรคgung der Optionen miteinkalkulieren mussten. Teilweise griffen Regierungen direkt in Produktionsentscheidungen und Lieferketten ein.

    Am 11. Mรคrz 2020 stufte die WHO die globale Verbreitung des Coronavirus offiziell als Pandemie ein.[228] Im WHO-Bericht 53 vom 13.ย Mรคrz 2020 wurde bekannt gegeben, dass der Solidaritรคtsfonds zur Bekรคmpfung von COVID-19 (englisch COVID-19 Solidarity Response Fund) in Zusammenarbeit mit der UN-Stiftung und anderen Partnern eingerichtet wurde, um der Pandemie zu begegnen.[31] Ziel war es, bis Ende April 675ย Millionen US-Dollar zu sammeln, um Staaten mit besonderem Bedarf bei ihrem Einsatz gegen die Verbreitung von COVID-19 zu unterstรผtzen.[229] Um Spenden fรผr den Solidaritรคtsfonds zu sammeln und die Beschรคftigten im Gesundheitswesen im weltweiten Einsatz gegen das neuartige Coronavirus zu wรผrdigen, wurde zusammen mit der NGO Global Citizen fรผr den 18.ย April das globale Live-Streaming- und TV-Ereignis โ€žOne World: Together At Homeโ€œ (โ€žEine Welt: Zusammen zuhauseโ€œ) geplant. Kuratorin der Veranstaltung war Lady Gaga, es wurden Beitrรคge von internationalen Kรผnstlern und fรผhrenden Gesundheitsexperten gesendet.[230][231]

    Anfang April 2020 unterstรผtzte die WHO sechs รถstliche Mitglieder der WHO-Europagruppe mit finanziellen Mitteln in Hรถhe von 140ย Millionen Euro, davon stammten 30ย Millionen Euro von der EU-Kommission. Die Mittel wurden fรผr medizinische Ausrรผstung, persรถnliche Schutzausrรผstungen und Diagnosetests sowie Schulungen fรผr das medizinische und das Laborpersonal und Informationskampagnen in Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Republik Moldau, Ukraine und Belarus verwendet.[232]

    Die WHO verรถffentlichte auรŸerdem Informationen zur individuellen Vorbeugung, basierend auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Am 29.ย April lauteten die Empfehlungen:[233]

    • regelmรครŸig und grรผndlich die Hรคnde mit Wasser und Seife oder mit einer fรผr die Handdesinfektion geeigneten Handwaschlotion waschen, oder mit einem Handdesinfektionsmittel auf Alkoholbasis benetzen;
    • mindestens 1ย m Abstand zu anderen Personen halten;
    • รผberfรผllte รถffentliche Plรคtze meiden;
    • mรถglichst nicht Augen, Nase oder Mund berรผhren;
    • in die Armbeuge niesen oder husten bzw. in ein Taschentuch;
    • zu Hause bleiben, wenn man sich krank fรผhlt;
    • bei Fieber, Husten und Kurzatmigkeit einen Arzt konsultieren (vor Besuch zuerst anrufen);
    • auch bei milden Symptomen (wie z.ย B. leicht laufender Nase oder Kopfschmerzen) zu Hause bleiben

    COVAX ist eine von drei Sรคulen des Access to COVID-19 Tools (ACT) zur Beschleunigung des โ€žZugangs zu COVID-19-Instrumentenโ€œ, die im April 2020 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Europรคischen Kommission und Frankreich als Reaktion auf die COVID-19-Pandemie gegrรผndet wurden. Die WHO hat in Zusammenarbeit mit der Global Alliance for Vaccines and Immunisation (GAVI, โ€žGlobale Allianz fรผr Impfstoffe und Immunisierungโ€œ) und der Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) auch COVAX implementiert, um die globale Impfstoffentwicklung zu koordinieren. 184 Lรคnder sind bislang COVAX beigetreten, davon sind 92 Volkswirtschaften, die sich aufgrund niedriger und mittlerer Einkommen den Impfstoff nicht leisten kรถnnen, berechtigt, รผber Gavi COVAX Advance Market Commitment (AMC) Zugang zu COVID-19-Impfstoffen zu erhalten (Stand 12. November 2020). Es ist sicherzustellen, dass jedes teilnehmende Land einen garantierten Anteil an Dosen erhรคlt, um die am stรคrksten gefรคhrdeten 20ย Prozent seiner Bevรถlkerung bis Ende 2021 impfen zu kรถnnen.

    Am 1. Juni 2021 prรคsentierten IWF, WHO, Weltbank und WTO einen gemeinsamen Plan fรผr einen gerechteren Zugang zu Impfungen und forderten die internationale Gemeinschaft auf, eine verstรคrkte und koordinierte weltweite Impfstrategie zu unterstรผtzen, umzusetzen und mit neuen finanziellen Mitteln zu fรถrdern.[234]

    Am 1. Dezember 2021 einigten sich die 194 Mitglieder der WHO, einen vรถlkerrechtlich verbindlichen Vertrag zur Pandemieprรคvention auszuarbeiten.[235]

    Am 5. Mai 2023 wurde die internationale Gesundheitsnotlage aufgehoben.[20]

    MaรŸnahmen in der EU

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    In einer am 29.ย Januar 2020 abgeschlossenen Umfrage unter 47 Laboren ermittelte das Europรคische Zentrum fรผr die Prรคvention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) die Testkapazitรคt innerhalb der Europรคischen Union (EU) auf 8275 pro Woche an 37 Laboren in 24 Staaten. Diese Kapazitรคt sollte bis zum 17.ย Februar 2020 auf 9150 Tests pro Woche an 46 Laboren erhรถht werden.[236]

    Bei einem Treffen der EU-Gesundheitsminister am 13.ย Februar 2020 in Brรผssel wurde eine enge Zusammenarbeit beschlossen, um den Informationsaustausch, die Beschaffung persรถnlicher Schutzausrรผstungen und notwendige Kapazitรคten bei Behandlung und Diagnose von COVID-19 sicherzustellen. Es wurden finanzielle Mittel fรผr die Forschung und Entwicklung eines Impfstoffes bereitgestellt. EU-weit geltende Einreisebestimmungen wurden nicht vereinbart, allerdings wurde geplant, dass Reisende aus bestimmten Regionen zu ihren Kontakten mit Menschen aus den von der Epidemie betroffenen Gebieten befragt werden. Bei dem Treffen lehnte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nationale Alleingรคnge ab, ebenso das Fiebermessen von Einreisenden.[237]

    Am 24. Februar 2020 gab die Europรคische Kommission Hilfsinvestitionen in Hรถhe von 232ย Millionen Euro bekannt. Die Gelder sind fรผr die WHO, fรผr Forschung, fรผr Afrika und fรผr Flรผge fรผr die Rรผckholung von EU-Bรผrgern bestimmt.[238]

    Am 12. Mรคrz 2020 beschloss die Europรคische Zentralbank (EZB), bis zum Jahresende fรผr langfristige Kredite fรผr Banken und den Aufkauf von Wertpapieren 120ย Milliarden Euro bereitzustellen.[239] Eine Woche spรคter kรผndigte die EZB weitere Anleihekรคufe im Umfang von 750ย Milliarden Euro bis Ende des Jahres an, womit sie die Wirtschaft stabilisieren will.[240]

    Die EU-Kommission verabschiedete am 16. Mรคrz 2020 Leitlinien, in denen sie die Mitgliedstaaten aufforderte, bei Grenzkontrollen fรผr einen mรถglichst ungehinderten Warenverkehr im europรคischen Binnenmarkt sowie fรผr einen freien Grenzรผbertritt der im Gesundheits- und Nahrungsmittelsektor arbeitenden Pendler zu sorgen. EU-Bรผrgern, die durch ein anderes Land nach Hause wollen, solle die Durchreise erleichtert werden.[241]

    Am 17. Mรคrz 2020 beschlossen die Staats- und Regierungschefs der Europรคischen Union ein sofort wirksam werdendes 30-tรคgiges Einreiseverbot fรผr Nicht-EU-Bรผrger.[242] Ausnahmen gibt es fรผr Personen mit lรคngerfristigem Aufenthaltsrecht in einem EU-Staat sowie Sonderregelungen fรผr Staatsbรผrger von EFTA-Staaten und dem Vereinigten Kรถnigreich. Wer einen dringenden Einreisegrund habe (beispielsweise eine Beerdigung oder einen Gerichtstermin), mรผsse dafรผr die entsprechenden Nachweise mitfรผhren.[243]

    Die EU-Kommission kรผndigte am 20. Mรคrz 2020 an, sie werde wegen der Corona-Krise die Haushaltsregeln lockern. Zum ersten Mal werde die allgemeine Ausweichklausel des EU-Stabilitรคtspakts aktiviert.[244] Das heiรŸt, dass โ€žnationale Regierungen so viel Liquiditรคt wie nรถtig in die Wirtschaft pumpen kรถnnenโ€œ.[245]

    Anfang Mรคrz kam es in einigen Lรคndern zu Exportsperren fรผr Schutzausrรผstung, insbesondere Atemmasken und Schutzkleidung, so in Deutschland[246][247] und Frankreich.[248] Dadurch wurden Lieferungen fรผr schon stark betroffene Lรคnder wie Italien, Schweiz oder ร–sterreich, zurรผckgehalten.[249][250] Die EU-Kommission musste eine Rรผge wegen mangelnder Solidaritรคt aussprechen.[251][252][253] Erst Mitte Mรคrz 2020 konnte eine Einigung erzielt werden, die auf gemeinsame Beschaffung durch die Kommission und Exportbeschrรคnkungen nur fรผr EU-Drittlรคnder hinauslรคuft.[251] China kรผndigte an, Europa mit inzwischen dort nicht mehr benรถtigtem Material zu versorgen.[254] Allerdings stellten sich viele dieser chinesischen Lieferungen spรคter als Mangelware heraus.[255]

    Bundeskanzlerin Angela Merkel lobte die Initiativen der EU-Kommission, beispielsweise zur gemeinsamen Beschaffung von Schutzkleidung.[256]

    Bei einer Umfrage des Marktforschungsdienstes Aposcope gaben 32,1ย % von 56 befragten Apotheken an, beim Verkauf der Masken einen Aufschlag von 40ย % bis unter 50ย % zu erheben; 16,1ย % verlangten einen Aufschlag von 50ย % und mehr.[257][258] Der Einkaufspreis fรผr chirurgische Masken lag nach Angaben des Bayerischen Apothekerverbands bisher bei wenigen Cent und stieg seit dem รœbergang zur Maskenpflicht auf ein bis zwei Euro. Die Bundesvereinigung der deutschen Apothekerverbรคnde wies darauf hin, dass die Berufsordnung fรผr Apotheker โ€žallzu offensive Preisgestaltung, vulgo โ€šWucherโ€˜โ€œ, verbiete.[259]

    In einem Video-Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten am 26. Mรคrz 2020 vertraten einige Teilnehmer, so wie zuvor auch zahlreiche ร–konomen,[260] die Position, dass die Staaten gemeinsame Anleihen fรผr die Bekรคmpfung der Krise (auch als โ€žCorona-Bondsโ€œ bezeichnet) ausgeben sollten. Es kam aber zunรคchst zu keiner Einigung auf eine gemeinsame Position zur Finanzierung von KrisenbewรคltigungsmaรŸnahmen.[261] Der Prรคsident des Europรคischen Forschungsrats Mauro Ferrari reichte aus Enttรคuschung รผber die Reaktion der EU auf die Krise am 7. April 2020 seine Kรผndigung ein.[262]

    Am 9. April 2020 beschloss die EU als erste HilfsmaรŸnahme, besonders von der Pandemie betroffenen Mitgliedstaaten Kredite des Eurorettungsschirms ESM bis zu einer Hรถhe von 240 Milliarden zu gewรคhren, Kredite der Europรคischen Investitionsbank (EIB) in Hรถhe von 200ย Milliarden Euro fรผr Unternehmen bereitzustellen und ein Kurzarbeiterprogramm namens โ€žSUREโ€œ (Support Mitigating Unemployment Risks In Emergency, deutsch Unterstรผtzung zur Minderung des Arbeitslosenrisikos im Notfall) mit einem Umfang von 100 Milliarden Euro aufzustellen.[263][264] Ein lรคngerfristiges, zweites Hilfspaket gleicher Hรถhe (ein sogenannter Recovery Fund) wurde zwar vereinbart, aber es kam vorerst zu keiner Einigung รผber eine konkrete Finanzierung.[265]

    Die Europรคische Gruppe fรผr Ethik der Naturwissenschaften und der Neuen Technologien (EGE), welche eine beratende Funktion gegenรผber der Europรคischen Kommission hat, gab im April 2020 eine Erklรคrung รผber die Europรคische Solidaritรคt und den Schutz der Grundrechte wรคhrend der COVID-19-Pandemie ab. Sie rief dazu auf, die Solidaritรคt nicht auf die eigene Region oder das eigene Land zu beschrรคnken, und wies darauf hin, dass sozioรถkonomisch schlechter gestellte Menschen stรคrker von der Pandemie betroffen sind. Den Auswirkungen โ€“ dem Wirtschaftsabschwung ebenso wie einer Zunahme von hรคuslicher Gewalt, Kindesmissbrauch und Selbstmorden โ€“ sei durch unmittelbare UnterstรผtzungsmaรŸnahmen finanzieller und psychosozialer Art zu begegnen, ausgehend von dem gleichen, auf der Menschenwรผrde beruhenden Wert aller Menschen. Konkret sei auf den Instrumenten der finanziellen Unterstรผtzung aufzubauen, die zur Bewรคltigung der Finanzkrise 2008 eingesetzt wurden; EU-Mitgliedstaaten, die grรถรŸere medizinische Ressourcen haben, sollen sie mit anderen teilen. Die Rettung von Menschenleben sei das erste Ziel, wobei zugleich darauf zu achten sei, dass die Krise nicht zum Machtmissbrauch verwendet werde. รœberwachungsdaten seien nach einer Abwรคgung der VerhรคltnismรครŸigkeit frรผhzeitig wieder zu lรถschen. Nach der Krise sei aus den gesammelten Erfahrungen eine gemeinsame Strategie fรผr den Umgang mit zukรผnftigen Bedrohungssituationen zu entwickeln.[266]

    Am 18. Mai 2020 legten Angela Merkel und Emmanuel Macron รผberraschend einen gemeinsamen Vorschlag fรผr einen Wiederaufbaufonds vor. Statt einer gesamtschuldnerischen Haftung wie bei โ€žCorona-Bondsโ€œ sollen die Hilfen in Hรถhe von 500 Milliarden Euro รผber den EU-Haushalt finanziert werden. Hierdurch wรคre auch eine direkte demokratische Kontrolle der Mittelverwendung mรถglich.[265]

    Die kรผnftige European Health Emergency Response Authority (HERA) soll im Rahmen einer Europรคischen Gesundheitsunion als europรคische Behรถrde fรผr NotfallmaรŸnahmen im Gesundheitswesen geschaffen werden.[267] Ausgelรถst durch die Probleme bei der Bekรคmpfung der COVID-19-Pandemie legte die Europรคische Kommission am 11. November 2020 die Hauptelemente der kรผnftigen Behรถrde fest, die ab Ende 2021 tรคtig werden soll.

    AuรŸenpolitik und auรŸenpolitische internationale Zusammenarbeit

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    Flug- und Reiseverkehr

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    Zwischen 12.000 und 15.000 Verkehrsflugzeuge blieben weltweit im April 2020 am Boden.[268] Ein Analyst der Credit Suisse erwartete im Juli 2020 einen Rรผckgang der Ertrรคge im Zivilluftverkehr um 90 Prozent gegenรผber dem Vorjahr.[269]

    Studien im Gefolge der SARS-Pandemie 2002/2003 ergaben, dass die meisten infizierten Personen bei Flugreisen relativ wenige Kontaktpersonen ansteckten, wรคhrend es durch einige andere Personen zu einem Superspreading kam.[270][271] In einer Studie zu einem Flug mit 112 Passagieren wurden 16 Erkrankungen dokumentiert, welche infolge eines bereits erkrankten Passagiers entstanden. Dabei wurde eine Hรคufung der Ansteckungen bis zu 3ย Reihen vor dem Indexpatienten, in einem Abstand bis zu 2,30ย m, festgestellt.[272]

    Einzelne betroffene Kreuzfahrtschiffe

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    Mehrere Kreuzfahrtschiffe wurden im Rahmen der COVID-19-Pandemie unter Quarantรคne gestellt, andere mussten aufgrund von Befรผrchtungen, dass sich das Virus an Land weiter ausbreiten kรถnnte, ihre Route รคndern, um an einem anderen Hafen anzulegen. Mehrere Staaten holten ihre Bรผrger, die auf unter Quarantรคne gestellten Kreuzfahrtschiffen festsaรŸen, in die Heimat zurรผck. Teils wurde die Handhabung der QuarantรคnemaรŸnahmen an Bord und rund um die Ausschiffung als ein Risiko fรผr eine verstรคrkte Ausbreitung des Virus bewertet.

    Evakuierungen

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    Weltbank

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    Nachdem die Weltbank schon im Mรคrz 2020 ein Hilfspaket von 12 Milliarden US-Dollar aufgelegt hatte,[273] das Entwicklungslรคnder beim Kampf gegen das Coronavirus unterstรผtzen sollte, kรผndigte sie im April 2020 an, 160 Milliarden bereitzustellen.[274]

    Die Weltbank hatte im Jahr 2017 die Finanzierungseinrichtung fรผr Pandemienotfรคlle (englisch Pandemic Emergency Financing Facility, kurz: PEF) als Versicherungsmarkt fรผr weltweite Pandemienotfรคlle eingefรผhrt, in Zusammenarbeit mit den Rรผckversicherern Swiss Re, Mรผnchener Rรผck und GC Securities. Es wurden Anleihen in Hรถhe von insgesamt 320 Millionen US-Dollar ausgegeben.[275] Diese werfen jรคhrlich hohe Zinsen ab, im Gegenzug verlieren Anleger ihre Einlage zum Teil oder auch in Gรคnze, falls die Bedingungen fรผr eine Pandemie erfรผllt sind. Das Geld wird dann zur Finanzierung der Krisenreaktion verwendet.[276][277] Dies geschieht laut Medienberichten 84 Tage nach einem entsprechenden Lagebericht der WHO. Teils ist es selbst fรผr gut informierte Investoren schwer einzuschรคtzen, wann der Pandemienotfall eintritt.[276] Die Anleihe, die nicht an รถffentlichen Bรถrsen gehandelt wird, verlor im Zuge der Coronavirus-Epidemiekrise stark an Wert.[278] Experten betonen, dass die Summe klein ist im Vergleich der Gesamtheit der liquiden Mittel der Weltbank in Hรถhe von zehn Milliarden Dollar.[276]

    Vereinte Nationen

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    Der Generalsekretรคr der Vereinten Nationen Antรณnio Guterres rief am 23. Mรคrz zu einem sofortigen globalen Waffenstillstand auf, um Zivilpersonen in den Konfliktregionen vor der Pandemie zu schรผtzen. Guterres sagte spรคter, dass sein Aufruf seitdem von 70 Staaten sowie von regionalen Partnern, nichtstaatlichen Akteuren, Netzwerken der Zivilgesellschaft und Organisationen unterstรผtzt worden ist. Darunter seien auch elf in langjรคhrige Konflikte verwickelte Staaten. Eine Online-Petition, die auf diesen Aufruf der UN Bezug nahm, wurde von mehr als einer Million Personen unterstรผtzt.[279]

    Die Vereinten Nationen gaben am 2. April 2020 eine erste gemeinsame Resolution zur COVID-19-Pandemie ab. Sie riefen darin zu mehr internationaler Zusammenarbeit und Multilateralismus auf, mahnten den Schutz der Menschenrechte an und sprachen sich gegen Diskriminierung, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit aus. Einige Staaten, darunter Russland, hatten im Vorfeld gefordert, auch zur Aussetzung von internationalen Sanktionen aufzurufen.[280] In den Medien wurde die spรคte Reaktion der Vereinten Nationen auf die Bedrohung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit als eine โ€žKluft zwischen normiertem Anspruch und der Wirklichkeitโ€œ kritisiert.[281]

    Am 15. April 2020 begrรผรŸten die UN-Organisationen IOM, UNHCR und UNICEF Luxemburgs Aufnahme unbegleiteter minderjรคhriger Flรผchtlinge aus Griechenland.[282]

    Die Allianz fรผr Multilateralismus sagte in einer gemeinsamen, von den AuรŸenministern zahlreicher Staaten unterzeichneten Erklรคrung vom 16. April 2020 den Vereinten Nationen, der WHO und anderen internationalen Organisationen ihre Unterstรผtzung fรผr deren Anstrengungen zu, die Pandemie einzudรคmmen, zu bekรคmpfen und ihre Ausbreitung zu verhindern.[283]

    Medien berichteten von einem Veto der Vereinigten Staaten vom 8. Mai 2020 gegen einen bisher ausgehandelten Kompromissvorschlag fรผr eine COVID-19-Resolution. Diese sollte eine weltweite Waffenruhe in der Pandemie unterstรผtzen. Die Vereinigten Staaten widersprachen der Nennung der WHO in dem Entwurf, der von Frankreich und Tunesien ausgearbeitet worden war. Ebenso wenig stimmten sie einem in der Wortwahl abgewandelten Entwurf zu.[284]

    Internationale Nichtregierungsorganisationen

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    Einige internationale Nichtregierungsorganisationen (NGOs) setzten sich in Wuhan bei der Bekรคmpfung des Virus ein, darunter Project HOPE, Direct Relief und Save the Children China.[285]

    Die nationalen Rotkreuzgesellschaften arbeiten als nationale Hilfsgesellschaften in enger Zusammenarbeit mit Behรถrden fรผr die Bekรคmpfung des Virus.

    Die Organisation ร„rzte ohne Grenzen (MSF) setzt sich unter anderem in Italien, Spanien, Belgien, Frankreich, der Schweiz, Norwegen und Griechenland fรผr gefรคhrdete Bevรถlkerungsgruppen ein.[286] In Italien unterstรผtzen etwa 30 MSF-Mitarbeiter Krankenhรคuser, Pflegeheime und Patienten und helfen Hausรคrzten und Gesundheitsfachleuten bei der Umsetzung hรคuslicher Isolierung (Stand: 27. Mรคrz 2020).[286] In Spanien richtete MSF temporรคre Spitale ein, wo Patienten mit moderaten Beschwerden behandelt werden kรถnnen, um Notaufnahmen und Intensivstationen zu entlasten, und berรคt zum Schutz von medizinischem Personal und รคlteren Menschen.[286][287] In Frankreich unterstรผtzt MSF die รถrtlichen Gesundheitsbehรถrden bei der Diagnose und Behandlung von Infektionen in gefรคhrdeten Bevรถlkerungsgruppen, insbesondere unter Migranten und Obdachlosen.[286][288]

    Forschungseinrichtungen und Universitรคten

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    • Forschung findet einerseits auf den Gebieten der Impfstoffentwicklung und zur Behandlung[294][295] Erkrankter statt, andererseits wird an Diagnostik zum Nachweis einer aktiven Erkrankung und an Antikรถrpertests zum Nachweis einer bereits stattgefundenen Infektion geforscht. Wichtige Vorarbeit fรผr die Impfstoffentwicklung war die Entschlรผsselung des Erbguts des in Wuhan isolierten Virus im Januar 2020, verรถffentlicht in der frei zugรคnglichen GenBank des Nationalen Zentrums fรผr Biotechnologieinformation, gefolgt von der Entschlรผsselung weiterer Genomsequenzen.[296] Fortschritte bei der Diagnostik und den Antikรถrpertests verbessern die Nachverfolgbarkeit der Krankheit und kรถnnen so durch angepasste InfektionsschutzmaรŸnahmen dazu beitragen, die Verlaufskurve abzuflachen, was wichtig ist, um die Zahl der Intensivpatienten unterhalb der Kapazitรคtsgrenze der Intensivbetten zu halten.[297] Noch im Januar 2020 wurden erste Nachweisverfahren fรผr SARS-CoV-2 (damals noch als 2019-nCoV bezeichnet) mittels Reverse-Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion (RT-PCR) publiziert, weitere Gruppen von Wissenschaftlern verรถffentlichten ihre entwickelten Methoden; sie sind auf der Website der WHO abrufbar.[298]
    • Forscher entwickelten, verbesserten und ergรคnzten diverse Software, um die Pandemie abzumildern, die SARS-CoV-2-Viren besser zu verstehen, die Verbreitung von COVID-19 einzudรคmmen und mรถgliche GegenmaรŸnahmen โ€“ wie etwa potenziell umfunktionierbare medizinische Gegenmittel โ€“ zu evaluieren oder besser ein- und umzusetzen.
    • Forschern der schweizerischen Eawag und der ETH Lausanne ist es Ende April 2020 gelungen, Spuren des SARS-CoV-2-Virus im Abwasser nachzuweisen. In tรคglich aus der Abwasserreinigungsanlage von Lausanne entnommenen Proben konnten sie den Anstieg der SARS-CoV-2-Viren im Abwasser im Mรคrz und April grob nachzeichnen. Der Forschungserfolg erlaubt es, einen allfรคlligen Wiederanstieg der Infektionen rund eine Woche schneller zu erkennen als aufgrund der Tests. Ziel ist es, aus rund zwanzig groรŸen, geografisch gut รผber die Schweiz verteilten Klรคranlagen das Abwasser von rund 2,5 Millionen Menschen im Rahmen eines Frรผhwarnsystems zu รผberwachen.[300]
    • In Deutschland ist โ€“ insbesondere verglichen mit den Vereinigten Staaten โ€“ weniger in die Entwicklung von Medikamenten gegen das Virus investiert worden. Investitionen richteten sich vor allem auf die Entwicklung von Impfstoffen.[301]
    • Forscher der TU Darmstadt entwickeln in Kooperation mit der Stadtentwรคsserung Frankfurt am Main ein Monitoringsystem zum PCR-basierten Nachweis von Coronaviren im Abwasser, welches dabei auch asymptomatisch Infizierte erfassen kรถnnen soll. Eine Auswertung der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages zu den internationalen Forschungsaktivitรคten hinsichtlich einer abwasserbasierten Epidemiologie liegt seit Juni 2021 vor.[302][303]

    Auswirkungen

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    Die national sowie international beschlossenen MaรŸnahmen hatten wiederum drastische Auswirkungen auf eine Vielzahl von Lebensbereichen, die im Folgenden kurz aufgefรผhrt und in den jeweiligen Hauptartikeln nรคher beschrieben sind.

    Sozioรถkonomische Auswirkungen

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    Die Pandemie hatte, neben einem Rรผckgang der statistischen Lebenserwartung[304] um 1,6 Jahre,[305] weitreichende wirtschaftliche Auswirkungen, die sich zunรคchst in China und Asien, spรคter weltweit bemerkbar machten.

    Aufgrund von Hamsterkรคufen waren verschiedene Produkte wie Reis, Nudeln, Konserven und Toilettenpapier zeitweise ausverkauft

    Die Quarantรคne ganzer Regionen und Ausgangsbeschrรคnkungen fรผr die Bevรถlkerung wirkten sich auf die Versorgungslage aus[306] und fรผhrten im Einzelhandel mitunter zu Hamsterkรคufen von haltbaren Lebensmitteln und Toilettenpapier (Klopapierkrise).[307] Ebenfalls waren Dienstleistungsbranchen wie Tourismus[308], Gastronomie oder Unterhaltungseinrichtungen betroffen, die starke UmsatzeinbuรŸen verzeichneten.[306] Die Unterbrechung lรคnderรผberschreitender Lieferketten fรผhrte zu zumindest zeitweiligen Produktionsstopps.[306] Im Mรคrz 2020 kam es an den Aktienmรคrkten vieler Staaten zum Bรถrsenkrach.[309] Die Wirtschaftskrise im Jahr 2020 wurde in den Medien auch als Coronarezession bezeichnet. Der Internationale Wรคhrungsfonds stellte dazu im Oktober fest, dass diese Auswirkungen nicht nur durch Lockdowns verursacht wurden, sondern auch bei anhaltenden hohen Infektionszahlen ohne Lockdown durch das freiwillige Verhalten der Bevรถlkerung. Demnach habe sich gezeigt, dass frรผhe Lockdowns wirtschaftlich effektiver seien als langfristige milde MaรŸnahmen. Die kurzfristigen Kosten des Lockdowns seien geringer als die langfristigen. Gleichzeitig zeige sich, dass die MaรŸnahmen stรคrkere Auswirkungen auf Frauen und jรผngere Menschen hรคtten.[310]

    Die Pandemie hat weitreichende soziokulturelle Auswirkungen, so etwa auf die Arbeitswelt und die Schule. Da die Menschen dazu angehalten werden, ihre Arbeit mรถglichst von zu Hause auszufรผhren (Homeoffice), kรถnnen negative gesundheitliche Begleiterscheinungen auftreten (siehe Massenquarantรคne #Bewertung der MaรŸnahme). Im Zusammenhang mit dem Homeoffice ist in Deutschland beschlossen worden, dass Arbeitgeber dazu verpflichtet sind, Homeoffice anzubieten, soweit keine betrieblichen Grรผnde entgegenstehen.[311] Infolge der Pandemie kam es aber auch zu Kurzarbeit und zu Entlassungen. Hinzu kamen regionale oder landesweite SchulschlieรŸungen. Im Rahmen der COVID-19-Pandemie zeigen sich ebenfalls Auswirkungen auf das soziale Miteinander; beispielsweise kam es nach dem Aufruf zur rรคumlichen Distanz zu Ovationen an Fenstern und Balkonen als Dank an das medizinische Personal fรผr seine Arbeit in der Krise. Teils kam es aber auch zu Diskriminierung, Rassismus und Ausgrenzung von Personen, von denen lediglich vermutet wurde, sie kรถnnten das neuartige Coronavirus รผbertragen. Die Pandemie hat teils auch psychologische Folgen,[312] etwa ร„ngste und zwischenmenschliche Probleme. Vor allem im Internet kursieren viele Falschinformationen zur COVID-19-Pandemie.

    In nahezu allen betroffenen Lรคndern, insbesondere aber in solchen mit MassenquarantรคnemaรŸnahmen oder anderen Ausgangsbeschrรคnkungen beziehungsweise Kontaktverboten, sind kulturelle Veranstaltungen, wie Theater, Konzerte, Kino, Museumsbesuche, Besichtigungen, nahezu zum Erliegen gekommen. Hierzu zรคhlen auch Kirchweihen, Jahrmรคrkte, Stadt- und Dorffeste. Zahlreiche Kinostarts wurden verschoben, Preisverleihungen und Festivals abgesagt. Wegen der Pandemie wurden zahlreiche Sportveranstaltungen abgesagt oder verschoben; zunรคchst waren Veranstaltungen in China, spรคter in Asien und im Verlauf der Pandemie weltweit betroffen.[313]

    Wรคhrend der Pandemie verschรคrfte sich die soziale Ungleichheit. Im Jahr 2020 vergrรถรŸerte sich laut Forbes der Reichtum der rund 2.200 Milliardรคre um 1,9 Billionen Dollar. Es war der hรถchste je verzeichnete Anstieg.[314] Die Financial Times kam zusammen mit Morgan Stanley zu einer noch stรคrkeren VergrรถรŸerung des Reichtums. So konnten Milliardรคre weltweit ihre Vermรถgen im Jahr 2020 um fรผnf Billionen Dollar auf 13 Billionen Dollar erhรถhen und die Anzahl der Milliardรคre stieg von 2.000 auf 2.700.[315] Aufgrund dessen bewertete Marcel Fratzscher dieses Jahr โ€žfรผr die Hochvermรถgenden [als] das finanziell erfolgreichste Jahr in der Menschheitsgeschichteโ€œ.[316] Gleichzeitig nahm die Armut zu und es gab 160 Millionen Arme mehr. In Deutschland entsprach der Vermรถgenszuwachs der zehn reichsten Deutschen ab Beginn der Pandemie bis Anfang 2022 dem Gesamtvermรถgen der รคrmeren 40 Prozent. Kurz vor Beginn des Weltwirtschaftsforums am 17. Januar 2022 verรถffentlichte die Hilfsorganisation Oxfam den Ungleichheitsbericht โ€žInequality Killsโ€œ (Ungleichheit tรถtet). Manuel Schmitt, Referent fรผr soziale Ungleichheit bei Oxfam Deutschland, kommentierte: โ€žFรผr Milliardรคre gleicht die Pandemie einem Goldrausch.โ€œ[317] Laut Oxfams Jahresbericht 2022 hat seit Beginn der Pandemie extremer Reichtum ungewรถhnlich stark zugenommen. Vor allem groรŸe Unternehmen und Milliardรคre konnten ihre Vermรถgen stark vergrรถรŸern. 2020 und 2021 erhielt das reichste Prozent der Weltbevรถlkerung zwei Drittel des weltweiten Vermรถgenszuwachses. In Deutschland waren es sogar 81 Prozent (siehe auch Vermรถgensverteilung in Deutschland). Die weltweiten Forderungen bspw. nach รœbergewinnsteuern und hรถheren Vermรถgenssteuern wurden daher hรคufiger[318] und teilweise Realitรคt. Laut Hans-Jรผrgen Jakobs hat die Pandemie zu einer drastischen Steigerung von Fusionen und Firmenkรคufen gefรผhrt. Das weltweite Volumen der Mergers & Acquisitions erreichte im Jahr 2021 den Rekordwert von 5,9 Billionen Dollar. 2019 lag der Wert bei 4ย Billionen Dollar. In Deutschland wurde 2021 die Spitzensumme von fast 250 Milliarden Dollar erreicht, nach einem Wert von 163 Milliarden 2019.[319]

    Auswirkungen auf den รถffentlichen Verkehr

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    Wรคhrend der Pandemie wurde in vielen Lรคndern ein Mindestangebot des รถffentlichen Personennahverkehrs aufrechterhalten. Desinfektions- und ReinigungsmaรŸnahmen wurden verstรคrkt, das bargeldlose Bezahlen und E-Ticketing in vielen Stรคdten ausgeweitet.[320]

    Weltweit gingen die Fahrgastzahlen beim รถffentlichen Personenverkehr zurรผck. Das World Resources Institute beispielsweise verwies auf einen Bericht, der einen Rรผckgang von 50 bis 90 Prozent angibt.[321] Dadurch entstanden Einnahmeausfรคlle. In Europa erwartet der Sektor einen Verlust durch zurรผckgehende Ticketverkรคufe um 40 Milliarden Euro fรผr 2020. Verbรคnde wie der Internationale Verband fรผr รถffentliches Verkehrswesen plรคdierten fรผr staatliche Unterstรผtzung, da der รถffentliche Verkehr als Schlรผsselfaktor fรผr die Wirtschaft und die soziale Entwicklung angesehen wird.[322] Das Weltwirtschaftsforum sprach sich darรผber hinaus fรผr eine Modernisierungs- und Digitalisierungsoffensive aus, um das verรคnderte Fahrgastverhalten besser zu bewรคltigen.[323]

    Auswirkungen auf den Politikbetrieb

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    Durch Erkrankung ranghoher Politiker sowie Vorbeugungs- und QuarantรคnemaรŸnahmen verรคnderte sich die Staatsfรผhrung in einigen Lรคndern, insbesondere die Ausรผbung einer parlamentarischen Demokratie stellte die Staaten vor Herausforderungen.

    Dem International IDEA zufolge wurden mit Stand vom Mai 2020 weltweit 50 nationale und regionale Wahlen und Referenden verschoben. Die Frage, wie das Wahlrecht wรคhrend der Pandemie ausgeรผbt werden soll, fรผhrte zu zahlreichen Diskussionen und Auseinandersetzungen. โ€žDie Wahlen selbst werden so zum Politikumโ€œ, urteilte Der Standard aus Wien.[324]

    Die UN-Klimakonferenz 2020 wurde um ein Jahr auf November 2021 verschoben.[325]

    Auswirkungen auf Umwelt und Ressourcenverbrauch

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    Die umfassenden Einschrรคnkungen der wirtschaftlichen Aktivitรคten weltweit und der individuellen Mobilitรคt wie des globalen Tourismus fรผhrten zu einem Rรผckgang der Umweltverschmutzung und des Kohlendioxid-AusstoรŸes in vielen Weltregionen: Der โ€žEarth Overshoot Dayโ€œ (โ€žErdรผberlastungs-โ€œ oder โ€žWelterschรถpfungstagโ€œ) verschob sich vom 29. Juli des Vorjahres um fast einen Monat nach hinten auf den 22. August 2020.[326]

    Anderweitige Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung

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    Abseits der direkten Folgen der Krankheit hatte die Pandemie zahlreiche medizinische Auswirkungen, etwa durch Verschiebung geplanter, nicht als notwendig erachteter Operationen, um Kapazitรคten in Krankenhรคusern freizuhalten.

    Die WHO warnte davor, die Bekรคmpfung anderer Krankheiten wรคhrend der Pandemie zu vernachlรคssigen, etwa den Kampf gegen Malaria in Subsahara-Afrika.[327] Da COVID-19-Patienten zur Behandlung sekundรคrer Infektionen hรคufig Antibiotika bekommen, kรถnnte dies die bereits seit Jahren zunehmende Ausbreitung der Antibiotikaresistenzen beschleunigen.[328]

    Auswirkungen auf Forschung und Lehre

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    Die Pandemie fรผhrte zu drastischen Einschrรคnkungen des akademischen Austauschs. Um soziale Distanzierung aufrechtzuerhalten, wurden zahlreiche akademische Forschungsprojekte heruntergefahren. So wurde in einem Artikel in der Radiological Society of North America รผber mรถgliche Folgen fรผr die Radiologie berichtet. Schwierigkeiten werden bei der Wiederaufnahme unterbrochener klinischer Studien gesehen.[329]

    Andererseits fand ein intensivierter internationaler Austausch von Informationen und Forschungsergebnissen zum Virus SARS-CoV-2, zum Krankheitsverlauf von COVID-19 und zu epidemiologischen Fragestellungen statt.[224]

    Die Pandemie fรผhrte zu Einschrรคnkungen in der akademischen Lehre. So wurden Auslandssemester ausgesetzt und der Lehrbetrieb wurde auf Online-Kommunikation umgestellt.[330]

    Auswirkungen auf Kunst und Kultur

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    Die Pandemie hat massive Auswirkungen auf fast alle Bereiche der Kultur und Kunst durch

    • die bei Lockdowns notwendige Absage aller Prรคsenz-Veranstaltungen
    • die geringeren Besuche von Museen, Ausstellungen und dgl.
    • Einkommensverlust fรผr Mitarbeiter im Kulturbetrieb und von freischaffenden Kรผnstlern.

    Der Mangel der Freizeitmรถglichkeiten hat auch Rรผckwirkungen auf andere soziokulturelle Bereiche, etwa durch Demotivation in der Bildungs- und Arbeitswelt sowie andere psychologische Folgen. Wegfallende Kulturereignisse verstรคrken ferner die Tendenz zu Bewegungsmangel, was langfristige gesundheitliche Schรคden hervorrufen kann.

    Den Auswirkungen der Einkommensverluste wird in vielen Staaten durch finanzielle Zuschรผsse oder steuerliche Entlastungen entgegengewirkt, wรคhrend die anderen Schรคden nur schwieriger abgemildert werden kรถnnen. Als Beispiel dafรผr sei die Aktion Neustart Kultur genannt โ€“ ein Programm der deutschen Bundesregierung vom Sommer 2020. Es ist mit zwei Milliarden Euro dotiert, um den Kulturbetrieb und dessen gefรคhrdete Infrastruktur zu erhalten. Viele Kรผnstler boten aufgrund der groรŸflรคchigen Veranstaltungsabsagen Live-Streams aus leeren Locations an. Dies fรผhrte zu einem groรŸen Angebot von digitalen Kunstwerken wie beispielsweise der Konzertfilmserie WeLive โ€“ Das Musikfestival oder dem Klangspektrum BW.[331][332][333] Zu den Neukompositionen, die aufgrund der Pandemie entstanden, zรคhlt beispielsweise die Missa brevis in tempore coronae fรผr Sopransolo und Orgel von Robert Mehlhart.[334]

    Ein breites mediales Echo lรถste das Klatschen an den Fenstern wรคhrend der COVID-19-Pandemie aus, ein weltweites Phรคnomen wรคhrend der Massenquarantรคne 2020 als Dank an die Beschรคftigten des Gesundheitswesens.

    Proteste

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    Seit 2020 kam es in einigen europรคischen Stรคdten zu Demonstrationen wegen der Einschrรคnkungen des Alltagslebens (Maskenpflicht, Lockdown usw.) durch Rechtsnormen. Am 25. Januar 2021 kam es zu gewalttรคtigen Demonstrationen in niederlรคndischen Stรคdten wegen der coronabedingten vorgezogenen Sperrstunde in der Gastronomie, teilweise wurde die Militรคrpolizei eingesetzt. In Amsterdam wurden zahlreiche Ladengeschรคfte geplรผndert. Es gab viele Verletzte und Festnahmen.[335][336] Die niederlรคndische Polizei sprach von โ€žden schlimmsten Krawallen in 40 Jahrenโ€œ.[337] Unruhen gab es auch in Tilburg, Enschede, Venlo, Roermond, Breda, Arnheim und Apeldoorn.[335] Am Abend des Folgetages kam es in mehreren Stรคdten der Niederlande erneut zu Ausschreitungen wegen der Ausgangssperre.[338]

    Subjektive Wahrnehmung der Pandemie

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    Der Thinktank European Council on Foreign Relations (ECFR) machte im Sommer 2021 Umfragen in zwรถlf EU-Mitgliedstaaten. Im Norden und Westen der EU gab nur eine Minderheit an, gesundheitlich oder wirtschaftlich von COVID betroffen zu sein; in den Lรคndern im Sรผden und Osten Europas gab dagegen eine deutliche Mehrheit dies an.

    65 Prozent der Deutschen und 42 Prozent der ร–sterreicher sagten, sie spรผrten weder gesundheitliche noch รถkonomische Folgen der Krise. Fast die Hรคlfte sagte, sie fรผhle sich in ihrem Alltag nicht frei. Nur 11 Prozent der Spanier, 12 Prozent der Ungarn und 16 Prozent der Dรคnen fรผhlen sich unfrei.

    Die Autoren der ECFR-Studie schrieben, es sei besorgniserregend, dass โ€ždie einen den Motiven ihrer Regierung vertrauenโ€œ und andere nicht.[339]

    Statistiken und Modellrechnungen zur Epidemie

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    Die tรคglichen WHO-Berichte beinhalten die aus den Mitgliedsstaaten gemeldeten Fallzahlen, dadurch kommt es zu einer zeitlichen Verzรถgerung. Das Zentrum fรผr Systemwissenschaft und Systemtechnik (englisch Center for Systems Science and Engineering, kurz: CSSE) an der Johns Hopkins University entwickelte eine alternative Sammlung der durch รถrtliche Stellen gemeldeten Fรคlle und Prรคsentation der Daten per als Dashboard bezeichneten Online-Tool.[340] Diese Zahlen unterliegen einem grรถรŸeren Vorbehalt als die an anderer Stelle gezeigten Daten der WHO, mehr Informationen dazu finden sich im Abschnitt Genesung.

    Bestรคtigte Tote und รœbersterblichkeit

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    Fall-Verstorbenen-Anteile verschiedener Lรคnder

    Experten verweisen darauf, dass Zahlen zu Todesfรคllen nach der Definition der WHO auch insofern unsicher sind, als in Fรคllen einer Coronavirusinfektion diese wie bei allen Atemwegserkrankungen nicht notwendigerweise die finale Todesursache sein mรผsse. Dies kรถnne man vielfach nur anhand der Ergebnisse einer Autopsie unterscheiden.[341] Umgekehrt werden aber auch nicht alle Toten, die auf das Virus zurรผckzufรผhren sind, tatsรคchlich als solche identifiziert.[342] Um diese Unsicherheiten bei der Bewertung der Schwere einer Seuche zu berรผcksichtigen, wird neben der Anzahl der Toten, die nach den Falldefinitionen bestรคtigt infiziert waren (siehe auch oben Abschnitt Vergleich mit Influenza (Grippe)), die รœbersterblichkeit festgestellt,[343] was jedoch erst nachtrรคglich mรถglich ist. Die Problematik der Zuordnung der Todesarten ist ein bekanntes Problem. Die international nach einheitlichen Regeln gefรผhrte Todesursachenstatistik berรผcksichtigt in den statistischen Auswertungen nur eine Hauptdiagnose, obschon laut Neue Zรผrcher Zeitung โ€žbei fast 90 Prozent aller Todesfรคlle mehr als eine Diagnose verzeichnetโ€œ werde. Die Todesursachenstatistik sei zudem arbeitsintensiv, bisher von geringer Prioritรคt und wรผrde daher mit groรŸer Verzรถgerung erstellt; in der Schweiz seien die Daten fรผr 2017 im Dezember 2019 verรถffentlicht worden. Bereits Anfang April 2020 konnte jedoch das Eintreten einer รœbersterblichkeit fรผr die Woche vom 16. bis zum 22. Mรคrz 2020 aufgrund der COVID-19-Pandemie festgestellt werden.[344] Anfang April berichtet Der Spiegel รผber die Datenlage des europรคischen Netzwerks Euromomo (European Monitoring of Excess Mortality for Public Health Action), das wรถchentliche Bulletins รผber die Gesamtsterberaten seiner 24 europรคischen Partnerlรคnder bzw. -regionen verรถffentlicht.[345] Danach sei noch in der 13. Kalenderwoche in der Gesamtstatistik aller erfassten Lรคnder kaum ein Ausschlag zu sehen. Die Zahlen mรผssten jedoch wegen verzรถgerter Meldungen vorsichtig interpretiert werden. Trotz dieser Unsicherheiten sei fรผr die 14. Woche ein deutlicher Ausschlag von 10.000 Toten, also 70.000 statt der zu erwartenden 60.000 Toten, zu erkennen. Der Anstieg gehe hauptsรคchlich auf vier Staaten mit durch die Coronavirus-Pandemie in Teilen zusammengebrochener Gesundheitsversorgung zurรผck (Italien, Frankreich, Spanien und England). In Italien und Spanien musste bereits die Triage eingefรผhrt werden.[346][347][348] Deutlich erhรถht sei die Sterblichkeit auch in der Schweiz und in den Niederlanden. Euromomo fasst die Statistik der 14. Kalenderwoche wie folgt zusammen:

    โ€œThe latest pooled estimates from the EuroMOMO network show a marked increase in excess all-cause mortality overall for the participating European countries, related to the COVID-19 pandemic. This overall excess mortality is driven by a very substantial excess mortality in some countries, primarily seen in the age group of 65 years and above, but also in the age group of 15โ€“64 years.โ€

    โ€žDie jรผngsten zusammengefassten Schรคtzungen des EuroMOMO-Netzwerks zeigen einen deutlichen Anstieg der รผberhรถhten Gesamtsterblichkeit in den teilnehmenden europรคischen Lรคndern im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie. Diese Gesamtรผbersterblichkeit ist in einigen Lรคndern auf eine sehr erhebliche รœbersterblichkeit zurรผckzufรผhren, die vor allem in der Altersgruppe der รผber 65-Jรคhrigen, aber auch in der Altersgruppe der 15โ€“64-Jรคhrigen zu beobachten ist.โ€œ

    โ€“ Euromomo: European mortality bulletin week 14, 2020[345]

    Eine aktualisierte Darstellung der 15. Kalenderwoche wurde vom EuroMOMO-Netzwerk Mitte April 2021 verรถffentlicht.[349] Informationen zur Entwicklung der รœbersterblichkeit in Deutschland werden auch vom Statistischen Bundesamt verรถffentlicht.[350]

    Im Juni 2021 verรถffentlichte ein deutsch-israelisches Forscherteam die Aufbereitung der tรถdlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie in vergleichbarer Form in รผber 103 Lรคndern, die aktuell grรถรŸte Sammlung weltweiter Sterbedaten. Die Sterblichkeitsraten, bezogen auf bestimmte Zeitrรคume der Pandemie, lieรŸen ein Bild der Lage unabhรคngig von der Corona-Teststrategie und -kapazitรคt, den gemeldeten Infektionszahlen oder auch der Berichtspolitik eines Landes zu. In ihrer Studie[351] berichten Dmitry Kobak vom Forschungsinstitut fรผr Augenheilkunde der Universitรคt Tรผbingen und Ariel Karlinsky von der Hebrรคischen Universitรคt Jerusalem von extremen Unterschieden: Wรคhrend die Todeszahlen in einigen lateinamerikanischen Lรคndern in der Pandemie um mehr als die Hรคlfte gestiegen seien, seien in Australien und Neuseeland sogar weniger Menschen als in vergleichbaren Zeitrรคumen vor der Pandemie gestorben. Fรผr Deutschland weist die Studie fรผr das Jahr 2020 eine รœbersterblichkeit von 4ย % aus, wรคhrend das Statistische Bundesamt von hรถchstens einer leichten รœbersterblichkeit spricht.[352]

    Der WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus bezifferte im Mai 2023 die Anzahl der Todesfรคlle auf mindestens 20 Millionen.[353]

    Anmerkungen zu den Daten und Falldefinition der WHO

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    Die WHO gibt tรคglich einen Coronavirus disease 2019 (COVID-19) Situation Report (deutsch Lagebericht zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19)) heraus, der alle der WHO bis um 10 Uhr Mitteleuropรคischer Zeit des jeweiligen Tages von den Mitgliedslรคndern neu gemeldeten Fรคlle der letzten 24 Stunden beinhaltet. Die jeweiligen WHO-Mitglieder sind fรผr die Angaben verantwortlich. Seit dem Report โ€“ 39 vom 28. Februar 2020 beinhaltet die Liste der Staaten einen Eintrag, wie viele Tage seit dem letzten gemeldeten Fall vergangen sind.[31] So lag der letzte gemeldete Fall fรผr Kambodscha am 28. Februar bereits 32 Tage zurรผck. Zum Report โ€“ 49 am 9. Mรคrz hatten die USA seit zwei Tagen keine Fรคlle mehr gemeldet, wodurch der Stand bei 213 Fรคllen und 11 Toten verblieb, obwohl andere Quellen viel hรถhere Zahlen gemeldet hatten, unter anderem das Zentrum fรผr Systemwissenschaft und Systemtechnik der Johns-Hopkins-Universitรคt: 605 Infizierte und 22 Tote, siehe unten Abschnitt Weblinks. Die WHO fรผhrt Taiwan, das kein WHO-Mitglied ist, als Region Chinas, weist dies aber seit dem Report โ€“ 56 vom 16. Mรคrz 2020 nicht mehr in den Reports aus, sondern nur noch auf ihrem Dashboard Coronavirus (COVID-19).[354]

    Am 6. Februar 2020 wurden innerhalb der Volksrepublik China zum ersten Mal seit dem 24.ย Januar weniger neu infizierte Menschen erfasst als am Vortag. Medienberichte fรผhrten dies darauf zurรผck, dass die chinesische Nationale Gesundheitskommission am 7.ย Februar eine geรคnderte Definition fรผr einen โ€žbestรคtigten Coronavirus-Fallโ€œ vorgab. Demnach sollten Personen, bei denen das SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde, die aber keine Krankheitssymptome zeigen, nicht mehr als bestรคtigter Fall angesehen werden. Es war unklar, ob diese geรคnderte Zรคhlweise bereits angewendet worden war.[355][356] Sie widersprach der Falldefinition der Weltgesundheitsorganisation:

    โ€œConfirmed case: A person with laboratory confirmation of 2019-nCoV infection, irrespective of clinical signs and symptoms.โ€

    โ€žBestรคtigter Fall: Eine Person mit Laborbestรคtigung der 2019-nCoV-Infektion (Anmerkung: spรคter als COVID-19 bezeichnet), ungeachtet klinischer Anzeichen und Symptome.โ€œ

    โ€“ WHO: Global Surveillance for human infection with novel coronavirus (2019-nCoV)[357]

    Vom 13. Februar bis 19.ย Februar 2020 รคnderte die chinesische Gesundheitskommission erneut die Kriterien, somit ergab sich am 13.ย Februar allein fรผr Hubei mit 14.000 neuen Fรคllen die hรถchste Zahl an Neuinfektionen. Nach der neuen Definition konnten ร„rzte in der Provinz Hubei aufgrund ihrer Diagnose einen โ€žbestรคtigten Coronavirus-Fallโ€œ melden, wenn mehrere Faktoren wie Computertomographie (CT) der Lungen, andere Symptome und ein epidemiologischer Zusammenhang mit anderen Fรคllen zutrafen, unabhรคngig vom Nachweis des Virus im Labor.[111][356] Zuvor waren unter 167 Patienten fรผnf Fรคlle beschrieben worden, bei denen der Labortest mittels RT-PCR (Reverse-Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion) negativ verlaufen war, aber der CT-Befund auf eine Infektion schlieรŸen lieรŸ. Die Patienten wurden wรคhrend der Behandlung isoliert und die RT-PCR-Untersuchung von neuen Abstrichen wiederholt, zum Teil mehrfach. Nach zwei bis acht Tagen bestรคtigte ein positiver Labortest die ursprรผngliche Diagnose.[358]

    Die Vorgehensweise vom 13.ย Februar entsprach nicht der Falldefinition der Weltgesundheitsorganisation, die zunรคchst mit ihrem Situation Report โ€“ 24 dazu รผberging, nur die laborbestรคtigten Fรคlle aus China in ihrem Bericht aufzufรผhren, nicht die zusรคtzlichen, lediglich klinisch diagnostizierten. AuรŸerdem forderte die WHO weiterfรผhrende Informationen zu dieser ร„nderung an.[359] Ab dem WHO-Bericht Situation Report โ€“ 25 wurden die zusรคtzlich klinisch diagnostizierten Fรคlle aus Hubei in einer Tabelle genannt, aber nicht in den Fallzahlen auf der ersten Berichtsseite berรผcksichtigt.[31] Bereits drei Tage spรคter รคnderte die WHO ihre Berichterstattung erneut: Ab dem Situation Report โ€“ 28 wurden auf der ersten Seite die summierten Fallzahlen genannt, also die laborbestรคtigten und klinisch diagnostizierten Infektionsfรคlle. Eine separate Darstellung in der Tabelle fรผr die Provinz Hubei entfiel.[31] Ab dem Situation Report โ€“ 31 vom 20.ย Februar 2020 wurde wieder die ursprรผngliche Zรคhlweise (nur die laborbestรคtigten Fรคlle) fรผr China angewandt, da die chinesische Gesundheitskommission die Sonderregelung fรผr die Provinz Hubei revidiert hatte (Stand: 20.ย Februar 2020).[31]

    Diskussion um die Validitรคt der gemeldeten Daten

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    Generell vermuten Experten eine sehr hohe Dunkelziffer von nicht erkannten Infektionen und von Infektionen, die symptomfrei verlaufen, und zweifeln die Aussagekraft der Zahlen der gemeldeten Fรคlle an.[111][356][360][361] Siehe dazu auch den Abschnitt Statistische Schรคtzungen und Simulationsstudien.

    Die Erhebungen und die Meldepolitik sind in den Lรคndern so unterschiedlich, dass die Daten kaum zum Vergleich der Lรคnder genutzt werden kรถnnen. So berichtet Die Zeit Mitte Mรคrz 2020, Russland melde generell keine COVID-19-Toten, sondern erfasse diese als Fรคlle von Lungenentzรผndung. Zudem existierten pauschale Vorbehalte, Negatives รถffentlich zu machen und so die Regierung schwach aussehen zu lassen, wodurch von offizieller Seite der Zustand der Coronavirus-Epidemie in Russland verschwiegen werde.[362] ร„hnliches berichtet Der Spiegel รผber Iran, wo die Machthaber aus Propagandagrรผnden die Seuche zunรคchst vertuscht, dann lange verharmlost und MaรŸnahmen aus ideologischen Grรผnden hinausgezรถgert hรคtten. Rick Brennan, Notfalldirektor der WHO, glaube, dass das iranische Regime das AusmaรŸ der Krise noch immer vertusche und die Zahl der Coronavirus-Toten zum Zeitpunkt der Verรถffentlichung fรผnfmal hรถher liege als offiziell angegeben.[363] Andere, vor Ort angeblich gut mit dem Gesundheitssystem vernetzte Quellen berichteten Ende Mรคrz von 11.500 Toten statt der Zahl 2.200, die bis zum gleichen Zeitpunkt an die WHO gemeldet worden war, weil das Regime Sorge um die Aufrechterhaltung der Macht habe.[364] Ende Mรคrz berichtete die South China Morning Post, dass China seit dem 7. Februar positiv Getestete ohne Symptome zwar isoliere, aber entgegen den WHO-Regeln nicht mehr in die offizielle Zรคhlung der bestรคtigten Fรคlle aufnehme. So fehlten bis Ende Februar mehr als 43.000 Fรคlle in den offiziell rund 80.000 von China Gemeldeten. Die Vereinigten Staaten, GroรŸbritannien und Italien hingegen testeten Menschen ohne Symptome (abgesehen von medizinischem Personal) wie die meisten europรคischen Staaten erst gar nicht. Andere, wie Sรผdkorea, bemรผhten sich weiterhin, alle Kontaktpersonen von positiv Getesteten zu รผberprรผfen.[28]

    Zudem sind die Verfahren rund um die Diagnose, d.ย h., wer wird wie oft mit welchem Verfahren getestet und wie viele Tests stehen zur Verfรผgung, von Land zu Land, selbst von Region zu Region stark unterschiedlich und ergeben unterschiedlich hohe Dunkelziffern.[365]

    Eine Unterschรคtzung der wahren Zahl an Infizierten im Verlauf der Pandemie kann es auch durch mangelnde Testkapazitรคt geben, welche von Land zu Land unterschiedlich schnell erreicht sind.[366] Beispielsweise testen manche Lรคnder auf dem Hรถhepunkt der Verbreitung aufgrund mangelnder Kapazitรคten nur noch bestimmte Risikogruppen.[367]

    Die auffรคlligen Unterschiede zwischen den Werten der Fallsterblichkeit verschiedener Lรคnder, die dadurch errechnet werden, dass man die Zahl der gemeldeten Fรคlle mit den gemeldeten Todesfรคllen ins Verhรคltnis setzt, sind aus Expertensicht auch auf diese unterschiedlichen Testkapazitรคten und Teststrategien zurรผckzufรผhren. So wies in Europa beispielsweise Italien zwischenzeitlich (Mรคrz 2020) eine scheinbare Sterblichkeitsrate von รผber 7,7ย % auf, wรคhrend in Deutschland im gleichen Zeitraum die Rate bei nur 0,3ย % lag, was auch damit zu erklรคren war, dass in Deutschland flรคchendeckend und vor allem auch jรผngere Infizierte mit leichten Symptomen getestet wurden, wรคhrend Italien aufgrund der schon stรคrker ausgebreiteten Infektion nur noch diejenigen testen konnte, die schon mit schweren Symptomen behandelt werden mussten. Somit war schon die Auswahl des Personenkreises, der getestet wurde, verzerrt. Die eigentlich aussagekrรคftigere Angabe der Infektionssterblichkeit (Anzahl aller Infizierten einer reprรคsentativen Gruppe im Verhรคltnis zu den Gestorbenen) war aufgrund der unsicheren Dunkelziffer im Mรคrz 2020 nicht sicher bestimmbar.[368][342] Um diese Dunkelziffer bestimmen zu kรถnnen, wurde in ร–sterreich begonnen, eine reprรคsentative Stichprobe von 2.000 Personen zu testen. Zur Abschรคtzung der Inzidenz mรผssten die Stichprobentests jeweils mit einer neu entnommenen reprรคsentativen Stichprobe regelmรครŸig wiederholt werden.[369]

    Bei einer Untersuchung in Kalifornien, durchgefรผhrt von einer Forschungsgruppe der Stanford University, wurden in der Studienpopulation bei 1,5ย % der Teilnehmer Antikรถrper gegen das neuartige Coronavirus nachgewiesen. Der Anteil der Todesfรคlle unter allen Infizierten wurde auf zwischen 0,12ย % und 0,2ย % geschรคtzt. Die Forschungsgruppe weist auch darauf hin, dass die Ergebnisse noch nicht endgรผltig seien.[370] Die Studie wurde stark kritisiert. Es sei ein aus China importierter Lateral-Flow-Test verwendet worden, welcher nicht spezifisch genug sei, um in den niedrigen Prรคvalenzbereichen belastbare Aussagen zu machen. Auch sei der Test weder von chinesischen noch von US-amerikanischen Behรถrden zugelassen gewesen und mittlerweile von den chinesischen Behรถrden vom Markt genommen worden. Beanstandet wurden auch die Rekrutierung der Studienteilnehmer รผber soziale Medien oder per E-Mail durch die Ehefrau eines Studienautors und die statistischen Methoden, mit denen versucht wurde, das Studienkollektiv auf die Allgemeinbevรถlkerung hochzurechnen.[371] SchlieรŸlich wurde die Forschergruppe auch deswegen kritisiert, weil sie ihre finanzielle Fรถrderung durch den Grรผnder von JetBlue David Neeleman, der aus eigenen finanziellen Interessen und in Verbindung mit Trump die sofortige Beendigung des Lockdowns fordert, nicht offengelegt und sogar die Bekanntschaft mit ihm geleugnet habe.[372][373]

    Diagramme und Tabellen

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    Die folgenden Zahlen basieren auf den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) tรคglich verรถffentlichten Berichten zur weltweiten Lage. Es sind sรคmtliche Fรคlle berรผcksichtigt, die der WHO jeweils bis 10:00 Uhr (MEZ) desselben Tages als nachweislich mit dem Virus Infizierte gemeldet wurden.ย (a) โ€žKumuliertโ€œ bedeutet so viel wie โ€žaufsummiertโ€œ, d.ย h., dass alle Fรคlle aufgefรผhrt sind, die bis zu dem jeweiligen Tag aufgetreten sind, und nicht nur die, die an dem jeweiligen Tag neu aufgetreten sind (letztere sind in den Tabellen kursiv aufgefรผhrt). Bei den folgenden tabellarischen Darstellungen ist zu beachten, dass die Zahlen รผber die Lรคnder hinweg schwer zu vergleichen sind. Beispielsweise weil andere Lรคnder ihre Fรคlle anders zรคhlen, andere Klassifikationskriterien fรผr einen Coronatoten haben oder weil es zu รœbermittlungsproblemen an die Behรถrden kommt. Zudem unterscheiden sich die Lรคnder in ihren beobachtbaren individuellen Faktoren (GrรถรŸe eines Landes, vorhandene Testkapazitรคten etc.) und es kรถnnen unbeobachtbare lรคnderspezifische Faktoren vorliegen, die eine Vergleichbarkeit erschweren. Die absoluten Zahlen sind insbesondere aufgrund von unterschiedlichen sozioรถkonomischen Faktoren (z.ย B. die vorhandene Altersstruktur eines Landes oder bestimmte gegebene soziale Strukturen) nicht รผber die Lรคnder hinweg vergleichbar.[374]

    Tagesstatistiken, Wochenstatistiken, Grafiken und Tabellen

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    Todesfรคlle pro Million Einwohner in stark betroffenen Staaten

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    Bestรคtigte Todesfรคlle (kumuliert) auf 1.000.000 Einwohner[375]
    Besonders stark betroffene Staaten mit mehr als 500.000 Einwohnern
    zweimal wรถchentlich (jeweils dienstags und freitags)

    Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass es in vielen Lรคndern eine hohe Dunkelziffer gibt und tatsรคchlich (Stand Mai 2021) statt der offiziell angegebenen 3,4 Millionen ca. 6 bis 8 Millionen direkte und indirekte Todesfรคlle durch die COVID-19-Pandemie verursacht wurden.[376]

    KW 13/2020 bis 18/2020
    Datum BEL
    Belgien
    ESP
    SpanienSpanien
    ITA
    ItalienItalien
    GBR
    Vereinigtes KonigreichVereinigtes Kรถnigreich
    FRA
    FrankreichFrankreich
    NLD
    NiederlandeNiederlande
    SWE
    SchwedenSchweden
    IRL
    Irland
    USA
    Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
    CHE
    Schweiz
    LUX
    Luxemburg
    POR
    PortugalPortugal
    CAN
    Kanada
    DNK
    DanemarkDรคnemark
    DEU
    DeutschlandDeutschland
    IRN
    Iran
    AUT
    Osterreichร–sterreich
    weltweit
    Gesamt
    24. Mรคrz 2020 8 47 101 5 13 12 2 1 2 8 13 2 1 4 2 22 3 2
    27. Mรคrz 2020 19 87 135 9 26 25 7 4 4 19 14 6 1 7 3 27 6 3
    31. Mรคrz 2020 44 157 192 21 46 50 14 11 10 34 35 14 2 13 7 33 12 5
    3. April 2020 87 214 230 43 69 78 28 20 18 62 48 20 4 21 10 38 18 7
    7. April 2020 141 279 273 79 137 109 47 35 33 67 66 31 9 32 19 45 24 10
    10. April 2020 218 326 302 118 187 140 79 53 50 87 83 40 13 41 28 49 33 12
    14. April 2020 337 374 338 167 229 165 91 74 71 99 110 52 21 49 35 55 41 15
    17. April 2020 419 417 367 202 275 193 132 98 101 117 110 62 32 55 46 58 46 19
    21. April 2020 503 455 399 243 310 219 156 139 129 132 120 72 45 63 55 62 52 22
    24. April 2020 560 482 423 276 335 245 200 161 151 146 133 80 57 68 64 65 56 24
    28. April 2020 622 510 446 311 357 264 225 223 170 156 141 91 72 74 71 69 61 27
    1. Mai 2020 655 531 463 394 373 280 256 250 190 164 144 97 84 78 75 72 65 30
    KW 19/2020 bis 24/2020
    Datum BEL
    Belgien
    GBR
    Vereinigtes KonigreichVereinigtes Kรถnigreich
    ESP
    SpanienSpanien
    ITA
    ItalienItalien
    SWE
    SchwedenSchweden
    FRA
    FrankreichFrankreich
    NLD
    NiederlandeNiederlande
    IRL
    Irland
    USA
    Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
    CAN
    Kanada
    ECU
    Ecuador
    CHE
    Schweiz
    BRA
    Brasilien
    PER
    Peru
    LUX
    Luxemburg
    DEU
    DeutschlandDeutschland
    AUT
    Osterreichร–sterreich
    weltweit
    Gesamt
    5. Mai 2020 684 423 548 481 274 386 297 267 208 102 89 171 34 41 153 82 67 32
    8. Mai 2020 726 451 561 495 301 398 309 284 229 117 94 175 43 49 160 87 68 35
    12. Mai 2020 751 472 576 508 322 408 318 297 244 132 122 178 54 59 161 90 69 37
    15. Mai 2020 768 495 587 519 349 420 326 305 260 145 133 183 66 69 165 93 70 39
    19. Mai 2020 783 513 594 529 366 427 332 313 273 155 159 185 79 85 171 96 70 41
    22. Mai 2020 793 531 612 537 383 432 337 321 286 163 167 189 94 95 174 98 70 43
    26. Mai 2020 803 544 580* 544 399 436 340 325 297 173 182 190 110 110 176 99 71 44
    29. Mai 2020 810 557 580 548 422 439 345 332 307 182 188 191 126 124 176 101 74 46
    2. Juni 2020 818 575 580 554 436 442 348 334 318 194 192 191 141 141 176 102 74 48
    5. Juni 2020 824 588 580 557 452 445 350 337 327 202 198 192 160 153 176 103 74 50
    9. Juni 2020 829 598 580 562 465 447 351 341 335 208 206 192 172 169 176 104 75 52
    12. Juni 2020 831 608 580 565 477 450 353 345 344 212 211 193 193 185 176 105 75 54
    KW 25/2020 bis 30/2020
    Datum BEL
    Belgien
    GBR
    Vereinigtes KonigreichVereinigtes Kรถnigreich
    ESP
    SpanienSpanien
    ITA
    ItalienItalien
    SWE
    SchwedenSchweden
    PER
    Peru
    FRA
    FrankreichFrankreich
    CHL
    Chile
    USA
    Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
    BRA
    Brasilien
    NLD
    NiederlandeNiederlande
    IRL
    Irland
    MEX
    Mexiko
    ECU
    Ecuador
    CHE
    Schweiz
    DEU
    DeutschlandDeutschland
    AUT
    Osterreichร–sterreich
    weltweit
    Gesamt
    16. Juni 2020 834 615 580 568 484 208 451 176 351 207 354 346 136 223 194 105 75 56
    19. Juni 2020 835 623 606 571 500 226 454 201 358 225 355 347 153 232 194 106 76 58
    23. Juni 2020 837 628 606 573 507 244 454 236 364 241 355 348 175 239 194 106 77 61
    26. Juni 2020 839 637 606 574 518 266 456 256 376 259 356 350 194 246 194 107 78 63
    30. Juni 2020 841 642 606 575 526 288 457 292 381 274 356 351 210 255 194 107 78 65
    3. Juli 2020 843 648 607 576 536 305 458 310 389 291 357 352 226 263 195 107 78 67
    7. Juli 2020 843 652 607 577 538 327 458 334 394 308 357 353 241 273 195 108 78 69
    10. Juli 2020 844 657 607 578 545 343 459 350 403 325 358 353 260 280 195 108 78 71
    14. Juli 2020 844 660 608 578 548 366 460 367 410 343 358 354 275 287 195 108 79 73
    17. Juli 2020 845 665 608 579 554 383 462 381 418 361 358 354 291 295 195 108 79 76
    21. Juli 2020 846 667 608 580 558 406 462 452* 426 377 358 355 306 301 195 108 79 78
    24. Juli 2020 847 671 608 580 562 535* 462 462 436 396 358 357 325 308 196 109 79 81
    KW 31/2020 bis 36/2020
    Datum PER
    Peru
    BEL
    Belgien
    ESP
    SpanienSpanien
    GBR
    Vereinigtes KonigreichVereinigtes Kรถnigreich
    CHL
    Chile
    ITA
    ItalienItalien
    BRA
    Brasilien
    SWE
    SchwedenSchweden
    USA
    Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
    MEX
    Mexiko
    PAN
    Panama
    FRA
    FrankreichFrankreich
    BOL
    Bolivien
    COL
    Kolumbien
    CHE
    Schweiz
    DEU
    DeutschlandDeutschland
    AUT
    Osterreichร–sterreich
    weltweit
    Gesamt
    28. Juli 2020 559 837 608 674 481 581 412 570 447 341 306 463 227 172 196 109 79 83
    31. Juli 2020 577 838 608 678 491 581 429 571 459 357 324 464 248 193 197 109 80 86
    4. August 2020 601 839 610 681 508 582 445 572 469 372 347 464 277 217 197 109 80 88
    7. August 2020 619 840 610 684 517 582 463 572 484 392 365 464 297 235 197 110 80 91
    11. August 2020 645 842 611 685 530 582 479 574 494 411 386 465 318 259 198 110 80 94
    14. August 2020 778 846 612 609* 539 583 496 575 505 429 399 466 328 278 198 110 81 97
    18. August 2020 803 849 613 609 550 585 511 575 515 442 414 466 353 302 198 110 81 99
    21. August 2020 820 851 617 610 558 586 528 575 526 458 427 467 369 318 199 110 81 102
    25. August 2020 844 852 619 610 571 586 542 575 536 472 442 468 392 346 199 111 81 104
    28. August 2020 858 853 620 611 579 587 558 575 546 485 451 468 410 363 199 111 81 107
    1. September 2020 878 854 624 611 591 587 571 575 555 500 464 469 431 386 199 111 81 109
    4. September 2020 892 854 629 612 598 587 586 577 564 514 474 470 446 405 200 111 82 112
    KW 37/2020 bis 42/2020
    Datum PER
    Peru
    BEL
    Belgien
    ESP
    SpanienSpanien
    BOL
    Bolivien
    BRA
    Brasilien
    CHL
    Chile
    ECU
    Ecuador
    MEX
    Mexiko
    USA
    Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
    GBR
    Vereinigtes KonigreichVereinigtes Kรถnigreich
    ITA
    ItalienItalien
    SWE
    SchwedenSchweden
    PAN
    Panama
    ARG
    Argentinien
    CHE
    Schweiz
    DEU
    DeutschlandDeutschland
    AUT
    Osterreichร–sterreich
    weltweit
    Gesamt
    8. September 2020 909 855 633 604* 597 610 599* 526 572 612 588 578 486 219 200 111 83 115
    11. September 2020 920 856 636 616 609 616 609 540 579 613 589 579 493 237 201 112 83 117
    15. September 2020 934 857 642 633 621 628 619 551 588 613 589 579 504 253 202 112 84 119
    18. September 2020 945 857 652 643 635 635 625 560 597 614 590 581 513 271 204 112 84 121
    22. September 2020 955 859 661 656 646 643 629 572 604 616 591 581 527 298 204 112 85 124
    25. September 2020 969 860 668 665 658 652 636 585 613 617 592 582 532 327 205 113 87 126
    29. September 2020 980 862 676 677 668 664 639 594 620 619 593 582 544 357 206 113 88 129
    2. Oktober 2020 987 865 686 685 681 671 648 606 628 622 594 583 553 449* 206 113 89 131
    6. Oktober 2020 996 870 695 696 690 682 662 615 635 624 595 584 563 475 206 114 91 134
    9. Oktober 2020 1004 874 705 704 701 689 688 644 643 627 597 585 571 502 207 114 95 136
    13. Oktober 2020 1012 881 710 713 709 700 693 651 650 632 599 585 580 535 208 115 96 139
    16. Oktober 2020 1018 887 722 720 717 703 698 661 658 638 602 586 586 561 210 116 99 141
    KW 43/2020 bis 48/2020
    Datum BEL
    Belgien
    PER
    Peru
    ESP
    SpanienSpanien
    ITA
    ItalienItalien
    GBR
    Vereinigtes KonigreichVereinigtes Kรถnigreich
    ARG
    Argentinien
    MEX
    Mexiko
    BRA
    Brasilien
    CHL
    Chile
    USA
    Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
    MKD
    Nordmazedonien
    FRA
    FrankreichFrankreich
    BOL
    Bolivien
    BIH
    Bosnien und Herzegowina
    CHE
    Schweiz
    AUT
    Osterreichร–sterreich
    DEU
    DeutschlandDeutschland
    weltweit
    Gesamt
    20. Oktober 2020 906 1026 732 606 644 591 670 725 715 665 406 515 728 304 212 102 117 144
    23. Oktober 2020 919 1031 743 611 653 619 682 733 721 674 420 524 735 320 216 106 119 146
    27. Oktober 2020 953 1037 755 620 663 648 692 740 733 682 448 536 742 337 221 110 121 149
    30. Oktober 2020 988 1042 767 631 677 674 704 748 739 691 469 552 746 360 229 118 124 152
    3. November 2020 1050 1049 781 646 690 700 714 754 748 700 492 574 749 390 246 126 127 155
    6. November 2020 1098 1053 831* 665 709 725 727 758 754 710 520 598 751 427 270 139 132 158
    10. November 2020 1172 1060 850 691 725 750 739 763 763 720 555 628 754 483 297 154 137 162
    13. November 2020 1221 1064 872 721 750 770 753 766 769 732 594 658 756 533 331 168 146 166
    17. November 2020 1285 1070 892 756 768 790 767 781 778 747 646 690 758 601 364 193 153 170
    20. November 2020 1327 1075 912 792 792 808 776 791 782 763 683 722 762 656 399 224 163 175
    24. November 2020 1379 1081 934 834 814 821 791 797 790 779 742 754 763 714 437 255 171 179
    27. November 2020 1412 1085 955 874 840 839 809 807 797 796 782 781 766 756 473 290 186 184
    KW 49/2020 bis 1/2021
    Datum BEL
    Belgien
    SVN
    Slowenien
    BIH
    Bosnien und Herzegowina
    ITA
    ItalienItalien
    MKD
    Nordmazedonien
    CZE
    Tschechien
    GBR
    Vereinigtes KonigreichVereinigtes Kรถnigreich
    BGR
    Bulgarien
    PER
    Peru
    MNE
    Montenegro
    USA
    Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
    ESP
    SpanienSpanien
    HUN
    Ungarn
    HRV
    Kroatien
    CHE
    Schweiz
    AUT
    Osterreichร–sterreich
    DEU
    DeutschlandDeutschland
    weltweit
    Gesamt
    1. Dezember 2020 1448 717 831 932 860 785 871 603 1091 802 818 973 515 453 571 369 205 190
    4. Dezember 2020 1479 795 873 973 901 816 894 669 1094 831 843 989 571 495 612 405 222 195
    8. Dezember 2020 1511 896 939 1013 949 844 915 742 1100 874 865 998 634 560 646 444 239 200
    11. Dezember 2020 1527 961 991 1048 997 872 937 800 1107 906 893 1019 685 605 685 476 257 205
    15. Dezember 2020 1568 1034 1054 1089 1041 910 958 864 1115 951 918 1035 749 677 724 516 281 210
    18. Dezember 2020 1592 1094 1092 1123 1082 949 982 935 1118 987 947 1046 800 736 758 569 307 215
    22. Dezember 2020 1624 1163 1156 1155 1123 986 1008 990 1127 1014 975 1059 876 811 800 615 335 220
    25. Dezember 2020** 1647 1206 1189 1180 1152 1014 1036 1018 1132 1038 998 1066 914 864 827 642 353 225
    29. Dezember 2020** 1671 1266 1227 1208 1187 1055 1056 1066 1138 1078 1023 1079 962 924 866 673 385 230
    1. Januar 2021** 1690 1312 1245 1234 1205 1094 1094 1094 1143 1089 1051 1087 1001 965 890 695 408 234
    5. Januar 2021** 1711 1380 1284 1262 1228 1145 1126 1137 1147 1113 1079 1100 1043 1018 926 717 439 240
    8. Januar 2021 1725 1418 1306 1289 1244 1195 1178 1163 1154 1143 1114 1109 1081 1048 951 737 478 245
    KW 2/2021 bis 7/2021
    Datum BEL
    Belgien
    SVN
    Slowenien
    GBR
    Vereinigtes KonigreichVereinigtes Kรถnigreich
    CZE
    Tschechien
    ITA
    ItalienItalien
    PRT
    PortugalPortugal
    BIH
    Bosnien und Herzegowina
    USA
    Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
    MNE
    Montenegro
    HUN
    Ungarn
    MKD
    Nordmazedonien
    ESP
    SpanienSpanien
    BGR
    Bulgarien
    MEX
    Mexiko
    CHE
    Schweiz
    AUT
    Osterreichร–sterreich
    DEU
    DeutschlandDeutschland
    weltweit
    Gesamt
    12. Januar 2021 1742 1469 1228 1259 1320 792 1333 1150 1162 1123 1271 1127 1191 1052 979 757 512 252
    15. Januar 2021 1756 1501 1288 1310 1345 838 1344 1184 1180 1157 1287 1140 1217 1078 999 776 546 258
    19. Januar 2021 1773 1554 1359 1368 1375 907 1374 1214 1193 1193 1308 1159 1240 1108 1024 799 585 264
    22. Januar 2021 1784 1592 1417 1413 1400 973 1388 1251 1218 1223 1329 1186 1266 1145 1044 814 617 270
    26. Januar 2021 1802 1638 1478 1458 1428 1080 1408 1285 1237 1254 1350 1215 1283 1179 1063 834 640 277
    29. Januar 2021 1814 1668 1540 1501 1453 1166 1426 1320 1274 1281 1364 1247 1296 1214 1081 850 672 282
    2. Februar 2021 1827 1703 1594 1545 1478 1277 1444 1350 1302 1310 1379 1279 1321 1237 1096 871 704 288
    5. Februar 2021 1837 1729 1642 1585 1499 1347 1455 1388 1323 1338 1396 1313 1339 1274 1107 885 732 295
    9. Februar 2021 1853 1758 1680 1634 1522 1428 1473 1414 1357 1371 1418 1349 1365 1306 1119 896 752 300
    12. Februar 2021 1864 1776 1716 1672 1539 1474 1488 1453 1401 1402 1426 1385 1381 1338 1126 907 773 306
    16. Februar 2021 1877 1796 1744 1721 1558 1522 1504 1475 1449 1432 1441 1411 1396 1365 1134 917 786 310
    19. Februar 2021 1886 1810 1770 1766 1575 1552 1518 1498 1484 1464 1458 1435 1413 1388 1142 927 809 315
    KW 8/2021 bis 13/2021
    Datum CZE
    Tschechien
    HUN
    Ungarn
    MNE
    Montenegro
    BIH
    Bosnien und Herzegowina
    BEL
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    BGR
    Bulgarien
    GBR
    Vereinigtes KonigreichVereinigtes Kรถnigreich
    MKD
    Nordmazedonien
    ITA
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    USA
    Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
    PRT
    PortugalPortugal
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    SpanienSpanien
    CHE
    Schweiz
    AUT
    Osterreichร–sterreich
    DEU
    DeutschlandDeutschland
    weltweit
    Gesamt
    23. Februar 2021 1824 1496 1543 1534 1894 1824 1436 1790 1481 1594 1222 1518 1578 1456 1147 936 821 319
    26. Februar 2021 1868 1532 1583 1546 1901 1839 1458 1807 1497 1608 1276 1542 1593 1479 1151 945 835 323
    2. Mรคrz 2021 1933 1572 1629 1568 1910 1858 1495 1820 1512 1626 1353 1560 1607 1493 1156 955 847 327
    5. Mรคrz 2021 1991 1617 1669 1594 1917 1867 1521 1834 1524 1642 1404 1579 1617 1522 1160 963 858 331
    9. Mรคrz 2021 2068 1672 1739 1629 1926 1878 1569 1842 1549 1662 1472 1594 1627 1534 1163 972 866 335
    12. Mรคrz 2021 2135 1721 1778 1660 1933 1888 1611 1850 1574 1680 1529 1609 1633 1545 1167 981 875 339
    16. Mรคrz 2021 2209 1783 1833 1718 1948 1896 1666 1855 1615 1704 1588 1622 1638 1552 1172 991 883 343
    19. Mรคrz 2021 2272 1847 1885 1760 1954 1905 1717 1860 1643 1724 1629 1635 1643 1559 1179 1002 890 347
    23. Mรคrz 2021 2340 1936 1942 1830 1964 1917 1771 1864 1693 1751 1683 1643 1647 1577 1184 1013 898 351
    26. Mรคrz 2021 2394 2018 1965 1896 1972 1928 1814 1867 1731 1774 1717 1656 1649 1604 1190 1022 905 355
    30. Mรคrz 2021 2449 2115 2016 1987 1982 1943 1881 1869 1799 1801 1763 1665 1652 1611 1193 1033 912 360
    2. April 2021 2499 2201 2063 2061 1992 1954 1934 1872 1853 1825 1809 1674 1654 1616 1196 1043 918 364
    KW 14/2021 bis 19/2021
    Datum HUN
    Ungarn
    CZE
    Tschechien
    BIH
    Bosnien und Herzegowina
    MKD
    Nordmazedonien
    BGR
    Bulgarien
    MNE
    Montenegro
    SVK
    Slowakei
    BEL
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    SVN
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    ITA
    ItalienItalien
    BRA
    Brasilien
    PER
    Peru
    GBR
    Vereinigtes KonigreichVereinigtes Kรถnigreich
    POL
    Polen
    CHE
    Schweiz
    AUT
    Osterreichร–sterreich
    DEU
    DeutschlandDeutschland
    weltweit
    Gesamt
    6. April 2021 2287 2537 2149 1931 1984 2111 1849 2006 1967 1848 1585 1612 1873 1455 1202 1057 922 369
    9. April 2021 2377 2579 2224 1992 2059 2156 1907 2018 1972 1879 1641 1646 1875 1517 1207 1069 934 374
    13. April 2021 2482 2618 2282 2059 2122 2215 1963 2033 1987 1903 1686 1683 1876 1562 1210 1082 945 380
    16. April 2021 2563 2644 2374 2106 2173 2263 2009 2043 1995 1925 1735 1703 1878 1617 1214 1093 954 385
    20. April 2021 2648 2674 2446 2164 2233 2294 2059 2057 2007 1946 1778 1758 1879 1658 1217 1106 963 390
    23. April 2021 2713 2695 2500 2221 2278 2320 2089 2067 2018 1963 1818 1790 1880 1710 1221 1116 973 396
    27. April 2021 2793 2715 2566 2276 2329 2353 2120 2080 2030 1983 1858 1820 1881 1741 1224 1124 983 402
    30. April 2021 2851 2733 2606 2330 2360 2380 2140 2091 2044 1998 1900 1865 1882 1784 1228 1133 992 408
    4. Mai 2021 2903 2747 2656 2396 2390 2414 2171 2102 2055 2013 1936 1901 1883 1800 1233 1143 1001 414
    7. Mai 2021 2940 2765 2679 2432 2430 2441 2188 2112 2061 2026 1972 1910 1883 1835 1237 1149 1010 419
    11. Mai 2021 2980 2778 2716 2465 2462 2460 2212 2123 2069 2039 2002 1952 1884 1858 1239 1156 1019 425
    14. Mai 2021 3006 2788 2737 2488 2482 2477 2229 2128 2075 2050 2035 1990 1884 1884 1240 1161 1027 430
    KW 20/2021 bis 25/2021
    Datum PER
    Peru
    HUN
    Ungarn
    BIH
    Bosnien und Herzegowina
    CZE
    Tschechien
    MKD
    Nordmazedonien
    BGR
    Bulgarien
    MNE
    Montenegro
    BRA
    Brasilien
    SVK
    Slowakei
    BEL
    Belgien
    SVN
    Slowenien
    ITA
    ItalienItalien
    ARG
    Argentinien
    COL
    Kolumbien
    CHE
    Schweiz
    AUT
    Osterreichร–sterreich
    DEU
    DeutschlandDeutschland
    weltweit
    Gesamt
    18. Mai 2021 2016 3031 2765 2795 2511 2501 2490 2066 2243 2135 2084 2059 1588 1617 1242 1166 1034 436
    21. Mai 2021 2040 3046 2776 2800 2534 2515 2503 2100 2249 2141 2091 2068 1624 1645 1244 1170 1042 442
    25. Mai 2021 2077 3062 2794 2805 2564 2530 2511 2127 2253 2146 2096 2076 1661 1684 1246 1172 1047 447
    28. Mai 2021 2087 3073 2808 2810 2586 2540 2516 2160 2259 2149 2102 2083 1697 1714 1248 1178 1055 452
    1. Juni 2021 2103 3081 2826 2813 2603 2551 2524 2189 2263 2154 2105 2088 1742 1755 1251 1179 1060 457
    4. Juni 2021 5636* 3087 2857 2815 2612 2563 2533 2215 2268 2158 2109 2091 1779 1786 1251 1180 1064 476*
    8. Juni 2021 5664 3093 2883 2819 2622 2570 2541 2243 2275 2162 2112 2095 1829 1826 1253 1182 1068 481
    11. Juni 2021 5705 3096 2889 2822 2626 2575 2543 2278 2277 2164 2116 2099 1872 1859 1255 1183 1072 486
    15. Juni 2021 5740 3099 2894 2823 2627 2581 2551 2309 2280 2166 2120 2102 1916 1906 1256 1184 1075 490
    18. Juni 2021 5760 3100 2935 2827 2627 2589 2555 2345 2286 2167 2122 2104 1953 1941 1256 1185 1079 494
    22. Juni 2021 5782 3102 2941 2828 2629 2592 2557 2374 2290 2170 2124 2106 1998 1991 1257 1186 1081 498
    25. Juni 2021 5806 3103 2943 2829 2632 2594 2562 2405 2290 2171 2125 2107 2035 2031 1257 1188 1083 501
    ab KW 26/2021
    Datum PER
    Peru
    HUN
    Ungarn
    BIH
    Bosnien und Herzegowina
    CZE
    Tschechien
    MKD
    Nordmazedonien
    BGR
    Bulgarien
    MNE
    Montenegro
    BRA
    Brasilien
    SVK
    Slowakei
    COL
    Kolumbien
    ARG
    Argentinien
    BEL
    Belgien
    SVN
    Slowenien
    ITA
    ItalienItalien
    CHE
    Schweiz
    AUT
    Osterreichร–sterreich
    DEU
    DeutschlandDeutschland
    weltweit
    Gesamt
    29. Juni 2021 5820 3105 2945 2829 2632 2598 2563 2427 2291 2083 2072 2172 2126 2109 1258 1188 1085 505
    2. Juli 2021 5844 3105 2947 2830 2633 2602 2568 2456 2292 2117 2110 2173 2126 2111 1259 1189 1087 509
    6. Juli 2021 5871 3105 2947 2831 2633 2609 2578 2479 2292 2162 2146 2174 2127 2112 1259 1190 1088 512
    9. Juli 2021 5881 3106 2947 2832 2634 2610 2579 2501 2293 2196 2172 2174 2128 2113 1259 1190 1089 516
    13. Juli 2021 5902 3107 2945* 2832 2634 2613 2581 2521 2294 2237 2205 2175 2129 2114 1259 1191 1090 520
    16. Juli 2021 5912 3107 2946 2833 2634 2615 2581 2542 2294 2267 2238 2175 2129 2115 1260 1191 1091 523
    * Fรผr Spanien wurde am 25. Mai 2020 die Methode der Datenerhebung verรคndert. Fรผr Chile wurde am 18. Juli 2020 die Methode der Datenerhebung verรคndert. Fรผr Peru wurden am 24. Juli 2020 bisher nicht registrierte frรผhere Todesfรคlle nachgetragen. Fรผr das Vereinigte Kรถnigreich wurde am 14. August 2020 die Methode der Datenerhebung verรคndert. Fรผr Bolivien und Ecuador wurden am 7. September 2020 bisher nicht registrierte frรผhere Todesfรคlle nachgetragen. Fรผr Argentinien weist die Kurve am 2. Oktober ohne Angabe von Grรผnden einen Sprung auf. Fรผr Spanien wurden am 4. November 2020 bisher nicht registrierte frรผhere Todesfรคlle nachgetragen. Fรผr Peru wurden am 2. Juni 2021 rund 110.000 Todesfรคlle nachgemeldet,[377] dies fรผhrt auch bei den weltweiten Zahlen zu einem Anstieg von rund 15 Todesfรคllen pro Million Einwohner. Fรผr Bosnien und Herzegowina wurden die Zahlen am 10. Juli 2021 geringfรผgig nach unten korrigiert.
    ** Aufgrund der Weihnachtsfeiertage werden in einigen Staaten Daten verzรถgert gemeldet, die Zahlen kรถnnen daher zu niedrig sein.

    Die Zahlen fรผr Belgien wurden in der Quelle Ende August 2020 ohne Angabe von Grรผnden rรผckwirkend nach unten korrigiert. Die Zahlen fรผr Schweden wurden in der Quelle seit Ende August / Anfang September 2020 mehrfach ohne Angabe von Grรผnden rรผckwirkend geringfรผgig in beide Richtungen korrigiert.

    ร–sterreich gehรถrt seit dem 3. Mai 2020 nicht mehr zu den 17 am stรคrksten betroffenen Staaten mit mehr als 500.000 Einwohnern und wird nur noch zum Vergleich aufgefรผhrt. Deutschland gehรถrt seit dem 23. Mai 2020 nicht mehr zu den 16 am stรคrksten betroffenen Staaten mit mehr als 500.000 Einwohnern und wird nur noch zum Vergleich aufgefรผhrt. Die Schweiz gehรถrt seit dem 26. Juni 2020 nicht mehr zu den 15 am stรคrksten betroffenen Staaten mit mehr als 500.000 Einwohnern und wird nur noch zum Vergleich aufgefรผhrt.

    Kartografische Darstellungen

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    Bestรคtigte Covid-19-Infektionen pro Million Einwohner
    Bestรคtigte COVID-19-Todesfรคlle pro Million Einwohner
    Infektionen mit SARS-CoV-2 aufgeschlรผsselt nach Provinzen Chinas, Stand 21. November 2020

    Genesung

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    nach Daten der Johns-Hopkins-Universitรคt im Jahr 2020[378]

    010.000.00020.000.00030.000.00040.000.0002020/1/222020/5/22020/8/11Infiziertenicht mehr akutTote

    Die WHO weist in ihren Lageberichten (englisch Situation Reports) weder Zahlen fรผr Genesene noch fรผr aktuell als infiziert Gemeldete (also die bisher bestรคtigten Infizierten abzรผglich der Verstorbenen und Genesenen) aus. Zum Verstรคndnis einer Epidemie ist dennoch neben der Entwicklung der Gesamtzahl der Infizierten die zum aktuellen Zeitpunkt gegebene Menge der Infizierten, also diejenigen Infizierten, die weder verstorben noch genesen sind, relevant, ebenso die Anzahl der Genesenen und damit vermutlich zukรผnftig Immunen.[379] Die Zahl der Genesenen und Verstorbenen ist im Vergleich zur Zahl der Infizierten zeitlich verschoben โ€“ um die Dauer zwischen Bestรคtigung der Infektion und der Beendigung der Krankheit durch Gesundung oder Tod. Insbesondere lassen sie keine einfachen Rรผckschlรผsse auf die Gefรคhrlichkeit oder die Letalitรคt zu.

    Das Zentrum fรผr Systemwissenschaft und Systemtechnik (englisch Center for Systems Science and Engineering, kurz: CSSE) in Baltimore (USA) an der Johns Hopkins University entwickelte eine alternative Sammlung der von รถrtlichen Stellen gemeldeten Fรคlle und eine Prรคsentation der Daten per Online-Tool,[340] siehe Weblinks unten. Die hier angegebenen Zahlen unterliegen einem grรถรŸeren Vorbehalt als die an anderer Stelle gezeigten Daten der WHO, da es keine einheitliche Definition der Genesung gibt. Die Zeit schrieb am 4.ย Mรคrz hierzu, dass es sich bei den Zahlen aus China strenggenommen um โ€žaus dem Krankenhaus Entlasseneโ€œ handele, da die Zahlen nur diese erfassten. In China gilt jeder als genesen, der drei Tage fieberfrei war und zweimal negativ auf das Virus getestet wurde. Es sei jedoch zu bezweifeln, ob unter dem starken Druck auf das Gesundheitssystem wirklich alle Entlassenen nicht mehr ansteckend waren. Weiter schrieb sie, dass es in Deutschland keine offiziellen Zahlen gebe, da es keine Meldepflicht fรผr Genesene gebe, und zitiert einen Gesundheitsamtsleiter, der sagte, dass sie dem Robert Koch-Institut (RKI) aus Datenschutzgrรผnden gar keine Informationen รผber Genesene รผbermitteln dรผrften.[379]

    Statistische Schรคtzungen und Simulationsstudien

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    Die Anzahl bestรคtigter Infektionen liegt wรคhrend der raschen Ausbreitung einer Epidemie oft deutlich unter der Anzahl tatsรคchlicher Infektionen. Dieser Effekt kann selbst bei gutem Willen aller Beteiligten auftreten, da es selten gelingt, alle neu infizierten Personen sofort sicher zu identifizieren. Fรผr eine Abschรคtzung der Zahl der tatsรคchlich Infizierten werden daher von der Infektionsepidemiologie verschiedene mathematische Prognosemodelle eingesetzt. Diese Modelle werden auch eingesetzt, um den zeitlichen und geografischen Verlauf einer Epidemie sowie wichtige epidemiologische Parameter abzuschรคtzen. Um die Verbreitung des Virus vorherzusagen, spielen Computersimulationen eine groรŸe Rolle; sie liefern den Politikern vieler Staaten wichtige Entscheidungsgrundlagen.

    Am 17. Januar 2020 erschien eine Hochrechnung einer mit der WHO zusammenarbeitenden Forschergruppe des Imperial College London. Die Forscher schlossen aus Verkehrsdaten zwischen China und Thailand, dass es am 12. Januar 2020 rund 1.000 bis 2.300 Infizierte mit mittleren bis schweren Symptomen in Wuhan gegeben haben mรผsste.[380] Eine Gruppe der Northwestern University schรคtzte anhand von unvollstรคndigen Daten โ€“ unter anderem zu Mobilitรคt und internationaler Verbreitung โ€“, dass es in Wuhan am 29. Januar 2020 31.200 Infektionen gegeben habe.[381] Eine erneute Modellrechnung des Imperial College London vom 10. Februar 2020 schรคtzte, dass in der Provinz Hubei auf jeden durch Test gefundenen Infizierten neunzehn nicht getestete Infizierte mit milderem Verlauf kรคmen. Statt einer hohen geschรคtzten Letalitรคt von 18ย % in der Provinz Hubei liege die tatsรคchliche Letalitรคt dann bei rund 1ย %.[382] Dieselbe Forschergruppe verรถffentlichte am 21. Februar 2020 eine Abschรคtzung der Effizienz internationaler Quarantรคne- und รœberwachungsmaรŸnahmen. Aus der Analyse von Verkehrsdaten und Infektionsfรคllen ergab sich, dass nur einer von drei aus China exportierten Fรคllen erkannt werde. Mรถglicherweise gebe es unentdeckte Infektionscluster auรŸerhalb Chinas.[383]

    Am 31. Januar 2020 erschien in The Lancet eine Modellrechnung, die ein dynamisches Metapopulationsmodell in Kombination mit bayesscher Inferenz mit offiziellen Infektionsdaten von Ende Dezember 2019 bis Ende Januar 2020 sowie Daten aus der nationalen und internationalen Fluggaststatistik verwendete. Die Studie setzt die Zahl der Infizierten um ein Vielfaches hรถher an als die Zahl der positiv getesteten Fรคlle. Die Autoren schรคtzten die Zahl der Infizierten in China fรผr den 25.ย Januar 2020 auf rund 75.000 und gaben an, dass die tatsรคchliche Zahl der Infizierten zu dem Tag mit hoher Glaubwรผrdigkeit (95-%-Glaubwรผrdigkeitsintervall) nicht weniger als rund 37.000 und nicht mehr als rund 130.000 war. Davon waren gemรครŸ den Zahlen der WHO jedoch nur 1.300 Infizierte bekannt. Ein Export des Virus von Wuhan in andere Millionenstรคdte habe nach dem Modell bereits stattgefunden. Die Studienautoren sagten voraus, dass es auch in anderen chinesischen Stรคdten zu sich selbst unterhaltenden Ausbrรผchen kommen wรผrde. Die Studienautoren gingen davon aus, dass viele Patienten nur milde Symptome haben. Nicht betroffene Gebiete sollten Vorkehrungen fรผr den Fall einer globalen Pandemie treffen.[384]

    Am 18. Februar 2020 berichtete die Onlineausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature รผber aktuelle, noch nicht abschlieรŸend begutachtete Studien. Eine Studie von H. Nishiura, Epidemiologe an der Universitรคt Hokkaidล (Sapporo, Japan), geht davon aus, dass sich die Epidemie mittelfristig innerhalb von China nicht wird eingrenzen lassen. Fรผr ein Worst-Case-Szenario spreche auch, dass viele infizierte Personen keine Symptome zeigten und nach dem Ende der verlรคngerten Neujahrsferien viele Betriebe und Organisationen die Arbeit langsam wieder aufnรคhmen. Dadurch erรถffneten sich neue รœbertragungswege. Zwischen Ende Mรคrz und Ende Mai kรถnnten tรคglich bis zu 2,3 Millionen Fรคlle diagnostiziert werden. Zwischen 550 und 650 Millionen Menschen (โ‰ˆย 40ย % der Bevรถlkerung) kรถnnten sich insgesamt infizieren.[385]

    Eine am 16. Mรคrz 2020 vorab online in Science verรถffentlichte Arbeit erklรคrte mittels einer Modellrechnung auf Grundlage von Zahlen aus China vor Inkrafttreten der EindรคmmungsmaรŸnahmen am 23. Januar 2020 die schnelle geografische Ausbreitung von SARS-CoV-2. Sie schรคtzte die Menge, Prรคvalenz und Ansteckungsrate (Kontagiositรคt und Infektiositรคt, englisch zusammengefasst contagiousness) der unentdeckten Infektionen. Die unentdeckten Fรคlle hatten meist geringere oder keine Symptome, waren aber dennoch ansteckend. Die Arbeit kam zu dem Schluss, dass 86ย % aller Infektionen (95-%-Konfidenzintervall: [82โ€“90ย %]) unentdeckt geblieben waren. Die unentdeckt Infizierten hatten eine Ansteckungsrate, die 55ย % derer der dokumentiert Infizierten betrug (95-%-Konfidenzintervall: [46โ€“62ย %]). Aufgrund der groรŸen Zahl der undokumentierten Fรคlle waren sie jedoch zu 79ย % die Infektionsquelle fรผr die dokumentierten Fรคlle.[386]

    Eine britische Studie zeigte anhand von Simulationen am Beispiel GroรŸbritanniens auf, dass Impfungen allein fรผr eine Eindรคmmung der Pandemie nicht ausreichen. Selbst wenn etwa 85ย % der Bevรถlkerung geimpft wรคren, wรคren weitere MaรŸnahmen wie das Tragen von Masken, Abstandhalten, regelmรครŸige Tests und notfalls begrenzte lokale Einschrรคnkungen nรถtig, um die Pandemie einzudรคmmen. Im Modell wird davon ausgegangen, dass Geimpfte zu 88ย % geschรผtzt sind. Wenn beispielsweise 95ย % der รผber 80-Jรคhrigen, 85ย % der 50- bis 79-Jรคhrigen und 75ย % der 18- bis 49-Jรคhrigen geimpft wรคren, kรคme es ohne SchutzmaรŸnahmen zu einem R-Wert von 1,58, also zu einer deutlichen Ausbreitung des Virus. Der R-Wert kรถnne in der Realitรคt noch hรถher liegen, da in der Studie die hรถhere Infektionsgefahr neuer Virusvarianten wie B.1.1.7 und eine eventuelle zeitliche Begrenzung der Immunitรคt von Geimpften nicht berรผcksichtigt wurden.[387][388]

    Kontroversen

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    Eine Anti-Corona-MaรŸnahmen-Demonstration am 15. Januar 2022 in Wien

    Da die Pandemie nahezu alle Bereiche des Lebens weltweit berรผhrt, erfolgten nach und nach viele gesellschaftliche und politische Debatten. Diese sind in den jeweiligen Lรคnderartikeln, im Artikel Auswirkungen der COVID-19-Pandemie oder den Hauptartikeln der Einzelthemen dargestellt, wie zum Beispiel der Stand der Wissenschaft im Artikel zum Virus SARS-CoV-2 und im Artikel zur Krankheit COVID-19, die Debatte um die Trageempfehlung von Schutzmasken wird im Artikel Mund-Nasen-Schutz behandelt, die Debatte um die Sammlung von Kontakt- oder Bewegungsdaten zur epidemiologischen Rรผckverfolgung von Infektionsketten und der Entwicklung von entsprechenden Programmen in Contact Tracing und Contact Tracing App. Randstรคndige Meinungen, Wissenschaftsleugnung und problematische Debattenbeitrรคge werden ebenso wie Falschbehauptungen, Fake News, pseudowissenschaftliche Gesundheitsempfehlungen und Verschwรถrungstheorien im Artikel Falschinformationen zur COVID-19-Pandemie thematisiert. Im Folgenden werden hier lediglich die internationalen Debatten und Kontroversen, welche sich unmittelbar auf die Pandemie beziehen, dargestellt.

    Zeitpunkt der Pandemie-Erklรคrung der WHO

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    Schon im Februar 2020 wurden Stimmen laut, die von einer sich anbahnenden Pandemie sprachen. Der Virologe Christian Drosten รคuรŸerte bei einer gemeinsamen Vorlesung der Charitรฉ und der London School of Hygiene & Tropical Medicine im Berliner Museum fรผr Naturkunde am 26. Februar 2020, er halte es fรผr mรถglich, dass sich der Ausbruch des neuen Coronavirus nicht eindรคmmen lasse und zu einer Pandemie werde. Der Mikrobiologe Alexander S. Kekulรฉ vom Universitรคtsklinikum Halle (Saale) vertrat am 25. Februar 2020 in der Zeit die Meinung: โ€žSpรคtestens mit den aktuellen รœbertragungsketten in Italien, die รผber mehrere Stufen gingen und nicht auf einen Import zurรผckgefรผhrt werden kรถnnen, sind alle Kriterien einer Pandemie erfรผllt.โ€œ[389] Marlen Suckau-Hagel, Leiterin der Abteilung Gesundheit an der Senatsverwaltung fรผr Gesundheit in Berlin, erklรคrte Mitte Februar 2020: โ€žDie WHO drรผckt sich darum, die Pandemie auszurufen, aber das ist eher eine politische Aussage, die Zahlen sprechen eine andere Sprache.โ€œ[390] Umgekehrt war der WHO einige Jahre zuvor bei der Schweinegrippe die โ€žvoreiligeโ€œ Ausrufung der Pandemie angekreidet worden.[391] Ab dem 9.ย Mรคrz 2020 verwendete der US-amerikanische Fernsehsender CNN den Begriff โ€žPandemieโ€œ in seiner Berichterstattung. Dies wurde vom leitenden medizinischen Korrespondenten Sanjay Gupta damit begrรผndet, dass SARS-CoV-2 auf allen Kontinenten, auรŸer der Antarktis, verbreitet werde, in mehreren Staaten die Fallzahlen anhaltend stiegen und es dort eine fortgesetzte Mensch-zu-Mensch-รœbertragung gebe. Gupta gab an, dass Beamte des US-Gesundheitswesens bereits eine Verschiebung der Strategie von Containment (Eindรคmmungsstrategie) zu Mitigation (Folgenminderungsstrategie) signalisieren.[392] Diese Strategien werden im Epidemiologischen Bulletin des RKI erlรคutert.[393]

    Angesichts der steigenden Infektionszahlen auรŸerhalb Chinas erklรคrte der WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus in seiner Rede am 26.ย Februar 2020, dass das Ausrufen einer Pandemie nur nach vorsichtiger Analyse der Fakten mรถglich sei, und verwies auf die bereits seit Ende Januar 2020 geltende โ€žinternationale Gesundheitsnotlageโ€œ als hรถchste Alarmstufe der WHO. Er warnte, dass die unachtsame Verwendung des Wortes Pandemie dazu fรผhren kรถnne, dass unnรถtige ร„ngste und Stigmatisierung verstรคrkt wรผrden, ohne dass dem ein Nutzen gegenรผberstรผnde. Natรผrlich werde die WHO nicht zรถgern, von einer Pandemie zu sprechen, wenn dies die korrekte Beschreibung der Situation sei.[394] Er wiederholte diese Aussage in seiner Rede am 2.ย Mรคrz 2020 und erlรคuterte, dass 90ย % der global gemeldeten Fรคlle aus China kรคmen und dass 81ย % der 8.739 Infektionsfรคlle auรŸerhalb Chinas sich in vier Staaten ereignen wรผrden.[395] Am 9.ย Mรคrz 2020 โ€“ zu diesem Zeitpunkt lag die Zahl der Infektionsfรคlle รผber 100.000, gemeldet aus รผber 100 Lรคndern โ€“ sagte Ghebreyesus, dass die Gefahr einer Pandemie sehr real sei, es aber die erste Pandemie in der Geschichte wรคre, die beherrscht werden kรถnnte.[115] Am 11.ย Mรคrz 2020 erklรคrte die WHO die bisherige Epidemie offiziell zu einer Pandemie,[228] der ersten seit der Pandemie H1N1 2009/10. Ghebreyesus bezeichnete in seiner Rede am 13.ย Mรคrz 2020 Europa als โ€žEpizentrum der Pandemieโ€œ. Als Grund gab er an, dass zu diesem Zeitpunkt in Europa mehr Infektions- und Todesfรคlle auftraten als im Rest der Welt, auรŸer China.[225]

    Eine von der WHO bestellte unabhรคngige Expertenkommission erklรคrte in einem im Mai 2021 verรถffentlichten Bericht, die WHO ebenso wie Regierungen hรคtten zu langsam auf die Pandemie reagiert. Sie schlug auf dieser Basis einen Pandemie-Fonds von jรคhrlich fรผnf bis zehn Milliarden Dollar vor, um Vorkehrungen gegen eine neue Pandemie zu finanzieren.[396]

    Falschinformationen und Verschwรถrungstheorien

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    Im Zuge der COVID-19-Pandemie kam es auch zu einer Fรผlle an Falschinformationen, die von privaten, aber auch staatlichen Stellen (meist autoritรคrer Staaten) gestreut wurden und sich schnell in den sozialen Medien verbreiteten. In Anlehnung an die rasche Ausbreitung der Pandemie wurde die รœberhรคufung mit Informationen, die online einfach per Klick erreichbar sind und sich ebenso rasch ausbreiten, als โ€žInfodemieโ€œ bezeichnet. Oft sind es nicht nur Memes oder Videos, die sich schnell verbreiten, sondern auch Falschnachrichten und Desinformationen.

    Im Zuge der Kontroversen zur Einschรคtzung der Epidemie und dann Pandemie (insbesondere im Hinblick auf deren Schwere und Gefรคhrlichkeit) und demnach in der Debatte รผber die zu ergreifenden MaรŸnahmen kam es auรŸerdem (gerade zu Beginn) zu vielerlei Wortmeldungen, die die Seuche verharmlosten und dabei wissenschaftliche Erkenntnisse nicht anerkannten, offen angriffen oder ignorierten. In Deutschland waren dies prominent der ehemalige Gesundheitspolitiker Wolfgang Wodarg und der im Ruhestand befindliche Mikrobiologe Sucharit Bhakdi. In den USA waren in diese Richtung einflussreich Richard A. Epstein (*ย 1943, Jura-Professor an der Hoover Institution) sowie Mitglieder des US-Senats und der US-Regierung.

    Der chinesischen Regierung wird vorgeworfen, den Ausbruch der Krankheit lรคngere Zeit verschleiert zu haben, wodurch wertvolle Zeit fรผr deren frรผhzeitige Eindรคmmung verloren ging. So wurden etwa ร„rzte wie Li Wenliang in Wuhan, die รผber die neue Erkrankung berichteten, mundtot gemacht, Desinformationen รผber den Ursprung, die รœbertragungsweise und Auswirkungen von SARS-CoV-2 verbreitet sowie Forschungseinrichtungen angewiesen, Tests abzubrechen. Siehe dazu auch den Abschnitt Ursprung weiter oben sowie den Abschnitt China im Artikel Falschinformationen zur COVID-19-Pandemie.

    Im รถsterreichischen Skiort Ischgl infizierten sich viele Urlauber in den dortigen Aprรจs-Ski-Bars und in Seilbahnen. Nach ihrer Rรผckkehr verbreiteten infizierte Urlauber und Saisonarbeitskrรคfte, die in Ischgl gearbeitet hatten, das Virus in ganz Europa. Lokalen Behรถrden wird vorgeworfen, zu lange nicht eingeschritten zu sein und falsche Tatsachen รผber die Infektiositรคt des Virus verbreitet zu haben. So behauptete die Landessanitรคtsdirektion Tirol, es sei aus โ€žmedizinischer Sicht eher unwahrscheinlichโ€œ, dass ein an COVID-19 erkrankter Barkeeper Gรคste in seiner Bar infiziert habe.[397][398][399] Siehe dazu auch COVID-19-Pandemie in ร–sterreich, Abschnitt Chronologie.

    Abwรคgung von Kosten gegen Nutzen

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    Kosten einer unzureichenden globalen Bekรคmpfung der Pandemie

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    ร„rzte ohne Grenzen kritisierte eine fehlende globale Verteilungsgerechtigkeit in der Verfรผgbarkeit der Impfstoffe. Eine globale Bekรคmpfung der Pandemie sei nach Berechnungen der Weltbank, der Weltgesundheitsorganisation, der Welthandelsorganisation und des Internationalen Wรคhrungsfonds mit 50 Milliarden US-Dollar zu bewerkstelligen, wohingegen eine mehrere Jahre andauernde globale Pandemie langfristig wesentlich teurer sei.[400]

    Mรถgliche Auswirkungen auf Rechtsstaatlichkeit und Bรผrgerrechte

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    Drastische MaรŸnahmen zur Eindรคmmung der Ausbreitung des Virus wie Quarantรคne, Isolation besonders betroffener Gebiete, rรคumliche Distanzierung, Ausgangsbeschrรคnkungen oder Einreiseverbote wurden in der ร–ffentlichkeit oft als notwendig akzeptiert, teils auch als verspรคtet oder aber auch als bedenklich kritisiert. Besorgnis erregen auch MaรŸnahmen, die den Datenschutz und andere Rechtsgrundlagen aushebeln. Mitunter sei die kritische Lage eine Versuchung fรผr autoritรคre Politiker, dementsprechende Strukturen zu etablieren.

    Ende Mรคrz 2020 warnte die Europรคische Kommission vor unverhรคltnismรครŸigen politischen MaรŸnahmen als Reaktion auf die Pandemie. EU-Kommissionsprรคsidentin Ursula von der Leyen betonte, derartige MaรŸnahmen dรผrften nicht unbegrenzt dauern.[401] In Ungarn verabschiedete das Parlament am 30.ย Mรคrz 2020 ein Notstandsgesetz, das Ministerprรคsident Viktor Orbรกn umfangreiche Sondervollmachten ermรถglicht. Er konnte ohne zeitliche Befristung per Dekret regieren und den am 11.ย Mรคrz 2020 verhรคngten Notstand ohne die Zustimmung des Parlamentes beliebig verlรคngern. Wรคhrend des Notstands durften keine Wahlen und Referenden stattfinden. Weiterhin wurden durch das Gesetz die Strafen fรผr VerstรถรŸe gegen Quarantรคnebestimmungen sowie die Verbreitung von Falschnachrichten verschรคrft.[401] Journalisten befรผrchteten, dass kritische Berichte zu Haftstrafen bis zu fรผnf Jahren fรผhren kรถnnten. In Pressekommentaren wurde dem ungarischen Ministerprรคsidenten vorgeworfen, den Rechtsstaat auรŸer Kraft zu setzen und das Parlament zu entmachten.[402] Der Ratsvorsitzende des Weltรคrztebundes, Frank Ulrich Montgomery, sprach sich vor dem 18. Mรคrz, auch vor dem Hintergrund der italienischen Entwicklung, sowohl gegen Ausgangsbeschrรคnkungen als auch gegen GrenzschlieรŸungen aus, die โ€žpolitischer Aktionismusโ€œ seien.[403][404]

    Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit empfiehlt individuelle, an das jeweilige Gesundheitssystem und die Situation angepasste MaรŸnahmen und รคuรŸerte sich kritisch รผber mรถgliche Ausgangsbeschrรคnkungen und Versammlungsverbote, weil diese den sozialen Stress fรถrderten, was ebenfalls Krankheiten oder auch Selbstmorde auslรถsen kรถnne.[405] Michael Tsokos, Professor fรผr Rechtsmedizin an der Berliner Charitรฉ, berichtete im Mai 2020 von Fรคllen, in denen Menschen sich das Leben nahmen, weil sie sich vor den Folgen der Pandemie fรผrchteten. Dies sei ein bisher unbekanntes Phรคnomen. Bei keinem dieser โ€žCorona-Suizideโ€œ habe er eine Infektion festgestellt, alle Opfer seien aber psychisch vorbelastet oder krank gewesen. Tsokos zufolge sind diese Suizide ein Indikator fรผr die starke Verunsicherung psychisch belasteter Menschen durch Politik und Medien, er sieht hier die Rechte einer besonders schwachen Bevรถlkerungsgruppe verletzt, die keine Lobby habe.[406][407]

    Abgesperrter Spielplatz in Stuttgart im Mรคrz 2020

    Der Historiker Renรฉ Schlott hรคlt die โ€žBereitwilligkeit, fast Willfรคhrigkeitโ€œ fรผr besorgniserregend, mit der zeitweise Einschrรคnkungen von Grundrechten wie Versammlungsfreiheit, Gewerbefreiheit oder Asylrecht โ€“ durch die bisher abgelehnte weitgehende SchlieรŸung der EU-AuรŸengrenzen โ€“ hingenommen wรผrden. Auch Kinderrechte wรผrden eingeschrรคnkt, wenn etwa der Spielplatz-Besuch verboten werde. Kritik daran und die Suche nach Alternativen wรผrden diffamiert, stattdessen autoritรคre Fรผhrung gefordert. Die langfristige Gewรถhnung an solche MaรŸnahmen sieht Schlott als problematisch an, befรผrchtet sogar, sie kรถnnten als โ€žDrehbuch fรผr eine rechtspopulistische Machtรผbernahmeโ€œ dienen.[408] Kritiker halten den von Schlott geรคuรŸerten Standpunkt fรผr rรผcksichtslosen Individualismus, der auf Kosten des Schutzes von Risikogruppen und gesellschaftlicher Solidaritรคt zugunsten eigener Bedรผrfnisse Leben gefรคhrden kann; harte Worte zu solchen Anschauungen fallen beispielsweise in Italien.[409]

    Julia Leininger, Leiterin der Abteilung โ€žGovernance, Staatlichkeit, Sicherheitโ€œ am Deutschen Institut fรผr Entwicklungspolitik, bezeichnete die COVID-19-Pandemie als einen โ€žBrandbeschleuniger fรผr Autokratisierungstrendsโ€œ. Wenn Autokratien eine soziale Kontrolle ohne breite Verstรคndigung รผber MaรŸnahmen einsetzten, hรถhle das langfristig das รถffentliche Vertrauen und die gesellschaftliche Solidaritรคt aus. Leininger bezeichnete Demokratieschutz und -fรถrderung daher als das โ€žGebot der Stundeโ€œ in der internationalen Kooperation.[410]

    Ulrich Krรถkel analysiert in Zeit Online Entwicklungen bei einigen Politikern auch innerhalb der EU als โ€žeine Versuchung fรผr Autoritรคreโ€œ. Insbesondere die โ€žrechten Regierungen in Polen und Ungarnโ€œ, aber auch der Ukraine entdeckten, so Krรถkel, โ€ždas Coronavirus fรผr ihre Zwecke. Mit dem Verweis auf China versuchen sie, autoritรคre Strukturen zu etablieren โ€ฆ Die Stimmen der Mahnerโ€œ fรคnden โ€žin der zugespitzten Krisensituation kaum Gehรถrโ€œ.[411]

    Stefan Brink, Datenschutzbeauftragter des Landes Baden-Wรผrttemberg, warnte davor, โ€žim Umgang mit Infizierten das Gesetz zu brechenโ€œ. Der Datenschutz werde, so Brink, โ€žhรคufig beiseitegeschobenโ€œ. Wenn aber der Staat nicht verlรคsslich sei in diesem Bereich, so verliere โ€žer das Vertrauen, das er braucht, damit ihm die Bรผrger folgen.โ€œ Es sei โ€žextrem wichtig, dass die staatlichen Stellen signalisieren: Ja, wir haben eine Ausnahmesituation, halten uns aber an Recht und Gesetz.โ€œ In Israel nutze der Geheimdienst โ€žBewegungsprofile einzelner Menschen, um die Einhaltung von Quarantรคnevorschriften zu รผberprรผfenโ€œ. In ร–sterreich bรถten โ€žMobilfunkanbieter ihre Ortungsdaten dem Staat anโ€œ. Dies sei โ€žein klarer Bruch des Telekommunikationsgeheimnissesโ€œ. Ob in Deutschland bereits โ€žListen von Infizierten oder Verdachtsfรคllen von Gesundheitsรคmternโ€œ abgerufen wurden, wisse man nicht.[412] Spรคter wurde bekannt, dass โ€ždie Polizeiโ€œ tatsรคchlich in โ€žmehreren Bundeslรคndern [โ€ฆ] Daten von Menschen gesammeltโ€œ hat, โ€ždie mit dem Coronavirus infiziert wurdenโ€œ.[413]

    Der Zukunftsforscher Sven Gรกbor Jรกnszky warnt vor einem langfristigen Festhalten an den gegenwรคrtigen Restriktionen. Es gehe bei der Bewรคltigung der Coronakrise auch darum, โ€žsicherzustellen, dass groรŸe Errungenschaften unserer Gesellschaft wie Demokratie, Freiheit oder Selbstbestimmung [โ€ฆ] nicht gleichzeitig verloren gehenโ€œ. Der Zustand, dass es keine ernst zu nehmenden Gegenmeinungen zu der These gebe, Politiker mรผssten vor allem anerkannten Virologen Gehรถr schenken, dรผrfe nicht von Dauer sein. Auf Dauer kรถnne nur eine Politik Erfolg haben und mit der Zustimmung der Wahlbevรถlkerung rechnen, die systematisch Infizierte identifiziere und gemeinsam mit Risikogruppen vom Rest der Bevรถlkerung isoliere.[414]

    In seiner Stellungnahme Vulnerabilitรคt und Resilienz in der Krise โ€“ Ethische Kriterien fรผr Entscheidungen in einer Pandemie vom 4. April 2022 hat der Deutsche Ethikrat die deutsche Pandemiepolitik sowie das Agieren von Medien und Gerichten umfangreich und kritisch aufgearbeitet, um daraus Schlussfolgerungen fรผr zukรผnftige Pandemien abzuleiten. Der Ethikrat betont die โ€žErhaltung beziehungsweise Wiederherstellung grรถรŸtmรถglicher Freiheitโ€œ als grundlegende Zielsetzung โ€žin ethischer wie (verfassungsโ€)rechtlicher Hinsichtโ€œ. Die โ€žteils erheblichen und tief einschneidenden Beschrรคnkungen von Freiheitsrechtenโ€œ wรคren nur durch โ€žhohe Sterblichkeit, langfristige gesundheitliche Beeintrรคchtigungen signifikanter Bevรถlkerungsteile oder der drohende Kollaps des Gesundheitssystemsโ€œ gerechtfertigt und mรผssten zurรผckgenommen werden, sobald die Ziele erreicht sind.[415]

    Debatte um Herdenimmunitรคt durch natรผrliche Durchseuchung

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    Ende der gesundheitlichen Notlage internationaler Tragweite

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    Am 5. Mai 2023 erklรคrte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus, der am 30. Januar 2020 COVID-19 zu einer gesundheitlichen Notlage internationaler Tragweite erklรคrt hatte, dass dieser Zustand nunmehr nicht mehr gegeben sei. Wรคhrend es bei der Erklรคrung des Pandemiezustandes auรŸerhalb Chinas weniger als 100 Erkrankungsfรคlle gegeben hatte, wurden bis zum Zeitpunkt der Aufhebung der Notlage gemรครŸ WHO annรคhernd 7ย Millionen nachgewiesene Pandemie-assoziierte Todesfรคlle gemeldet, wobei die tatsรคchliche Zahl auf mindestens 20 Millionen geschรคtzt wurde. Zugleich hielt die WHO fest, dass das Virus auch weiterhin gefรคhrlich bleibe und weiter eine globale Gesundheitsbedrohung sei. In der Woche zuvor sei alle 3ย Minuten ein Mensch nachweislich an COVID-19 gestorben. Das Virus bleibe in der Welt und mutiere weiter, sodass es auch weiter zu neuen Varianten mit neuen Infektionswellen kommen kรถnne. Zudem warnte die WHO davor, das Virus nun als harmlos anzusehen: Das Schlimmste, was ein Land nun tun kรถnne, sei, die Nachricht vom Ende der Gesundheitsnotlage โ€žzum Anlass zu nehmen, seine Wachsamkeit zu vernachlรคssigen, die von ihm aufgebauten Systeme abzubauen oder seiner Bevรถlkerung die Botschaft zu vermitteln, dass COVID-19 kein Grund zur Sorge istโ€œ.[4] Das Ende der Notlage sei nicht gleichzusetzen mit dem Ende der Pandemie, welche weiterhin andauere.

    Siehe auch

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    Portal: COVID-19ย โ€“ รœbersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema COVID-19

    Literatur

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    Dokumentationen

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    Commons: COVID-19-Pandemieย โ€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
    Wiktionary: Verzeichnis von Wรถrtern im Zusammenhang mit COVID-19/Coronaย โ€“ Bedeutungserklรคrungen, Wortherkunft, Synonyme, รœbersetzungen
    ย Wikinews: COVID-19ย โ€“ in den Nachrichten

    Informationen staatlicher Behรถrden vorwiegend in deutscher Sprache

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    (in der Regel laufend aktualisiert)

    Informationen internationaler bzw. staatlicher Behรถrden vorwiegend in englischer Sprache

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    (in der Regel laufend aktualisiert)

    Reportagen, Podcasts, Aufklรคrungsvideos

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    Einzelnachweise

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    1. โ†‘ a b WHO sieht noch viele offene Fragen zur Herkunft von SARS-CoV-2. In: aerzteblatt.de. 4. August 2020, abgerufen am 19. August 2020.
    2. โ†‘ Jon Cohen: Wuhan seafood market may not be source of novel virus spreading globally. In: sciencemag.org. 26. Januar 2020, doi:10.1126/science.abb0611.
    3. โ†‘ a b WHO Coronavirus Disease (COVID-19) Dashboard. Abgerufen am 21.ย Oktober 2024.
    4. โ†‘ a b c WHO Director-Generalโ€™s opening remarks at the media briefing โ€“ 5 May 2023. WHO, 5.ย Mai 2023, abgerufen am 5.ย Mai 2023 (englisch).
    5. โ†‘ a b A Timeline of the Coronavirus Pandemic. In: nytimes.com. 6.ย August 2020, abgerufen am 9.ย August 2020.
    6. โ†‘ Florian Rรถtzer: WHO erklรคrt internationale Notlage. Tagesschau.de, 31. Januar 2020.
    7. โ†‘ Chronologie anhand chinesischer Quellen: Sinologie Heidelberg Alumni Netzwerk (SHAN e.ย V.): Corona, Fledermรคuse, Labore und Verschwรถrungstheorien, 24. Mรคrz 2020.
    8. โ†‘ Suche nach den ungezรคhlten Toten der Pandemie. www.orf.at, 26.ย Mai 2021, abgerufen am 3.ย Juni 2021.
    9. โ†‘ Estimating excess mortality due to the COVID-19 pandemic: a systematic analysis of COVID-19-related mortality, 2020โ€“21. In: The Lancet, 10. Mรคrz 2022, doi:10.1016/S0140-6736(21)02796-3.
    10. โ†‘ [Corona-Pandemie: Zahl der Todesopfer stark unterschรคtzt.] Artikel von Nadja Podbregar vom 11. Mรคrz 2022 auf scinexx.de, abgerufen am 11. Mรคrz 2022.
    11. โ†‘ a b Talha Khan Burki: Lifting of COVID-19 restrictions in the UK and the Delta variant. In: The Lancet. 12. Juli 2021, doi:10.1016/S2213-2600(21)00328-3, online. Zitat: โ€œThe reproductive number (R0) for the original strain of SARS-CoV-2 is roughly 2.5. The Alpha variant (B.1.1.7), which was previously dominant in the UK, is around 60ย % more transmissible than the parental virus. The Delta variant is roughly 60ย % more transmissible than the Alpha variant, which translates to an R0 of nearlyย 7.โ€
    12. โ†‘ Boris Johnson warnt vor neuer, hochansteckender Virusmutation. In: Die Zeit. 20.ย Dezember 2020, abgerufen am 20.ย Dezember 2020.
    13. โ†‘ Neue Corona-Variante โ€žist auรŸer Kontrolleโ€œ โ€“ WHO eingeschaltet. In: Die Welt. 20.ย Dezember 2020, abgerufen am 20.ย Dezember 2020.
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    15. โ†‘ Neuartiges Coronavirus (Memento vom 4. April 2023 im Internet Archive) auf RKI
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